Ausschreibung

Einsendeschluss 31.05.2021

Dark Empire

Lese-Tipp

Der Fackelzug

Archive
Folgt uns auch auf

Mountain Men Teil 5 – Equipment eines Mountain Man

Die Mountain Men waren ein sehr kleiner und einzigartiger kultureller Teil Amerikas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie unterschieden sich vom Rest der Bevölkerung, indem sie die unberührte Wildnis zwischen St. Louis im Osten und dem spanischen Kalifornien im Westen erforschten und durchstreiften. Sie überwanden dabei reißende Flüsse und steile Berge, nahmen mit der meist indianischen Bevölkerung Kontakt auf, sahen Fantastisches unvorstellbaren Ausmaßes, überstanden zahlreiche Strapazen und erfuhren einige der unglaublichsten Abenteuer. Die Mountain Men waren aber auch Meister der »Lügen«, denn ihre Geschichten beinhalteten nicht nur wirklich Erlebtes.
Sie unterschieden sich nicht von Generationen von Pelzjägern, die es bereits in den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts gab. Sie alle drangen tief in die Wildnis ein, um dem soft gold, dem Biberpelz, auf die Spur zu kommen. Sie ließen ihre Familien zurück, verzichteten auf den Komfort der Zivilisation und richteten ihr Augenmerk auf Anerkennung und Reichtum im Pelzhandel. In all den Jahren wurde das Leben der Mountain Men verklärt und falsch interpretiert. Doch der Mythos dieser Männer soll nicht in Vergessenheit geraten und in einigen ausgewählten Beiträgen unseren Lesern etwas näher gebracht werden.


Equipment eines Mountain Man

Die Ausrüstung des Mountain Man war robust und entsprach den Anforderungen sowie der Entwicklung von Technik und Material jener Zeit. Um das gesamte Equipment transportieren zu können, verwendete er Packpferde oder Maultiere, bei Notwendigkeit verschiedene Arten von Wasserfahrzeugen wie zum Beispiel Kielboote, Pirogen, Kanus oder Bull-boats.
Betrachten wir im Einzelnen einige Ausrüstungsgegenstände:

Gewehre: Das Gewehr war der ständige Begleiter des Mountain Man. Viele verschiedene Arten von Schusswaffen wurden in der westlichen Wildnis benutzt, sowohl Perkussions- als auch Steinschlossgewehre. Gewehre mit glattem Lauf waren sehr beliebt, da sie sich aufgrund ihrer geringen Kosten gut als Handelsware eigneten und sich in kleineren Scharmützeln als optimal erwiesen. Besonders Jäger mochten die Smoothbores, denn sie konnten diese während des Galopps zu Pferde laden und abfeuern.

Eisenfallen: Da die Mountain Men sehr lange unterwegs waren, war es wichtig, dass ihre Fallen so leicht wie möglich sein mussten, ohne dabei an Haltbarkeit und Wirksamkeit zu verlieren. Es gab sehr viele Formen von Fallen. Die Besten und Gefragtesten waren jedoch diejenigen, die sich für den Transport zusammenklappen ließen. Die meisten Fallen wogen etwa 5 Pfund (2,27 kg). Etwas zu schwer für den langen Aufenthalt in der Wildnis, in welcher noch andere Gegenstände und Lebensmittel mitgeführt werden mussten. Aus diesem Grund wurden Fallen mit einem Gewicht von einem Pfund (0,45 kg) und 1¾ Pfund (0,79 kg) bevorzugt.
Im Allgemeinen sind an den Scharnieren der Falle zwei starke Federn befestigt, die das schnelle Zuschnappen der Backen nach dem Auslösen der Falle gewährleisten. Es gab aber auch zum Beispiel Sixspring Beartraps, die mit einer Schraubzwinge gespannt werden mussten, da die Zugkraft der 6 Federn enorm hoch war.
Die Preise für Fallen variierten je nach Größe und Bauart. Im Jahr 1822 musste man für britische und amerikanische Biberfallen 3 Dollar pro Stück bezahlen. Eine teure Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit eine Unze Gold (0,03 kg) etwa 20 Dollar wert war.
Fallen, Federn und andere Fallenteile erwiesen sich beim jährlichen Rendezvous als begehrte Handelsware.

Äxte und Tomahawks: Nachdem sich auch die Indianer für die Eisenaxt interessierten, wurde diese schnell zu einem der wichtigsten Handelsgüter und rangierte in der Beliebtheitsskala hinter den Schusswaffen, Messern und Alkohol. Zu jener Zeit gab es eine Vielzahl von Axtmodellen, die sich ihrem Design nach vom Herkunftsland oder von der Region innerhalb des Herkunftslandes unterschieden. In den westlichen Gebieten der Rocky Mountains gab es vier Hauptbezugsquellen: ab den frühen 1700er Jahren jene aus dem Norden von den Franzosen und später von den Engländern, ab den 1790er Jahren von britischen, amerikanischen und russischen Quellen entlang der Pazifikküste, ab den frühen 1700er Jahren aus dem Süden und Südwesten durch spanische, mexikanische und französische Händler und schließlich aus dem Osten bis zum Missouri River beginnend mit Lewis und Clark im Jahre 1804.
Anfang der 1800er Jahre erhielt man in den Schmieden von Philadelphia und Georgetown eine 5 Pfund schwere Axt für gerade mal einen Dollar, eine 2½ Pfund schwere Axt für 62½ Cent und einen 1 Pfund schweren Tomahawk für 33? Cent. Die Anschaffungskosten für solche Äxte und Beile richteten sich nach der Abgeschiedenheit des Ortes und der lokalen Nachfrage. Oft waren die Preise in den Bergen zwischen 1000 bis 1600 Prozent höher als zum Beispiel die Preise in St. Louis.
Als 1804/05 Lewis und Clark mit ihren Männern in der Nähe der Mandan-Siedlungen überwinterten, stellten die Schmiede unter ihnen eine große Anzahl von Äxten her. Diese wurden zum größten Teil gegen Mais und andere Nahrungsmittel eingetauscht und gelangten über weiteren Handel zu anderen Indianerstämmen. So fanden Mitglieder der Lewis-Clark-Expedition auf ihrer Rückreise bei den Pahamp an der Mündung des Potlach River in Idaho einige der gehandelten Äxte. Der Potlach River liegt etwa 750 Meilen Luftlinie von den Mandan-Siedlungen entfernt. Der damalige Fund bestätigt die Effizienz der Handelsbeziehungen zwischen den verschiedenen Indianerstämmen.
Pipe Hawk: Das Pipe Hawk ist eine spezielle Art von Axt beziehungsweise Tomahawk. Da die Indianer sowohl die Axt als auch das Kriegsbeil begehrten, ist es durchaus nicht verwunderlich, dass beide Arten kombiniert wurden. Ein genaues Datum der Entstehung des Pipe Hawk konnte nicht bestimmt werden, doch ist bekannt, dass es in den frühen 1700er Jahren zum Einsatz kam. Es diente nicht nur als zeremonielles Objekt, sondern auch als Waffe zum Beispiel während des Whitman-Massakers am 29. November 1847.

Messer: Die Messer der Mountain Men unterschieden sich nur wenig zu denen in Europa, die seit dem Mittelalter verwendet worden waren. Darunter befanden sich Long Knives und Bowies. Zu den wichtigsten Arten, die sowohl durch die Mountain Men verwendet wurden als auch als Handelsware dienten, gehören das Clasp Knive, das Butcher Knive, das Scalper, das Bear Knive sowie das Skinning Knive. Variationen davon sind das Green River Knife und das Bowie Knife.

Lucifers: Vor der Erfindung des ersten Streichholzes wurde mit Feuerstein und Zunder oder an sonnigen Tagen mit einem Brennglas ein Feuer angezündet. Diese Methoden waren jedoch nur effizient, wenn man diese auch beherrschte. Nicht immer waren jedoch dieser Varianten des Feuerentfachens bequem und zuverlässig. Zum Beispiel ist es praktisch unmöglich, eine Kerze oder Öllampe direkt unter Verwendung dieser Verfahren anzuzünden.
1826 entdeckte der englische Apotheker John Walker per Zufall, dass sich eine Mixtur aus Schwefelsäure, Kaliumchlorat, Gummiarabikum und Stärke durch Reibung an einer rauen Oberfläche entzündet. Er ließ sich seine Erfindung nicht patentieren, was sich Samuel Jones 1828 zunutze machte. Dieser stieg groß ins Geschäft ein und verkaufte die Erfindung des John Walker unter dem Namen Lucifer.

Text- und Bildquellen:

  • Bernard DeVoto: Across the Wide Missouri, First Mariner Books edition, New York, 1998
  • F. A. Wislizenus: A Journey to the Rocky Mountains in the Year 1839, Missouri Historical Society, 1912
  • A. R. Harding: Deadfalls and Snares – A Book of Instruction for Trappers About These and Other Home Made Traps, Published by A. R. Harding, Publisher 106 Walnut Street St. Louis, Mo, 1907
  • www.legensdofamerica.com

Copyright © 2012 by Wolfgang Brandt