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Hellraiser: Revalations – Die Offenbarung

Um sich die Hörner abzustoßen, machen sich die Teenager Steve und Nico auf zu einem Trip nach Mexiko. Das Ganze läuft auch wie geplant – der Tequila tut seine Wirkung und eine Nutte hat die beiden gleich um den Finger gewickelt – bis ein Unfall zum Tod des Freudenmädchens führt, was erheblich auf die Partystimmung drückt. Auf der Flucht werden Steve und Nico plötzlich von einem verwahrlosten Penner angesprochen, der ihnen einen geheimnisvollen Würfel offeriert. Als Nico sich daran macht, die versprochenen Freuden zu erfahren, treten die Cenobiten um Pinhead auf den Plan.
In der Gegenwart treffen sich die Familien von Steve und Nico am Jahrestag ihres Verschwindens, denn die beiden wurden seit ihrem Mexikotrip nicht mehr gesehen. Da steht plötzlich der arg mitgenommene Steve vor der Tür.

Das Gerücht macht die Runde, dass Dimension Films einen neuen Hellraiser-Film produzieren musste, um nicht die Rechte an dem Franchise zu verlieren. Da das geplante Remake bisher nicht zustande kam, wurde dieser inzwischen neunte Teil für angeblich lasche 300.000 Dollar produziert. Sieht man das fertige Ergebnis, neigt man dazu, dem Glauben zu schenken, denn Die Offenbarung sieht durchgehend aus wie eine Folge einer mittelklassigen Fernsehserie. Dabei gab es nach den »klassischen« ersten vier Teilen durchaus noch sehr ansehnliche Hellraiser-Sequels, allen voran Hellraiser: Inferno, der – obwohl hier schon die Cenobiten pure Staffage waren – mit einer eigenständigen Geschichte und einer beklemmenden Inszenierung überzeugte.
In Die Offenbarung wird dagegen, trotz guter Ansätze, kein Fettnäpfchen ausgelassen. Auf der Habenseite kann der Streifen immerhin eine einigermaßen brauchbare Story, die Erzählweise (die Handlung springt anfangs zwischen Vergangenheits- und Gegenwartshandlung), das Found-Footage-Element und die Reminiszenzen an den ersten Hellraiser-Teil vorweisen (wir sehen den gehäuteten Nico, der seinen Freund drängt, für ihn zu töten, damit er sich wieder regenerieren kann). Dramaturgische Möglichkeiten, die mit einem guten Drehbuch vieles gerettet hätten aber im Grunde alle verschenkt wurden. Um so stärker fällt dann auf, dass auch bei der Umsetzung Schmalhans Küchenmeister war. Die Handlung spielt sich Wesentlichen recht statisch an zwei Schauplätzen ab, die Schauspieler stammen allesamt aus der C-Klasse und überzeugen in keiner Minute. Der bitterste Tropfen für die Fans ist allerdings das Ausscheiden von Doug Bradley als Pinhead. Nicht nur, dass der Nachfolger in keiner Weise eine solche Bedrohlichkeit ausstrahlt, ihm wurde auch eine lächerlich billige Synchronstimme verpasst.
Die Effekte sind dagegen ganz brauchbar geworden und immerhin bietet Sunfilm Home Entertainment den Film in seiner ungeschnittenen Fassung an.

Regisseur Victor Garcia ist Spezialist für Fortsetzungen und hat den gar nicht mal schlecht gelungenen Return to House on Hauted Hill, 30 Days of Night: Blood Trails und Mirrors 2 gedreht. Drehbuchautor Gary J. Runcliffe hat als 2nd Unit-Regisseur bereits Hellraiser-Erfahrung. Hinter der Kamera befanden sich also keine gänzlich unerfahrenen Leute am Werk. Und doch hätten wir viel lieber das geplante Hellraiser-Remake von Alexandre Bustillo und  Julien Maury (Livid – Das Blut der Ballerinas) gesehen.

Fazit:
Sichtbar billig produziertes Sequel, das den bisherigen Tiefpunkt der Hellraiser-Saga darstellt. Für Neueinsteiger ungeeignet, für Fans enttäuschend.

Copyright © 2012 by Elmar Huber

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Hellraiser:
Revalations – Die Offenbarung
Hellraiser: Revalations, USA, 2011
Sunfilm Entertainment
München, 04.10.2012
1 DVD, Horror
EAN 4041658226301
Laufzeit ca. 76 Minuten
FSK 18
Regie: Victor Garcia
Drehbuch: Gary J. Tunnicliffe
Darsteller:
Steven Brand, Fred Tatasciore,
Daniel Buran, Jay Gillespie,
Sebastien Roberts, Nick Eversman
Musik: Elia Cmiral

www.sunfilm.de