Lese-Tipp

Wahrer Erfolg

Download-Tipps

Jim Buffalo – Band 3

Archive
Folgt uns auch auf

Perry Rhodan Band 2916 – Gestohlenes Leben

Kai Hirdt
Perry Rhodan Band 2916
Gestohlenes Leben

An Bord des Sprosses KYLLDIN werden der Khasurnbaron Vergeo da Gnotor und die greise Mehandor Quendressa verjüngt sowie das behinderte Kind Kylldin geheilt. Dieses Pflanzenschiff verteilt Unsterblichkeit als Zelldusche. Die arkonidische Kommandantin Zaroia da Bargk ist beauftragt, den unkontrollierten Run auf die Quelle der Jugend zu unterbinden und muss sich außerdem in Machtspielen behaupten. Überraschend taucht die GOS’TUSSAN II auf, das seit drei Jahrzehnten verschollene Flaggschiff des arkonidischen Imperators. Da Bargk hat das fragwürdige Vergnügen einer Audienz bei Bostich, der sein längst zerfallenes Kristallimperium beansprucht.
Der alternde Khasurnbaron da Gnotor, durch eine Krankheit ohne seinen Extrasinn, was für einen Arkoniden seiner Position eine Behinderung darstellt, fliegt in den Spross KYLLDIN ein, der fremd und riesengroß auf seinem Raumhafen steht. Er trifft die siebenjährige Kylldin, das behinderte Kind, das dem Sprossraumschiff zum Wachstum verhalf, und ihre Großmutter Quendressa, betrachtet das Meer von Falten in ihrem Gesicht. Der Bhal – Kommandant – des Pflanzenschiffs führt sie zum Physiotron und erklärt das Procedere: Der Körper werde in seine Jugendform zurückgeführt. Und zwar entspreche jeder Durchgang 62 Arkonjahren. Man macht im Bedarfsfall mehrere Zyklen, bis die Person jung ist.

Wer vehement protestiert, ist Quendressa. Auf keinen Fall werde sie sich in so ein Ding stellen. Doch als der Bhal Kharnain erklärt, das Gerät könne ihre Enkelin heilen, ändert sich alles. Die Greisin will selber das Risiko eingehen, um sicher sein zu können, dass der Prozess dem Kind nicht schadet. Sie zieht sich aus, und der faltige alte da Gnotor tut es ihr nach. Der Rest ist Blau, Licht, Schmerz und Erlöschen.

Als da Gnotor aufwacht, ist sein Körper jung und stärker denn je, muskulös und hormonerfüllt. Der Anblick der rothaarigen Schönheit Quendressa haut ihn um. Wie ihre Gespräche vom Gemecker der Alten ins Flirten der Jungen übergehen, ist gar köstlich zu lesen. Doch unterscheiden sich ihre Einstellungen sehr: Quendressa genießt die neue Jugend in vollen Zügen, während er unter der Entfremdung von seinen Erinnerungen leidet. Doch alle Erinnerungen, die älter sind als da Gnotors aktueller Körper, fühlen sich schal und seltsam an, lösen keine Gefühle mehr aus, tun nicht mehr weh. Er zweifelt: Sind sie die eigenen? Noch dazu wird sein wieder erwachter Extrasinn beleidigend, unverschämt, aggressiv, paranoid. Der Arkonide versucht sich zu erinnern: War er immer so? Oder doch nicht? Und wird er für irgendetwas missbraucht? Die Geschehnisse, die nun folgen, geben zu denken.

Die Kommandantin Zaroia da Bargk verfolgt die militärischen Geschehnisse um den Spross, die Machtspiele, die Vorkehrungen zum Schutz von Bevölkerung und Baronie. Ihr Gegenspieler ist ihr Erster Offizier Eveeias da Corba, ein Ambitionierter, dessen Extrasinn und Rücksichtslosigkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Es geht um die Abwehr der vielen Schiffe, die sich an den Systemgrenzen versammelt haben. Die beiden diskutieren die politische Lage und die machtpolitischen, militärischen und moralischen Implikationen der Handlungsmöglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen.

Dann erlebt da Bargk eine ganz andere Verschiebung des Machtspektrums: Ein gigantisches Schiff taucht auf, aus zwei miteinander verbundenen Gwalon-Kelchen zur Hantelform verbunden. Sie erkennt die GOS’TUSSAN II, das Flaggschiff des als Imperator des Kristallimperiums veschollenen Bostich. Sie kontaktiert das Schiff und wird nach einigen Machtspielchen an Bord gelassen. Bostichs Anblick erschreckt sie, obwohl sie schon vom Import fremden Erbguts in seinen Körper gehört hat. Immerhin: Bostichs Wille ist stärker denn je. Er erkennt die Auflösung seines Imperiums nicht an.

Auch wenn die starke Schlussszene ihren Reiz hat, der Vorzug des Romans liegt in seinem klaren Aufbau, in den subtil geschilderten, aber zum Teil ganz schön frechen inneren Vorgängen rund um Jugend und Alter und in den pragmatischen Überlegungen zum Machterhalt.

(at)