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Secret Service Band 4 – Kapitel 3

Francis Worcester Doughty
Secret Service No. 4
Old and Young King Brady Detectives
Der geniale Bluff der Bradys
Oder: Ihre Verfolgungsjagd zur Rettung einer Erbin
Eine interessante Detektivgeschichte aus dem Jahr 1899, niedergeschrieben von einem New Yorker Detective

Kapitel 3
Im Haus in der 44th Street

Die Vorsichtsmaßnahmen bestanden schlichtweg in einer Änderung des persönlichen Erscheinungsbildes. Dies geschah auf höchst geschickte Weise. Die beiden Bradys waren Meister in der Kunst der Verkleidung.

Old King Brady holte eine weiche Wollmütze hervor, die seinen breitkrempigen Hut ersetzte. Eine Perücke, ein Schnurrbart und eine Weiterlesen

Mosaik Band 3

Hannes Hegen
Mosaik Band 3
Die Bimmel-Bummelbahn

Abenteuer, Comic, Verlag Neues Leben, Berlin, März 1956, 32 Seiten, Texte: Hannes Hegen, Hans Oesterreicher, Zeichnungen: Hannes Hegen, Kolorierung und Tusche: Jochen Arfert, Heinz Handschick

Mit dem dritten Heft der legendären Comic-Bilderzeitschrift Mosaik festigte Schöpfer Hannes Hegen (Johannes Hegenbarth) das Fundament für den langanhaltenden Erfolg seiner Publikation in der DDR. Nach den ersten beiden Heften, die die Digedags – Dig, Dag und Digedag – auf einer abenteuerlichen Orientreise einführten, verlagert Heft 3 das Geschehen in eine dynamische, von Technikbegeisterung und humorvollem Chaos geprägte Reisewelt. Die Erzählung nutzt das Motiv der Eisenbahnfahrt als klassisches literarisches und grafisches Vehikel, um menschliche Schwächen, technischen Pioniergeist und gesellschaftliche Interaktion auf engstem Raum zu parodieren.

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20 Jahre Geisterspiegel: Eine Zeitreise

20 Jahre Geisterspiegel: Eine Zeitreise

Zwei Jahrzehnte. 240 Monate. Unzählige Nächte, in denen wir gemeinsam in die Welt des Unheimlichen, des Phantastischen und des Morbiden eingetaucht sind. Heute blicken wir zurück – nicht nur auf ein Magazin, sondern auf eine Ära.

Alles begann mit einer Vision: Einen Ort zu schaffen, an dem die Grenzen der Realität verschwimmen dürfen. Als wir vor 20 Jahren die ersten Zeilen veröffentlichten, war das Internet noch ein junger, dunkler Wald – und wir waren die Pfadfinder, die sich trauten, vom Weg abzukommen.

20 Jahre Geisterspiegel sind kein Ende, sondern eine Zäsur. Die Dunkelheit ist noch immer voller Geschichten, die darauf warten, ans Licht gezerrt zu werden. Wir danken euch für die Treue, die langen Nächte und die gemeinsame Freude am Schaurigen.

Auf die nächsten zwei Jahrzehnte. Weiterlesen

Der Aschenkreis

Marian Gross
Der Aschenkreis
Die schlafenden Götter des Zorns

Die Zeit im Reich der Sterblichen ist kein Fluss, sondern ein mahlendes Mühlrad, das Fleisch, Kronen und Hoffnungen zu Staub zermalmt. Die Chronisten nennen das Jahr Anno Domini 1055 im Norden oder das Jahr der Asche im Süden. Für den Wandler in den Zwischenreichen sind es lediglich Atemzüge in der Ewigkeit der Verdammnis.

Zwei Reiche, getrennt durch Meere aus Tränen und Jahrhunderten, verbunden durch dasselbe eherne Gesetz: Verrat gebiert Könige, und Blut fordert Blut.

*

Der Himmel über Nordavall besaß die Farbe von geronnenem Gehirn. Es war ein sterbender Tag im Jahr 1055. Das Brüllen der Sterbenden erstarb nicht im Echo der Berge, sondern im mahlenden Geräusch von berstenden Knochen und reißendem Fleisch. Weiterlesen

Sitting Bull – Band 2

Sitting Bull, der Letzte der Sioux
Auf zur Eroberung des Goldtals
1. Kapitel
Ein waghalsiges Unterfangen

Felsen mit seltsamen Formen ragten über der Ebene auf, auf die die Mittagssonne ihre brennenden Strahlen sandte und die sich, so weit das Auge reichte, gleichmäßig grau erstreckte, unterbrochen hier und da von langen Reihen aus Birken. Von den Bergen und ihren felsigen Ausläufern kamen kleine Flüsse oder Bäche herab, die sich in der Ferne im Sand verloren und nur durch die Weidengruppen erkennbar waren, die an ihren Ufern wuchsen. Ganz am Fuße dieser Berge hielt sich eine kleine Anzahl Pferde in einer Geländeunterbrechung versteckt.

An ihrem eigenartigen Zaumzeug und ihrer Ruhe konnte man indianische Rösser erkennen, jene schnellen Mustangs, die, ebenso vorsichtig wie ihre Herren, ihre Anwesenheit niemals durch das leiseste Wiehern verrieten. Ein einzelner Krieger bewachte die angebundenen Pferde, unbeweglich wie eine Marmorstatue, während seine Gefährten im Schatten der umliegenden Büsche lagen Weiterlesen

Metamorphose des Phantoms in der Belle Époque

Vom Logenbesetzer zum Weltverschwörer
Die Metamorphose des Phantoms in der Belle Époque

Eine vergleichende Untersuchung zur literarischen Kontinuität von Gaston Lerouxs Le Fantôme de l’Opéra und Souvestre/Allains Fantômas

Die französische Kriminalliteratur und der Fortsetzungsroman der Belle Époque brachten zwei überlebensgroße Gestalten hervor, die das kollektive Imaginäre des 20. Jahrhunderts tief geprägt haben: Erik, das tragische, orgelspielende Phantom der Oper (Gaston Leroux, 1910), und Fantômas, den Meister des Schreckens (Pierre Souvestre und Marcel Allain, 1911).

Auf den ersten Blick trennen diese beiden Figuren Welten – auf der einen Seite das spätromantische Gothic-Melodram, auf der anderen der nihilistische, moderne Action-Thriller. Betrachtet man sie jedoch durch die Prismen der Wissenschaft und Lehre von der Dichtkunst, der Psychoanalyse, der Raumsemantik und der Medienarchäologie, offenbaren sich verblüffende Analogien.

Es lässt sich die These aufstellen, dass Fantômas die folgerichtig modernisierte Emanzipation des Phantoms der Oper ist – Weiterlesen