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Batman – Hinter den Spiegeln

Noch am Abend zuvor – auf der Teeparty von Richterin Rosalyn Hart – saß Bruce Wayne neben Stadtrat Dunphrey Tweedle. Am folgenden Morgen liest Batman in der Gotham Gazette von dessen Ermordung, als ein sprechendes, weißes Kaninchen durch die Bathöhle huscht, gefolgt von einem kleinen Mädchen namens Celia Small, das Bruce Wayne von 20 Jahren gekannt hat. Durch den Bodenrost der Bathöhle folgt Batman Celia ins Wunderland, um dort Tweedles Ermordung aufzuklären.

Da einige Figuren aus Alice im Wunderland und der Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln schon im „regulären“ Batman-Universum auftauchen (Der verrückte Hutmacher, Tweedle-Dee und Tweedle-Dum, Walross und Zimmermann und über die Zeit noch einige mehr) verwundert es, dass es nicht schon längst ein Crossover gab. Auch Tim Burton drehte schließlich schon Batman und Alice im Wunderland; eine gewisse Verwandtheit ist den beiden Stoffen also nicht abzusprechen. Autor Bruce Jones gestaltet dies im vorliegenden Band derart, dass es auf der Teeparty der Richterin Hart (der Herzkönigin aus Alice) lecker Pilzsteak gab, auf das Bruce Wayne/Batman am nächsten Tag nicht nur der Schädel brummt, sondern er auch halluziniert und nun im Halbdelirium den Fall des ermordeten Stadtrats lösen muss. Nun stellt ihm sein Unterbewusstsein die Kindheitsfreundin Celia (natürlich ein Anagramm von Alice) an die Seite, die ihn durch Gothams Kanalisation geleitet, die für Batman zum Wunderland wird. Glücklicherweise ist das seltsame Verhalten ihres Arbeitgebers/Mentors/Freundes Alfred und Robin nicht verborgen geblieben und beide folgen ihm in die Unterwelt Gothams.

Das Heft ist ein einziger Trip, zwar nicht so sehr aus Farben, dafür aus den unorthodoxen Formen von Sam Kieth (Batman – Arkham Asylum:Madness, Lobo, Sandman), der in der Batman-Gemeinde ähnlich zwiespältig gesehen wird wie Legende Kelley Jones. Jones wechselt hier munter zwischen rudimentär gestalteten Kinderzeichnungen, Karikaturen mit verzerrten Proportionen und dann wieder sehr stimmungsvollen und detailreich ausgearbeiteten Bildern. Das muss man mögen. Auch die Panelrahmen und –aufteilung sind hier sehr unkonventionell umgesetzt. Für mich persönlich hat das hier sehr gut funktioniert, da auch der Ton der Geschichte humorig gehalten wird.
Dass die Auflösung der Geschichte dann letztendlich schlingert und fast gegen die Wand fährt, ist zwar nicht schön aber angesichts des vorherigen Unterhaltungswerts zu verschmerzen.

Fazit:
Batman muss unter Droge im Wunderland einen Mord aufklären. Die grafisch herrlich schräge Umsetzung von Kieth Jones machen Batman – Hinter den Spiegeln insgesamt zu einer gelungenen Sache.

Copyright © 2013 by Elmar Huber

 

Bruce Jones
Sam Kieth
DC Premium 82
Batman – Hinter den Spiegeln
Batman: Through the Looping Glas
DC-Comics, USA Januar 2012
Paninicomics, Stuttgart
Dezember 2012
Comic, Paperback
116 Seiten, 14,95 Euro
Aus dem Amerikanischen von
Steve Kups
Coverbild von Sam Kieth

www.paninicomics.de
www.samkieth.blogspot.de