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Slatermans Westernkurier

Slatermans Westernkurier 10/2023

Auf ein Wort, Stranger, kennst du noch Whispering Smith?

Wahrscheinlich nicht, denn Whispering Smith, der mit bürgerlichem Namen James L. Smith hieß, ist außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika so gut wie unbekannt. Dass er dennoch ein Thema dieser Kolumne ist, liegt daran, dass er als Paradebeispiel dafür gilt, wie ein Groschenromanschreiber der damaligen Zeit mit wenigen Heftchen aus jedem x-beliebigen Mann, und sei er noch so verkommen, schlecht und abgrundtief böse, eine Legende machen konnte. Ned Buntline zum Beispiel hat es mit Buffalo Bill und Wild Bill Hickok fertiggebracht und John H. Flood mit Wyatt Earp, aber diese Männer waren wenigstens noch Persönlichkeiten.

Frank Spearman jedoch gelang es, der Leserschaft einen Killer, der nachweislich mehr als ein Dutzend Menschen ermordet hatte, als einen strahlenden Helden zu präsentieren. Das machte er so perfekt, dass sein 1906 erschienenes Buch Whispering Smith ein Bestseller wurde, der sogar den Weg bis nach Hollywood fand. Mehrere Filmstudios machten aus diesem Stoff bis in die Mitte des zwanzigsten Weiterlesen

Slatermans Westernkurier 09/2023

Auf ein Wort, Stranger, wenn wir heute über den Genozid der Ureinwohner Kaliforniens berichten.

Die kalifornischen Indianer waren so sanftmütig wie das Klima, in dem sie lebten. Sie ernährten sich vom Fischfang, von der Jagd und von dem, was auf dem fruchtbaren Boden des Landes wuchs und gedieh. Sie kannten keine Stammesverbände, jedes Dorf hatte seinen eigenen Häuptling, große Krieger oder Anführer gab es unter den friedlichen Menschen nicht.

Ein Umstand, der es den Spaniern im 18. Jahrhundert leicht machte, dieses unkriegerische Volk weitgehend zu unterwerfen, auszubeuten und gewaltsam zu missionieren.

Im Laufe der Jahrzehnte fügten sich die Indianer in ihr Schicksal, nicht ahnend, dass ihr Leben bald zur Hölle werden sollte.

 

*

 

Es begann im Jahr 1848, als in Kalifornien Gold gefunden wurde. Tausende von Weißen strömten aus aller Welt herbei und durchwühlten den Boden auf der Suche nach dem gelben Metall. Die Land- und Jagdrechte der Indianer wurden ignoriert und wer sich widersetzte, wurde erschossen, erschlagen oder aufgehängt.

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Slatermans Westernkurier 08/2023

Auf ein Wort, Stranger, was ist dran am Mythos Cowboy, alles Wahrheit oder nur eine große Lüge?

Hand aufs Herz, denken nicht die meisten Leute beim Wort Cowboy an Lagerfeuerromantik, Freiheit und Abenteuer, an stolze, großgewachsene Männer mit markanten Gesichtern und tief hängenden Colts, an Rinder und holde Mädchen mit blondgelockten Haaren, die sie aus den Klauen mordlustiger Bösewichte oder skalphungriger Indianer befreien?

Schließlich stand und steht es doch auch noch heute in den meisten Western so geschrieben beziehungsweise gaukelte es uns die Filmindustrie vor. Aber dem ist nicht so, denn je mehr man sich mit dem Mythos Cowboy beschäftigt, umso mehr beginnt dieser zu bröckeln und zerfällt schließlich gänzlich, wenn man die tatsächliche Wahrheit über diesen Berufsstand kennt.

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Slatermans Westernkurier 07/2023

Auf ein Wort, Stranger, hast du schon einmal etwas von den blutigen Espinosas gehört?

Im Sommer 1863 fürchteten sich immer mehr Reisende davor, das Colorado Territorium zu durchqueren, und auch dessen Bewohner bekamen es langsam mit der Angst zu tun.

Ein Umstand, der allerdings nichts mit dem Bürgerkrieg zu tun hatte, der nach dem Osten inzwischen auch die westlichen Staaten erfasst hatte und dessen Auswirkungen allmählich bis in die Nachbarstaaten des Colorado Territoriums zu spüren waren.

Es waren vielmehr Berichte über das Verschwinden von Alleinreisenden und einsamen Reitern, deren entstellten Leichen später in abgelegenen Schluchten oder schwer zugänglichen Buschgebieten entdeckt wurden.

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