Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 22
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 7
Er schritt der Mühle zu und betrat den Eingang. Der andere war ihm gefolgt.
In der Flur, gleich neben dem Treppenaufgang, lag seltsamerweise direkt am Boden ein großer Haufen Mehl. Daneben stand ein Mühlknappe, welcher an einer Holzschaufel einen Stiel befestigte.
»Was liegt denn das Mehl hier?«, meinte Flederwisch im Vorbeigehen, leckte am Finger, tauchte diesen in die weiße Masse und kostete.
»Pfui Deiwel!!«, rief er sofort, heftig ausspuckend. »Wie schmeckt denn das Mehl?«
»Nee, Gabidän, nee«, sang grinsend der Mühlknappe im schönsten Sächsisch, »das is geen Mahl, das is Sie mehrstendeels Gibs, mir Weiterlesen
Die Gespenster – Vierter Teil – 43. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Dreiundvierzigste Erzählung
Die Todesahnung zu Altona
Am 14. April 1780 starb in Altona eine sechsjährige Tochter aus einer mir wohlbekannten Familie. Zur Pflege des Kindes war eine alte, abergläubische Krankenpflegerin angestellt. Da sie angeblich ein Sonntagskind war, sah sie häufig Gespenster sowie spukende Leichenwagen und erhob den Anspruch, die Todesfälle der Stadt ahnen und im Voraus wissen zu können.
Schon oft hatte sie gläubigen Seelen – meist allerdings erst im Nachhinein – beteuert, den Sarg eines Verstorbenen bereits vor dessen Weiterlesen
Jim Jackson – Enthauptet
Jim Jackson
Detektivgeschichten
Enthauptet
Die Aufgabe des New Yorker Sicherheitsdienstes bestand darin, die amerikanischen Milliardäre besonders zu schützen. Die Polizisten wussten, dass diese steinreichen Männer Neid erweckten und Kriminelle von den Reichtümern in ihren prunkvollen Anwesen angelockt wurden.
Jim Jackson war eine Zeit lang bei dieser Abteilung eingesetzt, die man die Milliardärsgarde nannte. Er glaubte nicht, dass den Öl-, Minen- oder Eisenbahnkönigen in ihren von Dienstboten bewachten Anwesen Gefahr drohte, sondern nachts auf der Straße, wenn sie heimkehrten.
Hatte man nicht erst kürzlich gesehen, wie ein dreister Bandit den Platz eines Chauffeurs einnahm, einen Gentleman dreißig Kilometer weit aus New York entführte und so schnell fuhr, dass ein Absprung lebensgefährlich gewesen wäre? An einem Weiterlesen
Das verlassene Haus
Beulah Poynter
Das verlassene Haus
I
Der strömende Regen, der seit einer Stunde unaufhörlich niederging, peitschte uns ins Gesicht. Der Wind pfiff durch die Bäume um uns herum und rüttelte so heftig an unserem kleinen Wagen, dass an ein Weiterkommen kaum noch zu denken war. Ein gleißender Blitz, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Donnerkrachen, ließ mich auf meinem Sitz zusammenzucken und die Hände über den Ohren zusammenschlagen.
»Das war’s wohl!«, rief mein Bruder, der vergeblich versucht hatte, das Auto sicher durch den Sturm zu steuern. »Da liegt ein Baum mitten auf der Straße!«
Er hielt an und richtete den Suchscheinwerfer auf das dunkle Hindernis. Es war ein riesiger Baum, der offenbar vom Blitz getroffen worden war und die gesamte Fahrbahn blockierte.
Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 14
Walter Noble Burns
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 14
Eine Schönheit des alten Fort Sumner
Billy the Kid hatte in seinem Leben viele flüchtige Liebschaften, doch er liebte nur eine einzige Frau. Zumindest ist es das, woran man im Südwesten seit fast fünfzig Jahren glaubt. Seine Liebe zu ihr war der einzige reine Funke Poesie in seiner Seele. Auf seinem Weg in die Hölle schenkte sie ihm seinen einzigen Blick auf den Himmel.
Über die Identität seiner Geliebten wurde viel spekuliert. Dass sie im alten Fort Sumner lebte, gilt als sicher. Als Billy the Kid später aus Lincoln entkam, hätte er – darin ist man sich weitgehend einig – rasch nach Alt-Mexiko fliehen können, wo er vor Verfolgung sicher gewesen wäre. Das Leben und die Freiheit lockten ihn jenseits des Rio Grande. Doch die Sehnsucht in seinem jungen Herzen zog ihn zu seiner Geliebten, und so ritt er auf direktem Weg nach Fort Sumner. Für die eine Frau seiner Träume Weiterlesen
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