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Im Gespräch mit Annika Dick

Im Juni 2013 ist im Verlag Arunya HEX HEX-Fauler Zauber, der erste Band einer geplanten, aufeinander aufbauenden E-Book-Reihe von Annika Dick rund um die Erlebnisse der jungen Hexe Morgana und ihrer Familie und Freunde erschienen. 2012 als Online-Serie auf Literra gestartet, greift die auch für deren Nicht-Kenner geeignete E-Book-Variante die Erlebnisse der Online-Geschichten auf, bietet jedoch darüber hinaus längere und neue Episoden.

Für Annika Dick, die neben ihrer Autorentätigkeit hauptberuflich als IP-Sachbearbeiterin arbeitet, ist Fauler Zauber die erste eigenständige Veröffentlichung. Zuvor hat sie jedoch bereits eine Reihe von Kurzgeschichten veröffentlicht, 2012 ist zudem ihre Novelle Die Entführung der Persephone anlässlich des Projekts 5 Jahre-5 Geschichten im gleichnamigen Lyx-Buch erschienen.


Geisterspiegel: Hallo Annika, erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. 🙂

Annika Dick: Aber gerne doch. 🙂

Geisterspiegel: Vor Kurzem ist im Arunya-Verlag der erste Band deiner HEX HEX-E-Book-Reihe veröffentlicht worden, die ursprünglich auf Literra ihren Anfang genommen hat. Wie ist es dazu gekommen, dass HEX HEX nun bei einem Verlag untergekommen ist? Was hat sich dadurch an der Reihe verändert?

Annika Dick: Als ich die Serie startete, wusste ich zwar, dass sie einmal in Form eines E-Books veröffentlicht werden sollte, aber das kam mir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit weg vor. Ich war erst ein halbes Jahr bei der Agentur Ashera unter Vertrag und hatte gerade erst den zweiten Roman fertig für die Reise zu Verlagen gemacht. Als dann die Nachricht im Dezember kam, dass HEX HEX dieses Jahr als E-Book starten sollte, war ich tatsächlich überrascht, weil ich das schon ganz vergessen hatte. Umso glücklicher war ich dann aber natürlich.
Im E-Book gibt es Figuren, die nur dort auftauchen und nicht in den Folgen auf Literra in Erscheinung treten. Und durch die längeren Episoden, die ich für das E-Book schreiben konnte, konnte ich einige Ideen ausbauen, die ich in dieser Form anders nicht hätte umsetzen können.

Geisterspiegel: Siehst du in solchen Reihen eine besondere Chance für E-Books im Vergleich zum Printbereich?

Annika Dick: Ich kann mir vorstellen, dass solche Reihen und Serien gut dafür geeignet sind, sich als Leser an E-Books zu wagen, wenn man es vorher nicht getan hat und auch um durch die ständige Abrufbarkeit auf den Lesegeräten und Smartphones immer etwas Kurzes zum Lesen für unterwegs mit dabei zu haben. Noch dazu, wenn sie zu fairen Preisen angeboten werden. E-Books haben eben auch immer den Vorteil, dass man sofort loslesen kann und keine Lieferzeiten abzuwarten hat.

Geisterspiegel: Peter Wall hat neben dem Cover auch einige Innenillustrationen zu Fauler Zauber beigesteuert, entsprechend dem WordArt-Konzept des Arunya-Verlags. Würdest du dir generell mehr Illustrationen und Grafiken zu Romanen wünschen?

Annika Dick: Ich fände es toll, wenn wieder mehr Romane mit Illustrationen und Grafiken auf den Markt kämen. Ich liebe alte Ausgaben von Büchern, in denen früher üblicherweise Illustrationen waren – nicht nur in Kinderbüchern, sondern auch in Jugendbüchern und Büchern, die sich an Erwachsene richten.

Geisterspiegel: Ende letzten Jahres ist bei Egmont Lyx deine Novelle Die Entführung der Persephone erschienen, die – wie der Name schon sagt – Themen und Figuren aus der griechischen Mythologie aufgreift. Hast du eine Affinität zu Mythologien im Allgemeinen oder auch der griechischen im Besonderen?

Annika Dick: Meine Mutter las mir Die Entführung der Persephone (also, den Mythos, nicht meine Adaption) aus einem Märchenbuch vor, als ich noch klein war. Damit weckte sie mein Interesse an den griechischen Göttern und diese ließen mich nicht mehr los. Ich habe sogar einmal ein Referat in Religion über die verschiedenen Götter und ihre Entsprechung in anderen Religionen gehalten (und das sogar freiwillig als Zusatzarbeit 😉 ). Ich mag Mythen und Sagen im Generellen, besonders aber eben die griechische und auch die nordische (hier haben mich die Götter aber glücklicherweise bisher größtenteils vor Ideen verschont).

Geisterspiegel: Deine Projekte, auch die noch unveröffentlichten, die du auf deiner Website vorstellst, spielen an realen Orten, die von Griechenland über Irland bis hin zu New Orleans reichen. Wie recherchierst du über sie? Sind das immer Städte oder Länder, die du selbst besucht hast?

Annika Dick: Von den Orten, an denen meine Geschichten angesiedelt sind, war ich tatsächlich bisher erst in Schottland und England. Alle übrigen Orte muss ich von der Ferne erkunden, sprich, mit Landkarten, Reiseführern und dem Internet. Aber jeder Ort, an dem meine Geschichten spielen, ist eines dieser Reiseziele, die ich unbedingt einmal im Leben gesehen haben will. Andersherum gibt es auch einige Orte, an denen ich war, die ich gerne einmal für eine Geschichte verwenden würde, aber noch nicht die richtige Geschichte gefunden habe. Florenz zum Beispiel, ist wunderschön, hat eine sehr interessante Geschichte und wäre so ein schönes Setting. Ich hoffe noch auf einen passenden Plot und Figuren dafür.

Geisterspiegel: Deiner Homepage ist zu entnehmen, dass du dich zunächst an Fanfiction versucht hast. Welchen Werken waren diese zuordbar? Was hat dich an dieser Art des Schreibens fasziniert und warum hast du es aufgegeben?

Annika Dick: Angefangen hatte ich mit dem Disney-Musical Newsies, das im New York 1899 spielt. Später waren es dann Harry Potter-Fanfics. History und Fantasy also. Bei mir war es früher oft so, dass ich mich in Planungen verrannt habe. Ich habe für die kleinsten Nebenfiguren einen ganzen Stammbaum geschrieben und kam so bei vielen Geschichten gar nicht zum Schreiben, bevor mich eine neue Idee überkam. Fanfics boten mir die Chance, einfach drauflosschreiben zu können. Die Figuren waren ja schon da, ihre Geschichte bis zu diesem Punkt schon erzählt, ich konnte einfach weitermachen und hatte keine Ausrede, mich in Planungen zu verrennen. Während es bei den Newsies durch den bereits großen Cast des Films und dessen verhältnismäßiger Kürze (im Vergleich zu einer ganzen Buchreihe wie Harry Potter) noch so war, dass ich sehr viel Freiheiten hatte, was die Figuren und die Geschichte anging, merkte ich bei Harry Potter bald, dass ich zum Beispiel mit den Hauptfiguren nicht gut schreiben konnte, und habe mich den Nebenfiguren gewidmet, eben auch, weil ich hier mehr Freiheiten hatte, sie so darzustellen, wie ich sie mir vorstellte. Tja, und irgendwann war das einfach nicht mehr genug. Die Ideen, die mich überkamen, wurden immer eigenständiger und ich wollte einfach wirklich »Eigenes« schaffen und auf Deutsch schreiben (meine Fanfiction habe ich nämlich fast ausschließlich auf Englisch geschrieben).

Geisterspiegel: Auch deine aktuelleren Werke bewegen sich vorrangig in den Genres Fantasy und History. Was fasziniert dich daran?

Annika Dick: Ich habe schon immer in allen möglichen fantastischen Welten gelebt, habe in allen Schatten irgendwelche übernatürlichen Wesen vermutet und mich bei jeder verschlossenen Tür gefragt, welche Geheimnisse sich dahinter verbergen. Beim Schreiben kann ich diese Wesen lebendig werden lassen und die Türen von früher öffnen und ihre Geheimnisse lüften – oder neue erschaffen.
Bei der History hat es mir sehr stark die Sprache angetan. Ich liebe es, mich in den Worten der Vergangenheit zu verlieren und sie bietet einem – ähnlich wie die Fantasy – Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen, die so in der heutigen Zeit nicht funktioniert.

Geisterspiegel: Die Frage nach der Inspiration eines Autors ist ja bekanntlich nicht unbedingt die Beliebteste, deshalb frage ich mal lieber nach Einfluss – gibt es bestimmte Künstler oder mediale Werke, die dich in deiner bisherigen Schaffenskarriere beeinflusst haben?

Annika Dick: Dabei finde ich die Frage nach der Herkunft der Inspiration immer einfach mit »von überall her« zu beantworten. 😉
Beeinflusst haben würde ich nicht sagen, tatsächlich müsste ich hier wieder eher das Wort inspirieren nehmen. Es kommt vor, dass ich ein Buch lese oder einen Film sehe und Lust habe, etwas Ähnliches zu schreiben. Das sind dann meist nur bestimmte Teile, zum Beispiel die Zeit oder der Ort, an dem die Geschichte spielt. Oder es passiert das genaue Gegenteil. Schattenlicht zum Beispiel ist entstanden, nachdem ich zu viele amerikanische Jugendbücher über Liebesdreiecke zwischen Menschen und Vampiren und Werwölfen gelesen habe und ein völliges Kontrastprogramm brauchte. Kein Liebesdreieck, keine USA, keine Vampire und Werwölfe.

Geisterspiegel: Was dürfen die Leser in der näheren Zukunft von dir erwarten?

Annika Dick: In der nächsten Zukunft erscheint eine Kurzgeschichte von mir in der von Alisha Bionda herausgegebenen Anthologie Animals World aus dem p.machinery Verlag. Dann geht es demnächst weiter mit neuen Folgen von HEX HEX auf Literra, wo auch noch andere, eigenständige Kurzgeschichten von mir veröffentlicht werden. Buchtechnisch wird es ansonsten erst einmal ein wenig ruhiger, bis es nächstes Jahr mit dem zweiten Band von HEX HEX weitergeht. Dann gibt es noch zwei Herzprojekte von mir, über die ich noch nicht mehr sagen kann, weil ich hier noch auf die Verträge warte. Sobald ich darüber plaudern darf, erfährt man es aber auf meiner Homepage. 🙂

Geisterspiegel: Möchtest du deinen (potenziellen) Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Annika Dick: Ich hoffe, mit all meinen Geschichten zu unterhalten und die Leser ein wenig aus dem Alltag entführen zu können. Wenn mir das gelingt, habe ich mein Ziel erreicht.

Mehr Infos unter: www.annikadick.de

Quellen:

(ar)

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