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The Frankenstein Theory

The Frankenstein Theory
Originaltitel: The Frankenstein Theory, USA, 2013
Mad Dimension, Wedel im Vertrieb von Alive AG, Köln, 23.05.2014
Horror, 1 DVD im Amaray Case, ca. 83 Minuten, 13,99 EUR, FSK 16, Regie: Andrew Weiner, Drehbuch: Andrew Weiner, Vlady Pildysh (nach Charakteren von Mary Shelley), Darsteller: Kris Lemche, Joe Egender, Timothy V. Murphy, Eric Zuckerman, Musik: James T. Sale

Um seinen wissenschaftlichen Ruf und die Reputation seiner Familie wieder herzustellen,  begibt sich Professor Jonathan Venkenheim (Kris Lemche) mit dem Filmteam seiner Studienfreundin Annie (Christine Lakin) auf eine Expedition zum nördlichen Polarkreis. Venkenheim vertritt die These, dass Mary Shelleys Roman Frankenstein keine bloße Erfindung ist, sondern einen wahren Kern besitzt. Einer seiner Vorfahren soll nicht nur die Vorlage für die literarische Figur des Viktor Frankenstein geliefert haben, er soll auch ein künstliches Geschöpf erschaffen haben, das Frankensteins Monster aus dem Roman gleicht. Indizien überzeugen den Wissenschaftler, dass die Kreatur tatsächlich, wie im Roman beschrieben, ins ewige Eis geflohen ist und dort bis heute überlebt hat. Über Kanada reist die Gruppe in die Arktisregion und verfolgt die Spuren der Kreatur, bis sie schließlich der Wahrheit ins Gesicht blicken.

Mit The Frankenstein Theory liegt ein weiterer Beitrag auf dem derzeit überquellenden Found Footage-Wühltisch vor. D.h. die komplette Handlung wird aus einer subjektiven (Hand-)Kameraperspektive vermittelt. Angenehm fällt auf, dass es sich hier nicht um den x-ten Paranormal Sonst was oder Haunted House-Aufguss handelt, sondern dass die Protagonisten planmäßig vorgehen und ein konkretes Ziel vor Augen haben, was dem Film auch einen roten Faden und einen willkommenen Spannungsbogen beschert. Die »Glaubwürdigkeit« von Venkenheim wird dadurch unterstützt, dass er zunächst seine Indizien präsentiert, wie etwa Bildzeugnisse eines Labors seines Ahnen und die außergewöhnlichen zeitlichen Muster an Tiertötungen, die im vermeintlichen Aufenthaltsgebiet der Kreatur vorkommen. Damit wird The Frankenstein Theory – in seiner filmischen Realität – auf eine einigermaßen belastbare Grundlage gestellt. Was die Interaktionen der Expeditionsteilnehmer angeht, ist Vorhersehbarkeit angesagt. Annie und ihr Filmteam kennen sich natürlich, Venkenheim dagegen steht trotz der Vermittlungsversuche seiner Kommilitonin mit seiner hanebüchenen Theorie auf einem einsamen Posten. Die Unsicherheit wird mit Humor überspielt. Als die Bedrohung immer greifbarer wird, eine Umkehr aber immer weniger möglich erscheint, eskaliert die Situation schrittweise. Schade nur, dass ein Bild, wie es das Cover suggeriert, im Film überhaupt nicht vorkommt. Außerdem fragt man sich einmal mehr, wie denn das Filmmaterial wieder in die Zivilisation gelangt ist.

Venkenheim-Darsteller Kris Lemche steht zwar nicht auf der A-Liste der Schauspieler, ist aber auch nicht gerade ein Neuling und war neben Seriengastauftritten schon in den Genreproduktionen in Ginger Snaps, Final Destination 3, Existenz und In Time dabei. Einen längeren Auftritt als Führer hat der Ire Timothy V. Murphy, den man aus zahlreichen Serien kennt und immer gern als (russischer) Bösewicht von Dienst besetzt wird.

Fazit:
Insgesamt kann The Frankenstein Theory trotz einiger lang geratener Szenen durch seinen soliden Unterbau überzeugen. Bestens geeignet als Kontrastprogramm zum Pseudogothic-Blockbuster Ich, Frankenstein.

(eh)