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Und auf der anderen Seite – Mord! Die Auflösung

Betty Pierce
Und auf der anderen Seite – Mord!

Wie gut sind Sie im Lösen von Rätseln? Hier ist eine kleine Rätselgeschichte, in der alle Anhaltspunkte präsentiert werden.

Der Mann saß halb auf einem großen Stuhl in seinem Schlafzimmer. In seiner rechten Schläfe befand sich ein schwarzes Loch, aus dem Blut in sein Gesicht geflossen war, das den Kragen und die Schulterpartie seines Morgenmantels durchtränkte und auf den Boden tropfte. Unter seiner schlaffen rechten Hand, die über den Arm des Stuhls hing, lag die Waffe.

Inspektor Carr warf einen Blick in den Raum. Alles schien in perfekter Ordnung zu sein. Das Bett war ordentlich gemacht; Federkiele, Tinte, Löschblätter und ein Aschenbecher auf dem Schreibtisch; Lampe, Aschenbecher und Zigarettenschachtel auf dem Nachttisch und die üblichen Bürsten, Scheren, Schuhlöffel, Spiegel und das gerahmte Bild einer Frau auf der Kommode.

Carr schaute, ohne den Körper zu berühren, auf die Wunde.

»Schmauchspuren«, bemerkte er laut.

Der uniformierte Beamte an der Tür fragte: »Selbstmord, Inspektor?«

»Sieht so aus. Ja, sieht ganz so aus«, antwortete er. Er ließ sich auf Hände und Knie fallen, um die schlaffe rechte Hand besser betrachten zu können. Sie war groß und braun. Die Nägel an den ersten beiden Fingern waren sehr kurz geschnitten. Carr blickte auf die andere Hand. Alle fünf Nägel reichten einen Bruchteil eines Zentimeters über die Fingerspitzen hinaus.

Er stand auf und blickte wieder durch den Raum. Nur ein Licht brannte, eine Stehlampe links vom Toten. Alle Vorhänge waren zugezogen und beide Schlafzimmertüren waren offen.

»Hansen«, sagte Carr, »schick mir die Frau herein.«

Sie kam, zitterte und zupfte an einem Taschentuch in ihren Händen.

»Mrs. Jackson, war zur Zeit der Tat jemand im Haus, außer Mr. Jackson und Ihnen?«

Sie schüttelte den Kopf.

»Und ist seitdem etwas verändert worden?«

»Nein«, antwortete sie. «Ich habe darauf geachtet. Ich hatte irgendwo gelesen …«, schluchzte sie vor sich hin.

»Ah! Ich verstehe … Mrs. Jackson, spielte Ihr Mann eine Gitarre oder ein anderes Musikinstrument?«

»Eine Gitarre?«, fragte sie verwirrt. »Aber nein.«

»Kennen Sie einen Grund, warum Ihr Mann sich umbringen sollte?«

Sie zögerte einen Moment und sagte dann langsam: »Ja, er hat damit gedroht, gestern Abend und heute Abend noch einmal, weil … aber ich dachte, er scherzt nur.

»Weil …?«, forderte Carr auf.

»Er hatte herausgefunden, dass ich nicht mehr in ihn verliebt war – es gab einen anderen. Ich war auf der Toilette.« Sie nickte in Richtung der Tür rechts vom Toten. »Ich hörte den Schuss und kam heraus und sah ihn … ich zog meinen Morgenmantel an und rannte …«

»Sie kam auf die Straße gerannt«, sagte Hanson, »und hielt mich fest.

»Ich verhafte Sie wegen Mordverdachts, Mrs. Jackson. Ich habe Ihnen vier Fragen gestellt und Sie haben zweimal gelogen, ein ziemlich schlechter Durchschnitt.«

Woher wusste Inspektor Carr, dass Mrs. Jackson ihren Mann getötet hatte?


Die Auflösung

Die Wunde war in der rechten Schläfe. Jackson war Linkshänder. Er war dabei, sich die Nägel zu schneiden, als Mrs. Jackson den Schuss abfeuerte, und er hatte mit der rechten Hand angefangen. Ein Rechtshänder schneidet zuerst die Nägel seiner linken Hand und umgekehrt. Ein Mann würde wahrscheinlich nicht aufhören, sich die Nägel zu schneiden, um sich mit seiner unbeholfenen Hand ein Loch in den Kopf zu schießen, die Schere auf der Kommode zu ersetzen, zum Stuhl zurückzugehen und zu sterben, und schon gar nicht in der Zeit, die Mrs. Jackson nach ihrer eigenen Aussage gebraucht hätte, um die Tür zu öffnen und ihn auf dem Stuhl zu sehen.


Das Team vom Geisterspiegel bedankt sich bei allen Teilnehmern unseres kleinen Gewinnspiels. Kai K. aus Stuttgart kam der Lösung des Falles am nächsten und erhält damit die Blue-ray Disk ANIARA. Wir wünschen ihm viel Vergnügen und würden uns über ein Feedback freuen.

7 Antworten auf Und auf der anderen Seite – Mord! Die Auflösung