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Tony Tanner – Agent der Weißen Väter – 8.26

Das Komplott der Eisernen – Teil 26

Siers Haltung veränderte sich, nahm nun etwas Angespanntes, Gesammeltes an, wie zur Vorbereitung auf einen Sprung. Der Arm mit dem Pendel zitterte leicht, beruhigte sich aber sofort wieder und begann, langsam über die Stadtkarte zu schwenken.

Das goldene Schwert am Ende der Kette setzte sich in Bewegung, begann zu pendeln, mit einem Ausschlag, der von Mal zu Mal größer wurde. Tony Tanner konnte sich diese Bewegung nicht erklären, denn der Arm von Sier war während der ganzen Zeit fast unbewegt geblieben.

Die goldene Kette klirrte leise, als sich das Pendel schlagartig wieder beruhigte. Sier legte den Finger auf die Stelle, die das Pendel angezeigt hatte.

»Hier ist die Stelle, die Sie suchen!«

Tony stand halb von seinem Sitz auf und reckte den Hals.

»Die Stelle suche ich nicht«, erklärte er, »meine Wohnung finde ich immer noch ohne Probleme.«

Siers blaue Augen schauten Tony an, zuerst verärgert, dann belustigt, schließlich verwundert.

Im Hintergrund bewegte sich Crispin Quent. Er war also doch nicht eingeschlafen.

»Das ist erstaunlich«, klang seine Fistelstimme.

»Ich habe noch nie versagt«, zischte Sier empört.

Tony konnte nur die Schultern zucken. Er hatte keine Erklärung dafür, warum gerade das Haus, in dem er wohnte, ausgependelt worden war. Dass die gesuchte Gestalt zusammen mit Tony in einem Haus wohnte, war auszuschließen. Zwar hausten dort kuriose Gestalten – zumindest in den Augen von Tony Tanner waren seine Mitbewohner, von denen die meisten mindestens tausend Jahre alt sein mussten, ziemlich abgedreht – aber sicherlich war darunter niemand, der einem Mister Moon in die Quere kommen könnte. Aber was war es dann? Mit aller Kraft versuchte Tony, aus seinem trägen Hirn irgendeine Idee zu quetschen, musste aber schließlich sein Scheitern eingestehen.

 

Inzwischen war Crispin Quent neben Tony getreten. Er wirkte besorgt.

»Wie ist so etwas möglich«, murmelte er mit seiner Fistelstimme. »Warum geschehen solche Dinge? Erst die dreizehnte Karte, dann dies … das ist ein wenig Furcht erregend.«

Sier stand immer noch halb über die Karte gebeugt, immer noch hing das Schwert an der goldenen Kette vom ausgestreckten Arm, und immer noch stemmte sich die andere Hand mit gespreizten Fingern auf das Kartenblatt.

»Wir sollten den Versuch abbrechen«, wandte Tony nun ein. Er hatte noch nicht zu Ende gesprochen, da flogen Siers Haare auf, angetrieben von einem energischen Kopfschütteln, und auch Quent hob erschreckt die weichen Frauenhände hoch.

»Das geht nicht«, erklärte er. »Wir können nicht einfach aufhören, wenn wir uns auf diese Ebene begeben haben. Die Fäden müssen zu Ende gesponnen und verknüpft werden. Würden sie lose hängen, könnte das zu fürchterlichen Konsequenzen führen.«

In Tonys Ohren klang das ein wenig so, als würde Quent über Stromleitungen reden. Noch einmal zuckte er die Schultern.

»Dann wasche ich meine Hände in Unschuld. Hatte ich eigentlich von dem magischen Nebel erzählt …?«

Und wenn Tony Tanner es gemacht haben sollte, dann wollten Crispin Quent und Siers es dennoch ein zweites Mal hören. Also erklärte Tony das, was er von Mister Moon gehört hatte, ohne allerdings den Namen zu erwähnen.

Siers Augen schienen in dem Licht des kleinen Kabinett-artigen Raumes ihre Farbe verändert zu haben. Nun leuchteten sie in einem tiefen Blau, das wirkte, als werde es von innen heraus angestrahlt. Tony fand diese Augen sehr schön und ziemlich verwirrend. Sier schien diese Wirkung zu erkennen oder zumindest zu ahnen. Der volle, rot geschminkte Mund verlor in einem leichten Lächeln alle Herbheit.

»Und Sie, so sagte es Ihr Gewährsmann, sind derjenige, der den Verborgenen finden und ausschalten kann?«, vergewisserte sich Crispin Quent.

Mit einem Kopfnicken bestätigte Tony und versuchte, dem Blick Siers zu entgehen, diesem plötzlichen so leuchtenden Blick einer erwachten Sphinx.

»Dann muss es eine Verbindung zwischen Ihnen und dem Verborgenen geben«, grübelte Quent und rieb sich die Nase – worauf das weiße Puder abging und faltige Greisenhaut sehen ließ.

»Unmöglich«, widersprach Tony energisch. »Ich kann doch keine Verbindung haben, mit jemandem, dem ich noch nie begegnet bin.«

»Warum nicht?«, entgegnete Quent. »Sie haben auch dieselbe Nationalität wie Millionen Menschen, denen Sie noch nie begegnet sind? Oder vielleicht haben Sie vor zehn Jahren auf demselben Fensterplatz im Flugzeug gesessen, den der Verborgene vor zwanzig Jahren genutzt hatte? Wissen Sie es?«

»Das ist mir jetzt doch ein bisschen zu allgemein«, setzte sich Tony zur Wehr. »Klingt ein wenig nach Sozialpolitik und wir müssen Solidarität üben

 

Kichernd griff Quent nach der Flasche und schenkte in alle Gläser ein. Tony bemerkte es zu spät, um noch abwehren zu können. Es war kein angenehmes Gefühl, wenn in wichtigen Situationen jeder Gedanke bis zu den Knien durch Alkohol waten musste, um sich dann durch Klopfen hinter der Stirn bemerkbar zu machen. Abgesehen davon war der alte Champagner köstlich.

»Natürlich ist es allgemein«, bestätigte Quent, nachdem er mit genießerisch geschlossenen Augen einen Schluck genommen hatte. »Aber das macht die Sache spannend. Und wenn es anders wäre, müssten wir nicht auf das Werkzeug des Pendels zurückgreifen, sondern könnten uns auf blasierte Jungmänner mit Laptops auf den Knien verlassen.«

Dass Crispin Quent blasierte Jungmänner nicht mochte, erstaunte Tony ein wenig. Darauf nahm er einen Schluck und ließ den Rest Kohlensäure zusammen mit dem kräftigen Geschmack über die Zunge tänzeln.

»Also?!«, sagte Sier auffordernd.

Tony verstand nicht ganz und schaute verwirrt auf die ausgestreckte Hand.

»Anfassen!«, befahl Sier.

»Sie müssen eine Verbindung zum Pendel herstellen«, fügte Quent erklärend hinzu. »Sie haben eine Verbindung zu dem Verborgenen, das Pendel soll ihn suchen, also müssen Sie die Verbindung zum Pendel herstellen.«

Zögernd fasste Tony die ausgestreckte kleine Hand an. Es war tatsächlich fast eine Kinderhand, sehr klein und sehr zierlich, mit ziemlich kurzen Fingern. Es war schwer vorzustellen, dass diese Hand ein Schwert führen konnte, und doch hatte sich Tony Tanner bereits davon überzeugen können.

»Richtig«, befahl Sier mit einem spöttischen Lächeln, und Tony stellte sich so, dass seine Finger sich mit den Fingern Siers verschränkten. Es gab Tony einen kleinen Stich, es war eine unerwartete und unerwünschte Intimität, die ihn unwillkürlich an das Verklammern zweier Liebender bei einem Spaziergang – zum Beispiel Tony Tanner und seine Ex-Freundin Francine – erinnerte. Er wollte ein wenig zur Seite rücken, aber Sier zog ihn mit einer überraschend kräftigen Bewegung zu sich, bis seine Hüfte Siers Hüfte berührte. Eine, wie Tony feststellte, weiche und wohl gerundete Hüfte, die auch ohne besondere Kenntnis der Knochenstellung eher an die weibliche Anatomie denken ließ.

Drängte sich Sier an ihn, oder kam ihm das nur so vor? Oder war er es, der ein wenig schwankte, müde und ein bisschen beschwipst, wie er war?

»Sehr schön«, lobte Quent und ließ sich wieder in seinem Sessel nieder. Seine Atemzüge bildeten die einzigen Geräusche, die nun noch zu hören waren.

Sier beugte sich weiter über die Karte und zwang Tony in dieselbe Bewegung. Er spürte, wie sich Siers Muskeln anspannten, wie ein leises Zittern durch den Körper lief, das sich ihm sofort mitteilte. Gespannt schaute er auf das hellrote Haar, das neben ihm auf die Karte fiel. Aber nichts geschah, die Anspannung wurde zur Starre. Die Minuten verstrichen. Tony hätte gern auf die Uhr geschaut, wagte aber nicht, diese Bewegung zu vollführen. In seine Hand floss die Wärme von Sier, er glaubte sogar, den Puls des fremden Herzens zu spüren, als würden sich seine Adern und die von Sier wie zwei Tänzer langsam aufeinander einspielen.

 

Ein plötzliches Zucken weckte Tony auf. Er musste in einer Art Halbschlaf gedöst haben. Sier hatte sich bewegt, vielmehr, schien bewegt worden zu sein und hatte ihn regelrecht angerempelt. Siers Hand umklammerte die seine mit fast schmerzhafter Kraft. Siers anderer Arm, der das Pendel hielt, ruckte zur Seite, verhielt und ruckte mit einer mechanischen Bewegung weiter. Das Pendel folgte mit trägen Ausschlägen, die goldene Kette klirrte, dann kam das schwingende goldene Schwert an ihrem Ende wieder zur Ruhe.

Nichts geschah. Tony glaubte fast, dieses Vorkommnis wäre nicht real gewesen, sondern nur die träumerische Ernte seines Halbschlafes.

Er brauchte eine Weile, bis er es entdeckte. Wenn er ausatmete, bildeten sich in der Luft weiße Wolken. In dem Raum war es eiskalt geworden.

Und war es nun der Gegensatz zu dieser plötzlichen Kälte, die Tony so empfinden ließ, oder schien Siers Hand tatsächlich wie im Fieber zu glühen?

Tony konnte Siers Gesicht hinter dem Vorhang der Haare nicht erkennen. Aber er hörte das schnelle Atmen und sah die Dampfwolken, die hektisch aus Siers Mund fauchten. Dann setzten die Atemzüge aus, Sier schüttelte sich, sank zusammen, und ein tiefes Seufzen ertönte. Tonys Hand wurde wie von einem Schraubstock gepresst, fast hätte er vor Erschrecken und Schmerz aufgeschrien. Sier fiel nach vorn und stützte sich auf Tonys Hand. Noch einmal erklang das Seufzen, wandelte sich zu einem kehligen Stöhnen, das auf der Grenze zwischen Lust und Leid entlangzutaumeln schien, wiederholte sich, wurde tiefer, kollerte wie ein Tierruf aus der Kehle, wie ein Kampfschrei aus längst begrabenen Zeiten. Das Schwert begann zu schwingen, zerrte an der Kette wie ein ungeduldiger Jagdhund, zog den Arm über die Karte.

Siers Atem hatte wieder eingesetzt, schnell, hektisch, gierig, wie nach großer Anstrengung. Vor Siers Kopf stand eine weiße Wolke kondensierter Atemluft, der Schweiß der ineinander verkrampften Hände stieg in dünnen Dampffäden auf. Sier machte einen Schritt zur Seite, dann noch einen, und Tony wurde mitgerissen, hatte keine Möglichkeit, sich gegen die ungeheure Kraft, die von Sier Besitz ergriffen hatte, zu wehren.

Für einen Augenblick konnte er Siers Gesicht sehen und erschrak. Die blauen Augen hatten einen unnatürlichen Glanz, leuchteten hell wie Spiegel, schienen zugleich aus den Höhlen zu quellen. Falten waren in das vorher glatte Gesicht gemeißelt, durchfurchten die Stirn, gruben sich über der Nasenwurzel ein, zogen sich tief von der Nase zum Mund. Dieser Mund war offen und zeigte die weißen Zähne, wütend und wie zum Biss bereit. Es war nicht mehr das Gesicht, das Tony so beeindruckt hatte, es war nun eine Maske, die sich durch die androgynen Züge hindurchdrückte, mehr und mehr jede Spur von Individualität vertrieb. Sier schien in Minuten um Jahrzehnte gealtert zu sein.

Durch die Atemgeräusche – immer schneller, gurgelnd, japsend, als würde Sier die Luft ausgehen – vernahm Tony nun ein anderes Geräusch. Seine Sinne waren überreizt, er musste sich täuschen, hoffte es sogar. Und vernahm es dann wieder, diesmal deutlicher, diesmal ohne die Chance, sich selbst die Stimmen wegzulügen, das zornige Flüstern, das plötzlich im Raum erklang, die vorbeihuschenden Klänge, ihr bedrohliches An- und Abschwellen, jetzt direkt neben Tonys Ohr, dann wieder aus weiter Ferne und dann sofort heranschießend wie ein zustoßender Raubvogel, um hastig unbekannte, unverständliche Worte in sein Ohr zu hauchen. Die Stimmen schwirrten durch den Raum wie ein Mückenschwarm, griffen an wie ein Wolfsrudel, flohen und kehrten zurück.

 

Von Ferne erklang ein lautes Krachen, das Tony zusammenzucken ließ. Auf seine Bewegung antwortete Sier mit einer heftigen Gegenbewegung, als sei er ein Hund, der zu sehr an der Leine zieht.

Wieder krachte es, diesmal näher. Ein Schuss, jemand schoss in der Wohnung! Und ein neues Krachen, noch einmal näher. Tony blickte sich in aufsteigender Panik um. Er versuchte sich von Siers Hand zu befreien und wurde so umklammert, dass er um seine Knochen fürchtete. Knall. Jetzt schon ganz nahe. Wie kam er hier raus? An seinem Ohr erklangen die Kaskaden zorniger Worte, Litaneien von Hass, die er nicht verstand, die ihm aber dennoch den Schweiß aus den Poren zwangen. Knall und noch einmal Knall, noch näher und wieder ferner. Eine Schießerei. Tony stöhnte vor Schmerz unter der klammernden Hand Siers und vor Schreck. Er war in eine Schießerei geraten.

Er sah eine Bewegung aus den Augenwinkeln, zuckte herum, starrte auf die Tür, die langsam aufschwang, einen Herzschlag lang offen stand und dann mit lautem Krachen zufiel. Tony war sicher, dass er für einen kurzen Moment einen Schatten gesehen hatte, der am Rand seines Sichtbereiches entlang huschte, eine kaum merkliche Veränderung der Helligkeit, eine verwischte Schliere, wie über einer heißen Herdplatte. Wenn er mit dem Kopf herumzuckte, war die Erscheinung verschwunden, nur um an anderer Stelle wieder aufzutauchen.

Das Licht flackerte, wurde dunkler und leuchtete dann in schmerzhafter Grelle. Wieder schwang die Tür auf und krachte zu, begleitet vom Lärmen aller anderen Türen. Die Wohnung schien von Wahnsinn ergriffen, Schubladen fuhren heraus und zogen sich knirschend wieder in ihre ursprüngliche Positionen zurück, Schranktüren sprangen auf und schlugen mit kreischenden Angeln zu, Geschirr klapperte, Windböen rissen an den Stoffbahnen und ließen sie knattern wie sturmgepeitschte Segel.

 

Sier stöhnte und begann sich zu winden. Jetzt schien sich Sier zu spalten. In eine schmerzgepeinigte, leidende, sich krümmende Hälfte und in den wie zu Metall erstarrten Arm, der das Pendel führte, ein zuckendes, zerrendes Pendel, das über die Stadtkarte wilderte, witterte und weiterzog, suchte und nachspürte. Sier begann in Krämpfen zu zittern. Die fieberheiße Hand wurde fast schlagartig kalt wie Eis.

Das Schwert stieß auf die Karte und begann, um einen Block am Themse-Ufer zu kratzen. Tony hörte das schabende Geräusch, mit dem das Papier abgeschält wurde, laut wie Maschinenlärm.

»Schluss«, hörte er seine eigene Stimme, »das reicht jetzt.«

Ein Blutstropfen fiel auf die Karte und platzte direkt in dem Feld, das die Spuren des Pendels eingekratzt hatten. Sier stieß ein gurgelndes, schrilles Kreischen aus und hob den Arm ein wenig, um das Pendel freizubekommen. Sobald das kleine goldene Schwert wieder in der Luft hing, begann es zu kreisen, zu wirbeln, immer schneller und schneller, bis ein goldener Kegel von Siers Hand zu hängen schien.

Tony verstand. In all diesem Chaos suchte das Schwert weiter, wurde angetrieben, den Ort noch genauer zu bestimmen. Ein zweiter Blutstropfen fiel auf die Karte, gefolgt von einem weiteren, und dann pladderte eine Folge von hellem Blut auf das Papier, bildete ein zerplatzendes Muster von Rot über dem Blau, Grün und Schwarz der Stadtkarte.

Erschrocken beugte sich Tony vor, um in Siers Gesicht zu schauen.

Der Anblick nahm ihm den Atem.

»Aufhören«, schrie er, »um Himmels willen, aufhören!«

Sier antwortete nur mit einem wütenden Schrei und hob den Arm ein wenig höher. Das Pladdern von Blut wurde zu einem Trommelwirbel, der unnatürlich laut durch den Lärm knallender Türen und flüsternder Stimmen vernehmbar war.

Siers Gesicht war mit Blut bedeckt. Aus den Poren der papierweißen Haut quoll es rot hervor, die geblähten Nüstern waren mit einem roten Rand verschmiert, blutige Tränen drangen unter den Augenrändern hervor und rollten durch die tiefen Falten zum Kinn, wo sie sich zu einem groteskengrausigen Bart sammelten und auf das Papier, den Kragen, das Hemd Siers fielen. In Siers leuchtenden blauen Augen waren kleine Äderchen geplatzt und verdrängten den Glanz.

»Schluss jetzt, verdammt noch mal, es reicht«, brüllte Tony und Sier antwortete mit einer durch die Zähne geknirschten Abwehr und schüttelte den Kopf, dass die Blutstropfen, die das Gesicht mit einem Linienmuster kreuzten, wegflogen.

Tony riss an der Hand, die ihn festklammerte, versuchte, Sier zur Seite zu drängen, hatte aber das Gefühl, gegen ein Riesengewicht anzukämpfen.

Endlich drückte er den Tisch zur Seite, umarmte Sier und warf sich mit ihr zu Boden. Noch während er fiel und sich zur Seite rollte, um Siers Sturz mit seinem Körper abzufangen, bemerkte er die Stille und die Wärme, die wieder zurück in den Raum fluteten.

Tony konnte die Drehung in der Luft vollenden und prallte mit dem Rücken auf den Boden. Der dicke Teppich dämpfte den Aufprall auf ein erträgliches Maß. Siers zierlicher Körper lag über ihm und drückte auf Tonys Sammlung von blauen, grünen und gelbfarbigen Flecken, dass ihm ein Stöhnen entfuhr.

 

Er musste für eine Weile die Augen schließen und sich ganz in sich selbst zurückziehen, musste warten, bis der Schmerz langsam abklang, musste tief atmen, um nicht laut zu schreien. Er spürte Siers Schenkel, die seine Hüfte umklammerten, und schlug die Augen auf. Siers Gesicht hatte sich verändert, hatte alles Maskenhafte verloren und die bekannten herben und doch unendlich anziehenden Züge wiedergewonnen. Siers stützte sich mit den Armen auf Tonys Bizeps, die roten Haare bildeten einen Vorhang, hinter dem Sier und Tony allein waren, sich anschauten und kein anderer Mensch auf dieser Welt Zeuge dieses stummen Gesprächs sein konnte. Siers Augen hatten das unnatürliche Leuchten verloren, nun betrachteten sie aufmerksam, wie gerade erst aus einem Traum aufgewacht Tonys Gesicht, musterten, tasteten, berührten wie mit vorsichtigen, zaudernden Fingerspitzen. Tony erkannte in diesem Blick eine unerwartete vorsichtige Sanftheit oder vielleicht auch etwas anders, das sich schnell hinter einem Vorhang von Spott versteckte.

»Ich hätte ihn bekommen«, sagte Sier.

»Habe ich nie bestritten«, antwortete Tony, »aber der Preis war zu hoch.«

»Zu hoch?«

»Ich will niemanden leiden lassen, um einen Vorteil zu bekommen.«

Sier schürzte spöttisch die Lippen. »Ein Herr vom Scheitel bis zur Sohle«, spottete Sier.

»Man bemüht sich«, sagte Tony. Er wusste, dass Siers Spott nur ein Schutz war, vorgeschoben und aus einem Material, das nicht standhalten konnte. Und er fragte sich, was Sier mit diesem Spott schützen wollte. Aber bevor er zu einem Ergebnis kam, war seine Hand in die Tasche gefahren und hatte ein weißes Tuch zum Vorschein gebracht. Tony hielt es Sier hin und war sich in diesem Moment selbst bewusst, wie kurios diese Geste wirken musste, angesichts dessen, dass Sier nur aufzustehen und in das nächste Badezimmer zu gehen brauchte.

Sier schüttelte den Kopf und blieb in derselben Position – die Beine um Tonys Hüften geklammert und die Arme auf Tonys Arme gestützt und Tony, warum wusste er auch nicht, tupfte die Blutstropfen von Siers Kinn. Während er das machte, erklärte er sich selbst, dass er keine Lust hatte, seine eigene Kleidung durch herabtropfendes Blut verderben zu lassen. Das war eine beruhigende Erklärung, die ihm gefiel. Sier verzog abwehrend das Gesicht, aber einen Atemzug später schloss Sier die Augen und Tony musste das als Aufforderung nehmen. Also tupfte er sorgfältig und behutsam jede Spur von Blut von dem fremden Gesicht, bis die weiße Haut wieder fleckenlos schimmerte. Als er damit fertig war, fragte er sich, wie lange es gedauert haben mochte. Er wusste es nicht. Die Zeit war stehen geblieben.

Sier drehte sich plötzlich auf den Rücken und stieß Tony von sich, sodass er sich ohne eigenes Zutun auf beiden Beinen stehend wiederfand und bevor er sich damit angefreundet hatte, stieß sich Sier mit einer akrobatischen Verdrehung selbst hoch und stand vor ihm. Tony hielt Sier das Taschentuch hin und Sier nutzte es, um mit dem Geräusch napoleonischer Kürassiertrompeten einen Blutpfropfen aus der Nase zu schnauben.

»Behalten Sie es«, sagte Tony schnell, als Sier etwas zögernd mit dem ehemals blütenweißen und nun fast roten Tuch dastand.

»Ich liebe solche Souvenirs.« Damit steckte Sier das Tuch in die Jackentasche.

Von der Seite kam eine Fistelstimme und ließ Tony zusammenzucken. Die Anwesenheit von Crispin Quent hatte er vollkommen vergessen. Quent setzte ein übergeschlagenes Bein wieder auf den Boden und zupfte geziert an seiner Bügelfalte.

»Der Verborgene mag es nicht, wenn man sich ihm nähert«, sagte Quent.

 

Tony schaute auf die Karte. Das goldene Schwert, das Sier als Pendel diente, hatte die Umrisse eines Häuserblocks aus der Karte gekratzt. Wenn Tony den Kartenmaßstab zugrunde legte, dann war das sicherlich etwa einhundert auf zweihundert Meter, viele Eingänge und vier oder fünf Etagen in einem verwinkelten, uralten und völlig verbauten Komplex. Er musste tief durchatmen. Die ganze Aktion hatte ihn immerhin ein winziges Stückchen weitergebracht. Selbst wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, jede Wohnung, jeden Raum, jeden Saal, jede Kammer, jeden Flur, jeden Gang, jedes Treppenhaus, jeden Schacht, jeden Lichthof, jeden Keller, jedes Verlies zu durchsuchen, wäre er damit tagelang beschäftigt gewesen. Und Tony hatte nicht einmal mehr einen Tag. Er schaute auf die Uhr. Es war drei Stunden nach Mitternacht. Ihm blieben vielleicht noch zwölf, gewiss nicht mehr als fünfzehn Stunden. Unmöglich. Die Sache war erledigt.

»Er hat ungeahnte Kräfte, zumindest auf einem bestimmten Gebiet«, fuhr Quent fort und warf Sier einen besorgten Blick zu. Aber Sier hatte sich mit angezogenen Beinen in einen Sessel gekauert und nippte an einem Sektglas. Die Fassade war perfekt, aber dann bemerkte Tony die mühsame Bewegung, mit der Sier das Glas zurückstellte, und erkannte die tiefe Erschöpfung, die den zierlichen Körper ergriffen hatte.

»Ich stehe in Ihrer Schuld«, sagte Tony zu Quent gewandt, der sogleich abwinkte.

»Sie hätten Taura nicht unterbrechen sollen«, murmelte Quent, eher zu sich selbst als zu Tony gewandt.

Wer war Taura?

»Doch«, antwortete Tony, »es war lebensgefährlich.«

»Das wussten wir alle vorher«, sagte Quent. «Aber nun ist das Duell nicht zu Ende gefochten …«

»Falls Sie den ominösen Faden meinen, der nicht verknüpft ist – ich werde diesen Verborgenen finden und ihm den Faden in den Arsch stecken. Das wird Verknüpfung genug sein«, hörte Tony seine eigene Stimme. Sie klang rau und hatte etwas von einem Landsknecht, ihm selbst war sie recht fremd.

Im Hintergrund kicherte Sier. Quent musterte Tony.

»Ja«, sagte er dann, »Sie können das schaffen. Tun Sie es. Sie haben Taura und mir Gnade gewährt, obwohl wir es sind, die in Ihrer Schuld stehen und Ihnen verpflichtet sind. Aber wir sind Freunde. Der Verborgene aber ist Ihr Feind und nun auch unser Feind. Lassen Sie den Gedanken an Gnade nicht aufkommen, wenn Sie ihm gegenüberstehen. Vernichten Sie ihn. Dann ist die Schuld gelöscht und die Bilanz ausgeglichen. Wenn nicht, dann …«

Quent beendete seinen Satz nicht, aber die Besorgnis auf seinem Gesicht sprach eine Sprache, deutlich genug, um jedes weitere Wort überflüssig zu machen.

Sier nahm Tony am Arm und führte ihn zur Tür.

»Zeit für den Abschied«, sagte Sier.

»Ich würde mich freuen, Sie bald wieder in meinen Gemächern begrüßen zu dürfen, Herr Tanner«, sagte Crispin Quent in seiner gravitätischen Art. »Als Gast meiner Soireen oder zu jeder anderen Zeit. Fühlen Sie sich stets willkommen.«

»Tut mir leid, dass Ihre wundervolle Inneneinrichtung ein wenig gefährdet war«, wandte sich Tony an Quent. Der lächelte beruhigend.

»Wissen Sie, wenn unsere Naturwissenschaftler wüssten, welche Erscheinungen wir in diesen Räumen schon erlebt haben, dann würden sie ihre Statistiken und Lehrbücher verbrennen.«

 

Tatsächlich – als Tony nun hinter Sier durch die Räume schritt, war nichts von den Phänomenen, die ihn so erschreckt hatten, zu erkennen. Jeder Vorhang, jede Stoffdrapierung war an ihrem angestammten Platz, keine Falte hatte sich verändert.

Sier telefonierte nach einem Taxi.

Während sie beide im Flur vor der Haustür warteten, fiel kein Wort. Tony suchte nach irgendeinem Anfang für eine kurze Unterhaltung, nach einer witzigen Bemerkung, um das Eis zu brechen. Aber ihn seinem trüben Hirn regte sich nichts und so schaute er gegen die Wand und bemerkte neben sich Sier, die Arme vor der Brust verschränkt und lässig gegen die Wand gelehnt und er spürte Siers Blicke, die ihn wieder abschätzten und ihn langsam, geradezu genüsslich, wie in ein Spinnennetz einwoben.

Das Motorgeräusch des vorfahrenden Taxis war für Tony eine Erlösung und zugleich eine bittere Enttäuschung. Er wollte fort aus diesem Flur und wollte doch bleiben und weiterhin, wie einen warmen Nieselregen im Sommer, die unmerklichen Berührungen der fremden Blicke spüren.

Sier öffnete die Tür und trat ein wenig zur Seite, um Tony hinauszulassen. Dennoch sperrte Siers Arm den Durchgang. Tony zögerte, wartete, dann nahm er behutsam den schmalen Arm und drückte ihn zur Seite. Sier lächelte.

»Bis demnächst«, sagte Sier. Es war kein Abschied, sondern eine Feststellung.

»Tatsächlich?«, gab Tony verblüfft zurück.

»Tatsächlich!«, bestätigte Sier mit schüchternem Spott.

»Ja, dann … sehr schön!«

Tony schritt beschwingt zum Taxi und warf sich auf den Rücksitz. Dann nannte er dem Fahrer die Adresse und wurde sich erst nach einiger Zeit bewusst, dass der Wagen schon fuhr.

Wie hatte Quent Sier genannt? Taura? Einen solchen Namen hatte Tony noch nie gehört. Seine Augen fielen ihm zu. Taura. Das klang wie Laura. Jedenfalls eine weibliche Endung. Zumindest das hatte er am Ende des Tages noch herausgefunden. Taura. Das klang wie die weibliche Form des lateinischen Taurus. Taura – die Stierin. Himmel noch mal – Tonys Kinn fiel auf seine Brust. Die Stierin. Das, was es nicht geben kann. Aber Taura gab es, er hatte sie eben noch berührt. Es gab sie, aber jetzt bitte nicht noch eine Komplikation, nicht wieder die alchemistische Vereinigung der absoluten Gegensätze. Obwohl … Taura … das hatte was … das reizte ja auch irgendwie … Stierkampf einmal anders … mmhh, der Matador im Zweikampf mit der Stierin … Unfug, aber irgendwie dann doch … ja, was eigentlich? … viel zu müde … reizbar, mit dem roten Tuch, mit dem blutigen Taschentuch … reizbar?, nee reizvoll … und dann war Tony Tanner eingeschlafen und der Fahrer hatte Mühe, ihm wieder wach zu rütteln.

***

»Du hast dir nicht mal die Mühe gemacht, mich anzurufen!«

»Es war viel zu spät, ich konnte doch nicht mitten in der Nacht …«

»Papperlapapp, dumme Ausreden, du hättest es machen müssen.«

»Du hättest mich ganz schön angeschrien, wenn ich dich um drei Uhr nachts aus dem Schlaf geklingelt hätte!«

»Und ob ich das hätte, ich hätte dich zusammengefaltet. Aber du hättest mich trotzdem anrufen müssen.«

 

»Lucille, bitte, können wir nicht wenigstens ansatzweise wieder die Pfade des gesunden Menschenverstandes beschreiten?«, bettelte Tony Tanner.

Aber Lucille Chaudieu wollte, das war nur allzu offensichtlich, keinen Common Sense, und sei er noch so gesund, sondern weibliche Logik, von der sie eben schon ein schönes Lehrbeispiel abgeliefert hatte. Sie verschränkte die Arme und funkelte Tony böse an, wobei sie zugleich die Wut der Tigerin und die Sehnsucht der gefangenen Prinzessin nach dem weißen Ritter in einem einzigen Blick vereinte.

»Du warst zu rücksichtsvoll, mich nicht wecken zu wollen? Du liebst nicht«, schmollte sie und schaffte es, Anklage und den Wunsch nach Tröstung für eben dieses erlittene Unrecht in einem Satz unterzubringen.

Tony ergriff ihre Hände und wünschte sich zum ersten Mal in seinem Leben, er wäre stockschwul.

»Lucille«, sagte er sanft und gab seiner Stimme ein gekonnt kehliges Timbre, »du bist heute so wunderschön, dass ich dich am liebsten wie ein Sahnebonbon lutschen würde, du bist eine Göttin und darum gewähre deinem hilflosen Bewunderer etwas Gnade. Ich werde den Boden küssen, den deine Sohlen geheiligt haben, aber ich werde dich nicht nachträglich um drei Uhr nachts anrufen können.«

Lucilles Augen wurden noch eine Spur dunkler. Sie legte den Kopf schräg, wie ein Vogel, der einen Wurm entdeckt hat, und begann zugleich, ein wenig nervös auf ihrem Platz hin- und herzurutschen.

»Du kannst so lieb sein, wenn du nur willst«, flötete sie nach einer nicht allzu langen Denkpause.

»Ich will es doch«, gurrte Tony, »jede Minute und jede Sekunde, ich brenne darauf, dir zu beweisen, wie sehr ich es will …«

Lucille verdrehte daraufhin die Augen und schien einen Moment wie weggetreten, während ihre Hand sich in Tonys Hand verkrallte. Dann holte Lucille tief Luft.

»Das war gar nicht schlecht für den Anfang«, urteilte sie schließlich. «Wir sollten die positive Tendenz nutzen.«

»Lucille, bitte, ich habe was zu erledigen.«

»Och, Tony, bitte, lass uns einfach für eine Viertelstunde in meine Suite fahren und ein wenig über unsere Beziehung nachdenken. Ich finde schon eine Möglichkeit, deine blauen Flecken nicht zu berühren. Glaub mir, ich habe mir da schon eine Taktik zurechtgelegt. Jede Zweisamkeit braucht ab und zu solche Momente intensiven gemeinschaftlichen Eindringens in die Natur dieser Materie …, es gibt da sozusagen noch leere Stellen im gegenseitigen Verstehen, die nur du füllen kannst …«

 

Röchelnd schob sich Tony Tanner drei Finger unter den Kragen und ruinierte damit den doppelten Windsorknoten, den er sich am Morgen liebevoll und routiniert zugleich gebunden hatte. Wenn ihm am Vortag, anlässlich Quents Soiree schon heiß geworden war, hatte er nun das sichere Gefühl, in der Nähe eines Hochofens zu sitzen.

Lächelnd – das Lächeln einer Katze, die gerade eben einen besonders fetten und besonders bunten und besonders schön singenden Vogel verspeist hat – betrachtete Lucille Chaudieu ihr Gegenüber. Die Kopf leicht gesenkt, schaute sie Tony von unten an und lehnte sich zugleich ein wenig über den Tisch, um seine Hände zu ergreifen. Es wirkte so, als würde sie jeden Moment über diesen Tisch gleiten, um diesen nicht mehr gänzlich jungen, aber sicherlich auch noch nicht alten Mann zu verschlingen, der sich gerade mit der Speisekarte von Lucilles Nobelhotel Luft zufächelte.

Tony schielte nervös auf die anderen Tische. Natürlich konnte Lucille in keinem Restaurant erscheinen, ohne sofort alle Blicke auf sich zu ziehen. Und wenn sie nun diese Show abzog, die ja irgendwie, Tony war sich dessen sicher, nicht in das Ambiente dieses Nobelschuppens passte, dann hatte sie noch ein paar Betrachter zusätzlich.

Gut, Tony musste abwägen. Eine kurze Unterbrechung seines sowieso schon gescheiterten Versuches, Heathercroft unmöglich zu machen – oder ein langsam heraufziehender Skandal in einem der besten Hotels von London. Nein, so ein Skandal musste nicht sein. Manchmal musste ein Mann tun, was ein Mann tun muss, um einen Skandal zu verhindern.

»Alles klar«, sagte Tony Tanner entschieden, »wir werden uns nun um die Defizite unserer Beziehung kümmern.«

Lucilles Hände lagen in den seinen, schmal, weich, gepflegt, duftend, manikürt und mit lackierten Nägeln. Schon die Freude, diese Finger halten zu dürfen, war eine Sünde wert. Lucille schaute ihn lächelnd an.

»Lucille?«

Sie machte es verdammt spannend. Sie lächelte ihn an und hatte diesen Blick … diesen Blick …

»Lucille?«

Gut, man wusste, dass Lucille Chaudieu ein gewisses Faible für Spielchen hatte. Aber nun überzog sie. Obwohl sie selbst mit diesem eingefrorenen Lächeln noch hinreißend aussah.

»Lucille – huhu!!«

Tony löste eine Hand und wedelte vor Lucilles Gesicht. Zuerst ohne Wirkung, dann erlosch das Lächeln und sie setzte sich zurück.

»Ich wollte dir noch von Heathercroft erzählen«, sagte sie geschäftsmäßig. Irgendwie schaffte es Tony, seine Gesichtszüge nicht völlig entgleisen zu lassen.

»Hör mal«, sagte er, «wir wollten doch eigentlich … «

»WAS wollten wir?«

»Also, du hattest doch den Vorschlag gemacht, dass wir uns eine Viertelstunde zurückziehen, um … ähm … über unsere Beziehung zu diskutieren.«

Lucille schaute Tony angestrengt an, über ihrer Nase kräuselte sich eine niedliche Falte. Dann erhellte sich ihr Gesicht.

»Richtig, ich erinnere mich. Nun, haben meine Verführungsversuche wenigstens einen kleinen Erfolg gehabt?«

»Sag mal. Warst du eben vielleicht weggetreten?«, erkundigte sich Tony besorgt.

»Weggetreten? Ich? Nur weil ich so scharf auf dich bin.«

»Lucille, ist das zufälligerweise dein Fuß?«

»Nicht zufälligerweise, aber es ist meiner. Was dagegen?«

»Sollten wir unser gemeinsames Mahl nicht beenden und mit der Diskussion in deiner Suite beginnen?«

Lucille strahlte Tony an.

»Wir sollten getrennte Aufzüge nehmen, sonst vernasche ich dich schon zwischen dem dritten und dem vierten Stock.«

Ende der Serie

6 Antworten auf Tony Tanner – Agent der Weißen Väter – 8.26

  • Paule sagt:

    Wer weiß bitte einen Ersatz zum Weiterlesen?
    Ne verworrende Geschichte ist auch Moselblut, gibt es bei beam-ebooks.
    Vielleicht ist es ja Herr Krause unter Pseudonym?
    Danke für Tony Tanner Herr Krause!

  • Paule sagt:

    Nee, Moselblut von Karsten Clemann hatte ich mal vor Jahren als Buch, bei beam gibt es das leider nicht.
    Fällt unter hard boiled woman – Klasse Thriller.

  • Garske, Anke sagt:

    Leider fehlen mir doch tatsächlich Teil 23 und 24 der Geschichte! Wie komme ich da nun noch ran?

    • W. Brandt sagt:

      Ich bin dabei, alle Teile von Tony Tanner und die dazugehörenden PDF-Dateien zu überarbeiten, sodass sie auch auf Kindle und Co. lesbar sind.

  • lattermannmatthi@aol.com sagt:

    Top…bin Tony Tanner Fan. Geht es nach Teil 8 noch weiter ‘ oder …. finden die Stories keinen Abschluß? Wäre Schade … Mal Info… Gruss Matthias

  • W. Brandt sagt:

    Matthias, diese Frage kann nur der Autor beantworten.
    Soweit mir bekannt ist, soll es eine Fortsetzung nicht geben. Ob sich Uwe Krause entschließt, wenigstens einen Abschluss zu schreiben, liegt in seinem Ermessen. Warten wir gemeinsam darauf und hoffen.
    Mann sollte ja nie nie sagen …

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