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Dunkellicht

Martin Ulmer
Dunkellicht

Mysterythriller, E-Book, Kindle Edition, Papierverzierer Verlag, Essen, Mai 2014, 6,99 €, Covergestaltung: Joachim Sohn

Seit langer Zeit wahren die verfeindeten Bruderschaften des Lichtes und der Dunkelheit im Verborgenen das Gleichgewicht der Kräfte. Doch kurz vor der zweiten Jahrtausendwende droht beiden die Auslöschung, da Ordensbrüder ermordet werden oder spurlos verschwinden. Gejagt von den Söldnern des ominösen Büro 13 geraten Johannes Sturm, ein Krieger des Lichtes, und Antoine Chevallier, ein Gelehrter der Dunkelheit, gemeinsam zwischen die Fronten.
Hilfe erhalten sie von einem neugierigen Magiker und von der geheimnisvollen Ella, die sich den beiden auf ihrer Suche nach Antworten anschließen.
Mitten im Ruhrgebiet, in der Stadt Dortmund, kommt es zum letzten Gefecht, als auch noch eines der letzten Dunkellichtwesen in das Geschehen eingreift …

»Ein Schatten, von der Sonne auf eine weiße Fläche geworfen, gibt uns keine Empfindung von Farbe, solange die Sonne in ihrer völligen Kraft wirkt. Er scheint schwarz oder, wenn ein Gegenlicht hinzu dringen kann, schwächer, halb erhellt, grau. Zu den farbigen Schatten gehören zwei Bedingungen, erstlich, dass das wirksame Licht auf irgendeine Art die weiße Fläche färbe, zweitens, dass ein Gegenlicht den geworfenen Schatten auf einen gewissen Grad erleuchte.«

(Aus: Johann Wolfgang von Goethe: Zur Farbenlehre)

In der Literatur wurde das Wechselspiel zwischen Gut und Böse bereits in den verschiedensten Variationen beschrieben, erzählt und polemisiert; ebenso das von Orden oder Ritter des Lichts und der Dunkelheit. Es verhält sich im Prinzip ähnlich wie bei den verschiedensten Interpretationen der tolkienschen Urfassung von Mittelerde. Im Roman Dunkellicht jedoch geht der Autor Martin Ulmer an die Entwicklung seines Plots und der darin agierenden Charaktere etwas anders heran. Er spielt mit dem kausalen Zusammenhang von Licht und Schatten. Denn dort, wo Licht ist, befindet sich in der Regel auch Schatten. Es ist das Spiel mit dem Licht. Wo kein Licht ist, ist auch keinen Schatten. Diesen kontrastierenden Gegensatz von hell und dunkel, in persona Johannes Sturm und Antoine Chevallier, deren Orden bis auf Messers Schneide verfeindet sind, greift Martin Ulmer auf, um seine Story eine Basis zu geben. Beide Protagonisten müssen erkennen, dass sie nur gemeinsam die Menschheit vor dem völligen Chaos retten können. Doch wäre Dunkellicht kein Mystery-Thriller, wenn in diesem keine Magie vorkommen würde. Und so brechen Johannes und Antoine zusammen mit Ella und dem Magiker Martus auf, um das Buch, das Licht und Schatten wirft, zu suchen.

Dunkellicht ist eine wahre Achterbahnfahrt, nimmt, nachdem der erste »Berg« erklommen, sofort an Tempo auf und hält dieses hohe und rasante Niveau bis zur letzten Seite. Man merkt dem Autor fundierte Kenntnisse aus der Rollenspielszene bei der Entwicklung seiner agierenden Pro- und Antagonisten an, da diese beim Lesen sehr strukturierte und aktionsgeladene Bilder im Kopf entstehen lassen, ähnlich wie auf dem Spielbrett. Dabei kommt aber Ella etwas zu blass weg. Es wäre wünschenswert, wenn der Autor im folgenden Band noch detaillierter auf die einzelnen Charaktere eingehen würde.

Dunkellicht hebt sich vom allgemeinen Mainstream ab, verfällt nicht in Klischees und besticht durch nicht vorhersehbarer Wendungen innerhalb des Plots. Es sind unter anderem die Perspektivenwechsel, die den Debütroman so lesenswert machen; eben das Spiel mit dem Licht in Konkurrenz und Bedingtheit mit dem Dunkel, welches das Cover von Joachim Sohn hervorragend wiedergibt.

Fazit:
Dunkellicht ist keine Schwarz-Weiß-Malerei des ewigen Kampfes zwischen Gut und Böse, sondern ein Beleg dafür, dass man mit dem Plot und den darin agierenden Figuren, welche nicht nur ihre Schokoladenseite zeigen, spielen kann. Martin Ulmer gelingt dies gut und macht seinen Debütroman trotz kleiner Schwächen zu einem mitreißenden Mystery-Thriller, zu einem stimmungs- und actiongeladenen Opener einer Trilogie des Autors.

(wb)