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Im Original Pierre Souvestre und Marcel Allain

Fantomas – Kapitel 22

Der Papierfetzen

Es war drei Uhr, als Juve in der Rue Levert ankam. Er fand die Concierge der Nummer 147, die gerade ihren Kaffee trank.

Erstaunt über die Ergebnisse des Commissaire, deren Details sie aus den spektakulären Artikeln in der von ihr bevorzugten Tageszeitung entnommen hatte, empfand Madame Doulenques eine höchst respektvolle Bewunderung für den Inspektor der Kriminalpolizei.

»Dieser Mann«, versicherte sie ständig Madame Aurore, »es sind nicht Augen, die er in seinem Kopf hat, es sind Teleskope, Lupen! Er sieht alles in einer Minute – auch wenn es nicht da ist!«

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Fantomas – Kapitel 21

Lord Belthams Mörder

Es war kurz vor Mitternacht. Im ganzen Haus herrschte absolute Stille.

Aber Lady Beltham war nicht ins Bett gegangen. Obwohl sie in der großen Halle, in der sie ihre Arbeit verrichtete, geblieben war, konnte sie sich in keinem Bereich niederlassen. Sie hatte ein wenig gelesen und einen Brief begonnen, stand auf und setzte sich wieder hin. Schließlich, als sie anfing, zu frösteln, hatte sie einen Sessel bis zum Kamin geschoben, in welchem gerade ein Holzscheit ausbrannte, streckte ihre Pantoffeln zur Wärme hin aus und fiel in einen Wachtraum.

Lady Beltham hörte ein Geräusch. Sie setzte sich aufrecht hin. Zuerst dachte sie, es sei ein Trick der Fantasie, aber einen Augenblick später wurde der Lärm lauter. Lady Beltham vernahm eilige Schritte und Stimmen, die Weiterlesen

Fantomas – Kapitel 20

Eine Tasse Tee

Nach dem tragischen Tod ihres Mannes zog sich Lady Beltham, deren früheres Leben zum Asketischen geneigt war, in den fast vollständigen Ruhestand zurück. Die Welt der Ausgelassenheit und Mode kannte sie nicht mehr. Aber in der Welt, in der Armut und Leiden herrschen, auf Krankenstationen und schmutzigen Straßen, war oft eine große und schöne Frau zu sehen, die ganz in Schwarz gekleidet war, mit bemerkenswerten Gebärden und ausdrucksvollen Augen, ruhig und ernst, die Almosen und Trost spendete, während sie sich bewegte. Es war Lady Beltham, freundlich, gut und sehr bedauernswert, die sich dem Werk der Wohltätigkeit verpflichtete, dem sie ihre Tage gewidmet hatte.

Doch sie hatte sich nicht von Trauer unterdrücken lassen. Nach der Tragödie, die sie zur Witwe machte, hatte Weiterlesen

Fantomas – Kapitel 19

Jérôme Fandor

Schnellen Schrittes, pfeifend und unbeschwerten Herzens öffnete Juve die Tür des kleinen Zimmers, in dem er Charles Rambert verlassen hatte, und blickte auf den schlafenden Jungen.

»Es ist schön, jung zu sein«, bemerkte er gegenüber dem Mann, den er als Wächter zurückgelassen hatte. »Dieser Junge stürzt sich in die wildesten Abenteuer, streift das Schafott um einen Zentimeter, und doch schläft er nach einer späten Nacht so friedlich wie jeder Kanzler der Ehrenlegion!« Er rüttelte den Jungen behutsam mit einer Hand. »Steh auf, Faulpelz! Es ist zehn Uhr: Höchste Zeit für mich, dich mitzunehmen.«

»Wohin?«, fragte der unglückliche Junge und rieb sich die Augen.

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Fantomas – Kapitel 18

Ein Gefangener und ein Zeuge

Juve hatte in einem Befehlston gesprochen, der keine Antwort hervorrief. Seine scharfen Augen schienen durch Paul zu dringen und seine innerste Seele zu lesen. Das Flackern der Straßenlampe warf fahles Licht um den Jungen, der sich offensichtlich aus dessen Kreis entfernen wollte, aber Juve hielt ihn fest.

»Komm schon, antworte! Du bist Charles Rambert und du warst Mademoiselle Jeanne?«

»Ich verstehe nicht«, erklärte Paul.

»Wirklich!«, grinste Juve. Er rief ein vorbeifahrendes Taxi. »Steig ein«, befahl er kurz, schob den Jungen vor sich hinein, gab dem Fahrer eine Adresse, stieg in das Taxi und schloss die Tür. Juve saß da und rieb sich die Hände, Weiterlesen

Fantomas – Kapitel 17

In Saint-Anthony’s Pig

»Bezahl mir einen Krug, und ich werde dir zuhören«, sagte Hogshead Geoffroy zu seiner Schwester.

Nach zahlreichen Besuchen in den vielen Bars und Trinklokalen, die den Markt umgaben, nahmen sie endlich im Saint-Anthony’s Pig, eine der beliebtesten Tavernen im Viertel, ein spätes Abendessen zu sich. Geoffroy hatte sich damit abgefunden, auf das Ergebnis der Untersuchung warten zu müssen, da dieses erst am folgenden Tag bekannt gegeben werden sollte.

 

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