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Fort Aldamo – Band 67

Frank Callahan
Fort Aldamo
Die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker
Band 67

Finnewacker geht aufs Ganze Teil 2

Western, Military, Heftroman, Bastei, Köln, 66 Seiten, 1,80 €, Neuauflage vom 29. 05. 2018, Titelbild von Günter König

Kurzinhalt:
Der Schatz der Konquistadoren befindet sich in Asesinos Händen. Finnewacker fackelt nicht lange und nimmt die Verfolgung auf. Als er Asesino und dessen Begleiter stellt, wird klar, dass der mexikanische Bandolero-Jefe mit dem Gold über hundert Geiseln freikaufen wollte, die sich in Zarcos Händen befinden. Der Bandit überfiel die kleine Ortschaft Santa Marquerita und nahm alle Einwohner gefangen: Kinder, Frauen und Männer. Aus diesem Ort stammen die meisten von Asesinos Companeros.

Zarco fordert 500.000 Dollar und Asesinos Kopf- und das ist wörtlich zu nehmen. Natürlich will Finnewacker den Geiseln helfen und verhandelt mit Zarco. Der aber besteht auf Asesinos Kopf. Nun ist guter Rat teuer …

Leseprobe

»Niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen!«, brummte Master Sergeant Finnewacker gereizt und blickte den fünf Strafsol­daten hinterher, die in Richtung Fort Aldamo marschierten.

Die Festung war wenigstens vierzig Meilen entfernt. Und da die vor einigen Tagen entlassenen Strafsoldaten zu Fuß waren, stand ihnen ein langer Marsch durch die Wüste bevor.

Sergeant Fitzgerald, Finnewackers Stellvertreter, nickte ernst.

»Diesen fünf Querköpfen hast du’s aber mächtig gegeben. Ich bin nur ge­spannt, ob sie auch wirklich zum Fort marschieren. Vielleicht juckt es die Burschen auch, irgendwann die Kurve zu kratzen.«

Master Sergeant Finnewacker, der kommissarische Commander von Fort Aldamo und Spieß der Strafkompanie der US Army, lächelte bissig.

»Das sollen sie nur wagen. Ich schnappe mir die Armleuchter irgend­wann. Doch jetzt gilt es den Schatz der Konquistadoren zurückzuholen. Das ist unsere vordringliche Aufgabe.«

Finnewacker dachte an die Ereig­nisse, die sich in den letzten Tagen in Fort Aldamo und dann später hier draußen in der Wüste ereignet hatten.

Der Strafsoldat Ben Corner hatte durch Zufall einen Geheimgang in Fort Aldamo entdeckt. Er führte vom Pfer­destall aus in ein unterirdisches Ge­wölbe. Und dort fand Master Sergeant Finnewacker mit viel Glück eine alte Schatztruhe, die bis obenan mit Gold­münzen gefüllt war.

Natürlich war die Aufregung groß.

Finnewacker ließ den Schatz wieder einmauern und auch den Geheimgang schließen. Er hatte aber keine Ahnung, dass Ben Corner noch einen zweiten Geheimgang entdeckt hatte, der vom Ge­wölbe nach außerhalb des Forts führte.

Lind Ben Corner und vier weitere Sträflinge wurden drei Tage später entlassen, da ihre Strafzeit abgelaufen war. Sie erhielten Marschbefehle nach Camp Lowell, dem Sitz des Regiments, um von dort ihren Kompanien zugeteilt zu werden.

Ben Corners Plan stand schnell fest!

Das Gold ließ ihn seine ganzen gu­ten Vorsätze vergessen. Er überredete seine vier Kameraden dazu, das Gold zu stehlen. Es bereitete ihnen keine großen Schwierigkeiten, durch den Geheimgang, der hundert Yards vor Fort Aldamo begann, einzudringen und den Goldschatz zu stehlen.

Master Sergeant Finnewacker be­merkte den Verlust erst einen Tag spä­ter, als er das Gold nach Yuma City bringen wollte, um es dort auf einer Bank zu deponieren. Er und Sergeant Fitzgerald nahmen die Verfolgung auf!

Doch Ben Corner, Ray Miller, Joe Ramsey, Tuck Humpfrey und Ken Mitchel hatten riesiges Pech.

Sie fielen einer Horde von mexikani­schen Bandoleros in die Hände.

Sie fielen einer Horde von mexikani­schen Bandoleros in die Hände.

Ihr Anführer war kein anderer als Asesino, einer der gefürchtetsten Ban­diten-Jef es Mexikos.

Er ließ die fünf ehemaligen Straf­soldaten zwar am Leben, nahm ihnen aber das Gold, die Waffen und auch die Pferde ab.

Finnewacker und der kleinwüchsige und krausköpfige Fitzgerald trafen zwei Stunden später auf den geschla­genen Haufen.

Die fünf Männer gaben alles zu. Finnewacker stellte die Straf Soldaten unter Arrest und gab ihnen den Befehl, nach Fort Aldamo zurückzukehren.

Und nun musste er und der kleine Krauskopf alles daransetzen, um Aseino und seiner rauen Meute den Gold­schatz wieder abzujagen.

Das war keine leichte Aufgabe.

Asesino war ein mit allen Wassern gewaschener Höllenhund, der den Goldschatz niemals freiwillig raus­rücken würde.

Zwischen Master Sergeant Finne­wacker und Asesino bestand so eine Art Hassliebe.

Und der Bandolero-Jefe bezeichnete den Commander von Fort Aldamo stets als sein großes Freind.

Die beiden waren schon öfters hart aufeinandergeprallt, hatten aber auch oft zusammengehalten, wenn Not am Mann war.

Doch dieses Mal hatte es sich der Commander vorgenommen, Asesino hart und entschieden in die Schranken zu weisen. Er wollte den Goldschatz der spanischen Eroberer zurückholen.

Finnewacker war natürlich auch klar, dass es dann erneut Schwierig­keiten geben würde.

Zuerst musste er einmal die recht­liche Frage klären, wem der Schatz gehörte. Nach Finnewackers Meinung der amerikanischen Regierung, der auch Fort Aldamo gehörte.

Seine zehn Sergeanten waren da anderer Meinung. Sie wollten das Gold unter sich teilen.

Finnewacker war damit nicht ein­verstanden gewesen. Inzwischen hatten sich die Gemüter beruhigt. Außerdem musste der Goldschatz erst wieder her­beigeschafft werden, um dann zu ent­scheiden, was geschehen sollte.

 

*

 

»Hier sind die fünf Hechte von den Mexicanos überfallen worden«, sagte Master Sergeant Finnewacker und deu­tete auf eine Stelle zwischen Kakteen, Dornenbüschen und Krüppelkiefern.

Sergeant Fitzgerald nickte nur.

Silbernes Mondlicht legte einen milchigen Hauch über das öde und unfruchtbare Gelände. Irgendwo heul­ten hungrige Wölfe. Der Schrei eines jagenden Nachtfalken durchschnitt die nächtliche Stille.

»Die Fährte der zehn Bandole­ros führt in Richtung mexikanische Grenze«, fuhr Finnewacker fort. »Ich glaube nicht, dass wir die Hombres noch vorher einholen können.«

Fitzgerald verzog das Gesicht.

»Das bedeutet mit anderen Worten, dass wir wieder einmal in voller Montur über die Grenze wechseln. Hoffentlich erwischen uns die Rurales oder die mexikanischen Soldados nicht. Auch Colonel Brooke in Camp Lowell hat langsam die Nase voll, dich immer wieder rauszupauken.«

Der Commander von Fort Aldamo winkte ab.

»Ach was, Kleiner. Das sehe ich nicht so eng. Was sein muss, muss eben sein. Und wir würden einen noch schlechte­ren Eindruck hinterlassen, wenn wir nur in unserer Unterwäsche über die Grenze reiten würden.«

Finnewacker grinste schlaff.

Er dachte daran, dass ihm dieser Hundesohn von Asesino erst vor einigen Wochen einen Streich gespielt hatte. Der Bandolero hatte einigen neuen Straf Soldaten zur Flucht verholfen.

Finnewacker war es aber gelungen, Asesino mächtig auszutricksen und die Strafsoldaten wieder einzufangen.

»Vorwärts, Kleiner. Wir folgen den Fährten. Vielleicht holen wir die Hombres doch noch vor der Grenze ein.«

Sergeant Fitzgerald zuckte mit den Schultern.

»Und du glaubst im Ernst, dass Asesino seinem großes Freind Finnewacker den Goldschatz freiwillig gibt? Ich bin davon nicht überzeugt. Das Gold hat einen Wert von mehr als 100.000 Dollar. Das ist eine ganze Menge Geld und bestimmt Grund genug, um großes Freindschaft zu vergessen.«

Finnewacker grinste. Es war aber schon mehr das Zähnezeigen eines ge­reizten Tigers, der einem Lobo an die Kehle fahren wollte.

»Dieses Mal bringe ich Asesino die heilige Mannesfurcht bei, denn ich habe es satt mir andauernd von ihm auf der Nase tanzen zu lassen. Und wenn er den gelben Dreck nicht freiwillig rausrückt, dann hole ich ihn mir mit Gewalt zurück. Darauf kannst du dich verlassen!«

»Wir werden’s versuchen. Dir ist doch klar, dass Asesino manchmal mehr als hundert Companeros um sich geschart hat?«

»Da sagst du mir nichts Neues«, er­widerte der alte Kämpe. »Viel Feind – viel Ehr! Daran haben wir uns eigent­lich in den letzten Wochen und Monaten schon gewöhnt. Meistens kommt’s im­mer knüppeldick.«

»Da muss ich dir zustimmen, mein Alter. Irgendwie scheinst du Gefahr und Abenteuer richtig anzuziehen. Na gut, dann wollen wir mal weiterreiten. Hoffentlich legt uns Asesino keinen Hinterhalt.«

»Warten wir’s ab. Auf jeden Fall nehmen wir das alles nicht auf die leichte Schulter!«

Die beiden Soldaten aus Fort Aldamo fanden schnell die Fährten der zehn mexikanischen Bandoleros und nahmen die Verfolgung auf. Der Vorsprung der Banditen betrug nach Finnewackers Schätzung ungefähr zwei Stunden.

Das war natürlich eine ganze Menge.

Der Commander von Fort Aldamo tätschelte den schlanken Hals seines rassigen Pferdes. Black Devil, so hatte er den Mustang getauft.

Den Rapphengst hatte er vor einigen Wochen von Großer Bär, einem befreun­deten Apachenhäuptling, geschenkt bekommen. Nach anfänglichen Schwie­rigkeiten waren der alte Haudegen und der Rappe gute Freunde geworden.

Finnewacker war aber nach wie vor der einzige Reiter, den der Schwarze Teufel auf seinem Rücken duldete. Je­den anderen katapultierte Black Devil himmelwärts.

Und meistens schaute er dann ziem­lich dumm aus der Wäsche und begann dann erst einmal seine Knochen zu sortieren.

Das war auch Asesino passiert, als er Black Devil stehlen wollte.

Stunden vergingen.

Nach wie vor war von den Bandoleros nichts zu sehen. Die beiden Blau rocke näherten sich immer mehr der mexi­kanischen Grenze. Und wie es aussah, mussten sie wieder einmal in voller Uniform in das Land der Nachkommen Montezumas reiten.

Quelle:

  • Frank Callahan: Fort Aldamo. Die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker. Band 67. Bastei Verlag. Köln. 29. 05. 2018

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