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Einsendeschluss 31.05.2021

Dark Empire

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Western

One shot for Sloan – Teil 4

One shot for Sloan – Eine Kugel für Sloan
Teil 4

Die Zeit bis nach Mitternacht erschien Sloan heute länger als sonst. Die vom Mond erleuchtete Nacht war ungünstig für sein Vorhaben. Von Osten zogen einige Wolken heran und tauchten den Himmel in ein Meer aus Flecken, die sich langsam bewegten. Es waren keine Gewitterwolken und würden deshalb den ersehnten Regen nicht bringen. Hoffentlich verdeckten sie bald den Mond. Außerhalb der Stadt gab er seinem Braunen die Zügel und galoppierte auf sein Ziel zu. Weit genug von der Morgan Ranch entfernt ließ er sein Pferd im Schritt gehen. Im Schutz einiger Wacholderbüsche beobachtete er die Gebäude. Es war alles ruhig. Ein Wachposten war nicht zu sehen. Die Entfernung zur Ranch betrug an die 300 Yards. Der Vorteil, die Strecke zu Fuß zurückzulegen, bestand darin, dass er sich unentdeckt anschleichen konnte. Der Nachteil, er konnte nicht schnell fliehen, falls er entdeckt werden sollte. In langsamem Schritt lenkte er seinen Braunen auf das Ranchgebäude zu. Die Pferde im kleinen Corral Weiterlesen

One shot for Sloan – Teil 3

One shot for Sloan – Eine Kugel für Sloan
Teil 3

Als Sloan in die Stadt kam, stand eine Menschenmenge vor dem Sheriffs Office.

Die Frau, die wild gestikulierend auf Josh einredete, hatte ihre besten Jahre hinter sich. Das harte Leben der Siedlerfrauen forderte ihren Tribut. Die tägliche Mühsal auf ihren kleinen Farmen, um einigermaßen über die Runden zu kommen, Naturkatastrophen, die die Ernten vernichteten, und die vielen Kinder, die sie zur Welt brachten, machten aus hübschen, gesunden Mädchen sehr früh abgerackerte Frauen mit harten Gesichtszügen. Die Frau war sicher noch keine dreißig, aber ihr Gesicht wirkte weit älter. Sie mochte einmal hübsch gewesen sein, jetzt war von ihrer Schönheit nicht mehr viel zu erkennen.

»Sheriff, ich verlange, dass Sie die Mörder meines Mannes bestrafen.« Sie zeigte auf den Toten, der neben dem Wagen auf dem Weiterlesen

One shot for Sloan – Teil 2

One shot for Sloan – Eine Kugel für Sloan
Teil 2

Die Sonne stand tief im Westen, als die Reiter ihre Pferde auf dem schmalen Hügelrücken zügelten. Ihre Silhouetten hoben sich drohend gegen den blutroten Abendhimmel ab. Zwei von ihnen hatten ein Gewehr quer vor sich im Sattel liegen, die anderen die Hände um die Griffe ihrer Revolver gelegt. Aus kalten Augen starrten sie in das Tal zu der kleinen Farm aus hellen Adobelehmbauten herunter. Eine feine Rauchsäule stieg aus dem Kamin auf.

Ihr Besitzer, ein untersetzter, rothaariger Ire, stand am Hauklotz auf dem Hof und hackte Holz. Er blickte auf, als er hinter sich das Schnauben und Stampfen der Tiere vernahm. Im Licht der untergehenden Sonne sahen die Reiter aus wie reitende Teufel. Er schlug die Axt in den Klotz, griff mit der Rechten nach dem Gewehr, das daran lehnte, und Weiterlesen

One shot for Sloan – Teil 1

One shot for Sloan – Eine Kugel für Sloan
Teil 1

Die Abenddämmerung senkte sich über Chadron und tauchte den Himmel in eine metallfarbene Front, hinter der das letzte flammende Rotgelb der Sonne verschwand. Nach tagelangem Reiten unter der heißen Sonne Texas’ hoffte Sloan auf ein wenig Abkühlung in der Nacht. Er spürte die Blicke, die sich in seinen Rücken bohrten. Er war genauso staubbedeckt wie sein hochbeiniger Brauner, der müde im Schritt ging, den Kopf gesenkt. Sloan tätschelte den Hals des Pferdes. Er ritt die Mainstreet entlang, genau auf die Menschentraube zu, die mitten auf der Straße stand und sich um einen Verletzten versammelte. Ihm hatte wahrscheinlich der Schuss gegolten, den Sloan vor wenigen Augenblicken gehört hatte.

»Tut mir leid.« Der Mann klappte seine Arzttasche zu und erhob sich.
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Die Gefangene der Goldräuber – Teil 7

Jennifer hockte in einer Ecke der Hütte. Nach dem ersten Schuss war Barrera aus dem Bett gesprungen und nur mit Hose und Stiefel aus der Tür geschlüpft.

Die Tür wurde aufgerissen, während draußen der Kampf weiterging. Paco sprang herein. »Los, komm her du kleine Hure«, verlangte er, drückte sich an die Wand und schaute durch das winzige Fenster. »Ich habe eine Geisel und töte die Frau, wenn ihr nicht verschwindet«, rief er.

Hinter ihm trat Barrera ein. Er blickte zu Jennifer und winkte sie zu sich. In seinen Augen konnte sie weder Hass noch Zorn oder Angst erkennen. Er blutete aus einer Wunde an der linken Seite.

»Sie ist ein gutes Faustpfand. Die Schweine werden es nicht wagen, sie in Gefahr zu bringen.« Paco grinste hämisch.

»Geh zu deinen Leuten, Muchacha.« Barreras weiche Stimme erstaunte Jennifer.
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Die Gefangene der Goldräuber – Teil 6

Je näher sie dem Platz kamen, an dem sich das Lager befinden sollte, desto angespannter wurden die Männer. Auf den Felsen, auf dem ein Wächter den Eingang zum Lager kontrollierte, gab es nur einen einzigen Weg hinauf. Der Kontrollposten war klug gewählt, da man von oben rundum einen guten Ausblick hatte. Dyson befahl Cole, sich in der Nähe zu postieren, um den Weg im Auge zu behalten.

»Ihr macht auf Banditen. In einer halben Stunde reitet ihr los.« Mehr musste er zu Larry und Basel nicht sagen. Die beiden nickten wortlos, verstauten ihre Mäntel in der Sattelrolle und zogen ihre Hüte tief ins Gesicht. Es würde sich bald herausstellen, inwieweit der Bandit die Wahrheit gesprochen hatte. »Du kommst mit mir.« Der Befehl war an Matt gerichtet.

Cole wählte seinen Beobachtungsposten hinter einer riesigen, sicher schon an die 150 Jahre alten Tanne, die neben der Kiefer vorherrschend in diesem Gebiet war. Rau spürte er die Rinde, als er sich dagegen lehnte. Er hatte sich in ein Spiel Weiterlesen

Die Gefangene der Goldräuber – Teil 5

Die Nacht hatte keinerlei Erholung für Jennifer gebracht. Zu erschöpft war sie gewesen. Sie blickte zur Felsnadel empor, die durch Nebelschwaden in die Höhe ragte. Dort oben sollte das Gold liegen, ihr Verhängnis. In Denver hatte Sie Roseford angefleht, sie laufen zu lassen, doch er hatte zu große Angst vor Barrera. Er hatte ihr gedroht, ihr Gesicht zu zerschneiden, sollte sie zum Anwalt etwas Falsches sagen. Die Furcht, er könnte seine Drohung wahr machen, war zu groß gewesen, irgendetwas zu wagen. Vor allem, da ihr der Anwalt keine Hilfe gewesen wäre. Roseford hätte ihn sofort niedergeschossen. Für Barrera ritt der mieseste Abschaum. Die gierigen Blicke der Banditen drangen bis ihr Innerstes. Sie könnte sich vom Felsen stürzen, zu dem sie gerade hochkletterten. Doch dafür besaß sie nicht den Mut. Sie verachtete sich für ihre Feigheit.

Während ein Mann bei den Pferden blieb, stiegen die anderen empor. Die Gier nach Gold stand den Männern im Gesicht. Unbarmherzig trieben sie Jennifer an. Je länger der Aufstieg dauerte, desto öfter stolperte sie. Bald waren ihre Knie und Handballen aufgeschürft. Ihr Rock verhedderte sich an einem Gestrüpp. Zornig auf sich selbst, auf ihren Weiterlesen