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Der Wolfmensch Band 3

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Im Original Pierre Souvestre und Marcel Allain

Fantômas – Kapitel 32

Auf dem Schafott

Es war noch dunkel.

In der Kühle des Morgens eilte eine Menschenmenge über die Gehwege und strömte in die Straßen. Die Boulevards waren voll von Menschen, die alle zügig auf ein gemeinsames Ziel zusteuerten. Es war eine unbeschwerte, singende Menge, die die Refrains beliebter Lieder sang und in die offenen Restaurants, Weinlokale und Trinkhallen strömte.

Es fiel auf, dass alle diese Spätzügler zu einer von zwei stark voneinander getrennten Klassen gehörten. Sie waren entweder reich oder arm; sie kamen entweder aus den Nachtlokalen oder sie waren die armen Teufel ohne Häuser oder Herde, die von einem Jahr auf das andere durch die Stadt streifen. Es gab Gauner, deren Gesichter vom teuflischen Rausch des Alkohols strahlten, Bettler und junge Männer – allesamt junge Männer – mit glattem, Weiterlesen

Fantômas – Kapitel 31

Tödlicher Verrat

Die Rue Messier 22 war ein verkommenes einstöckiges Haus, das einem Winzer gehörte, der selten nach Paris kam. Sie war feucht, schmutzig, verfallen und hätte von oben nach unten saniert werden müssen, wenn sie bewohnbar gemacht werden sollte. Es gab eine lange Folge von sogenannten Bewohnern dieser Bruchbude, dubiose, verruchte Typen, die größtenteils, ohne Miete zu zahlen, gingen, wobei der sich der Hausverwalter nur zu sehr freute, wenn diese gelegentlich ein paar miserable Möbel oder abgenutzte Küchenutensilien hinterließen. Er fand es immer schwieriger, das erbärmliche Haus zu vermieten, und es stand wochenlang unbewohnt da. Aber eines Tages, vor etwa einem Monat, war er erstaunt, als er ein Mietgesuch von jemandem erhielt, das kaum leserlich mit Durand unterzeichnet war. Er war noch mehr erstaunt, als er im Umschlag Banknoten fand, welche die Miete für ein Jahr im Voraus ausmachten. Erfreut über diesen unerwarteten Glücksfall und sich selbst beglückwünschend, erachtete er es nicht mehr für notwendig, das Haus auf eigene Kosten zu reparieren – jetzt, da er einen Weiterlesen

Fantômas – Kapitel 30

Eine Verabredung

Anmerkung: Das neue Cover stellte uns Markus Lawo zur Verfügung. Dafür gilt ihm unser Dank.

Der letzte Vorhang bei der Uraufführung des neuen Dramas im Grand Treteau war gefallen.

Die Nacht war ein langer Triumph für Valgrand gewesen, und obwohl es sehr spät war, hatte sich die Baronne de Vibray, die sich als liebste Freundin des großen Tragikers bezeichnete, hinter die Kulissen geschlichen, um ihm Lob und Glückwünsche auszusprechen und einen kleinen eigenen Triumph zu feiern, indem sie ihre Freunde dem Helden der Stunde vorstellte. Vergeblich hatte Charlot, der alte Garderobier, versucht, ihr Eindringen in Weiterlesen

Fantômas – Kapitel 29

Urteil und Urteilsspruch

Wieder einmal lief eine Welle der Begeisterung durch den Gerichtssaal. Es war keine einzige Person anwesend, die nichts von Juve und seinen wunderbaren Taten gehört hatte oder ihn nicht als eine Art Helden ansah. Alle lehnten sich nach vorn, um ihn zu beobachten, als er dem Gerichtsdiener zur Zeugenbank folgte, völlig unbeeinflusst von seiner Art und Weise und ohne zu versuchen, aus seiner Popularität Kapital zu schlagen. Tatsächlich schien er eher verunsichert, fast nervös zu sein, wie einer der ältesten anwesenden Journalisten hörbar bemerkte.

Er legte den Eid ab und der Präsident des Gerichtshofs sprach ihn mit freundlichen Worten an.

»Sie sind mit der Vorgehensweise sehr vertraut, Monsieur Juve. Was würden Sie lieber tun? Dass ich Sie Weiterlesen

Fantômas – Kapitel 28

Das Schwurgericht

»Ich rufe Lady Beltham auf!«

Es war ein perfekter Maifeiertag, und jeder, der aus irgendeinem Grund so tun konnte, als ob er zu den Pans gehören würde, hatte sich vorgenommen und versucht, die Erlaubnis zu einem Prozess zu erhalten, über den die Öffentlichkeit seit Monaten sehr aufgeregt war: der Prozess gegen Gurn wegen des Mordes an Lord Beltham, Ex-Botschafter und führender Mann der Modebranche, dessen Mord zwei Jahre zuvor für ein großes Aufsehen gesorgt hatte.

Die vorläufigen Formalitäten des Prozesses hatten nichts gebracht, was die Gaumen der sensationslüsternen Menge kitzelte. Die Anklage war fast unhörbar gewesen, und sie enthielt außerdem nichts, was nicht bereits von Weiterlesen

Fantômas – Kapitel 27

Drei erstaunliche Vorfälle

Nibet beendete seinen Dienst um fünf Uhr morgens und kehrte in sein eigenes Haus zurück, um ins Bett zu gehen. In der Regel schlief er nach einem Nachtdienst wie diesem sofort ein, aber dieses Mal konnte er kein Auge schließen und war viel zu besorgt über die Folgen seiner Mitwirkung bei Gurns Flucht.

Wenige Minuten vor sechs Uhr abends hatte er den Umstand ausgenutzt, dass keine Wärter im Begriff waren, Gurn von Zelle 127 in Zelle 129 zu schaffen, woraufhin er sich auf das Dach begeben konnte. Als er schließlich zum Dienst kam, öffnete Nibet den Türspion der Nummer 127, wie er es bei allen anderen tat, und sah, dass Gurn eine wunderbare Attrappe in das Bett gelegt hatte: Sie war so gut, dass sie sogar einen Oberaufseher täuschte, der eine einzige schnelle Inspektion aller Zellen durchführte, als Nibet in der Nacht auf einem seiner Weiterlesen