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Perry Rhodan Band 2913 – Das neue Imperium

Michael Marcus Thurner
Perry Rhodan 2913
Das neue Imperium

Der Gäone Gi Barr erzählt die Gründungslegende des Zweiten Solaren Imperiums in Sevcooris. Sie beginnt in der Milchstraße im Jahre 3441, zu Zeiten der Schwarmkrise. Dieses in Heft 500 der Serie überraschend in der Milchstraße materialisierende Gebilde aus unzähligen Sonnen stürzte sie in völliges Chaos, weil schlagartig die meisten Lebewesen ihre Intelligenz verloren. Chaos entstand. Die Immunen mussten überleben, auch an Bord der ORION. Und die Thoogondu brachten sie nach Sevcooris.

Das Ultraschlachtschiff ORION wird im Juli 3441 von der Verdummung durch den Schwarm erfasst. Die Mehrzahl der Besatzungsmitglieder folgen nur noch ihren Instinkten und haben fast alle wichtigen Einrichtungen zerstört, unter ihnen die Beiboote und die Hyperfunkanlage, sodass kein Kontakt zur Außenwelt möglich ist. Besonders gefährlich ist eine Gruppe um einen TARA-III-Uh-Kampfroboter, dessen Bioplasmazusatz verdummt ist und der als Papa Uh, die Machete im Tentakelarm, gnadenlos Jagd auf normal Gebliebene macht.

Auch an Bord der ORION gibt es gegen die Verdummung Immune, so wie in jedem Volk. Die intelligent gbliebenen Menschen haben sich im Bereich um die Zentrale verschanzt. Eine Sondergruppe unter ihnen sind die Homo Superior, besonders intelligente Menschen, die sich überlegen fühlen und ihr Heil in der Rückkehr zu Ackerbau und Scholle sehen. Eine von ihnen ist Lisi Schiller.

Die ORION treibt mit defektem Antrieb auf die Sonne Curicaberis zu. Aber Lisi Schiller, eine begnadete Technikerin, könnte den Impulsantrieb reparieren, wenn sie in den entsprechenden Bereich des Schiffes käme. Der normal intelligente Nikolov, den sie, wie alle Normalos, verachtet, begleitet sie durch die gefährlichen Schiffsbereiche. Auf der konfliktreichen Wanderung verliebt er sich in die kühle, zynische Frau. Sie überschüttet ihn mit Verachtung und lässt sich dann doch umarmen … aus der Situation heraus. Die Wanderung des ungleichen Paares durch vielfältige Gefahren und wechselnde Gefühle füllt den größten Teil des Romans.

Ihre Dialoge, seine Gedanken kommen sicher spannender rüber, wenn man auf kühle Frauen steht. Wenn nicht, kann dieser Teil der Geschichte ein wenig monoton wirken, auch wenn es überall blitzt und knallt, während die beiden zueinander Distanz suchen.

Es gibt starke Gefühle, interessante Diloge und Actionszenen im Kampf gegen Papa Uh und Verdummte, die abwechslungsreich zu lesen sind. Doch gegen Ende des Romans, wenn Idole zum Thema werden, erreicht der Roman das Niveau einer gesellschaftskritischen Satire: Während die schwangere Kommandantin Aponte, die nichts als weint und jammert, zum Vorbild des neuen Sternenreichs wird und jedes Schulkind ihr Tagebuch kennt, werden nach der viel fähigeren Lisi Schiller eben keine Städte und Plätze benannt werden. Aus einem ganz einfachen Grund: Lisi schrieb nicht über sich selbst. Diese Schwäche der modernen Selbstdarstellungsgesellschaft hat sich ins Reich der Gäonen gerettet und wird dort kontrovers diskutiert, immerhin.

(at)

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