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Es bleibt nicht mehr viel Zeit …

Es bleibt nicht mehr viel Zeit …

Zum neunten Mal in der Geschichte des Geisterspiegels stehen wir kurz vor dem Endtermin der Ausschreibung zu Dark Islands. Wie bereits die Vergangenheit gezeigt hat, gehen zurzeit fast täglich Manuskripte ein; ein Beweis dafür, dass sich viele für unsere Dark-Reihe nicht nur als Leser interessieren, sondern auch die gebotene Möglichkeit nutzen, sich als Autor der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Begriffsbestimmung

In wenigen kurzen Sätzen möchte ich herausarbeiten, was man unter dem Begriff Anthologie eigentlich versteht.

In der Literatur bezeichnet man eine Anthologie als eine Reihe von Werken, die in einem einzigen Buch zusammengefasst werden, meist mit einem einheitlichen Thema oder Gegenstand. Diese Werke können Kurzgeschichten, Essays, Gedichte, Texte oder Theaterstücke sein und werden normalerweise von einem Herausgeber oder einer kleine Jury ausgewählt. Es sollte an dieser Stelle angemerkt werden, dass, wenn die in dem Band zusammengestellten Werke alle von einem Autor stammen, das Buch korrekterweise als eine Sammlung anstelle einer Anthologie bezeichnet werden würde. Anthologien sind in der Regel auf das ausgewählte Thema statt auf Autoren ausgerichtet.

Etwas Historisches

Anthologien gibt es schon viel länger als den Roman, der frühestens im 11. Jahrhundert als eigenständige literarische Form erschien.

Das Shijing, besser bekannt als das Buch der Lieder, ist eine Anthologie chinesischer Dichtung, die zwischen dem 10. und 7. Jahrhundert v. Chr. zusammengestellt wurde. Der Begriff Anthologie selbst stammt von Meleagros von Gadaras ἀνθολογία anthología, ein griechisches Wort für eine Sammlung von Blumen. Als Kompilator einer Anthologie von Epigrammen mit dem Titel Stephanos (Στέφανος, Kranz oder Girlande) schrieb er sich in die Geschichte der griechischen Literaturgeschichte ein.

Während Anthologien bereits existierten, war es vor allem die moderne Verlagsbranche, die die Anthologie als literarische Form in ihre eigene Form brachte. Die Vorteile der Anthologie als Marketinginstrument lagen auf der Hand:

– Neue Autoren konnten mit einem marktfähigeren Namen verknüpft werden.

– Kürzere Werke konnten leichter gesammelt und zu Geld gemacht werden.

– Die Entdeckung von Autoren mit ähnlichen Stilen oder Themen zog Leser an, die nach neuem Lesestoff suchten.

Gleichzeitig gewann der Gebrauch von Anthologien in der Bildung an Zugkraft, da die Menge literarischer Werke, die für einen einfachen Überblick erforderlich waren, zu riesigen Proportionen anwuchs.

Und heute? Heute hat die Anthologie für die großen Mainstreamverlage fast gänzlich ihren Reiz verloren, jedoch als Nischenprodukt mehrerer Kleinverlage, Selfpublisher und Enthusiasten ihre Daseinsberechtigung und übt dort nach wie vor eine starke Präsenz in der Welt der Fiktion aus.

 

Mit Dark Future startete der Geisterspiegel im Jahr 2008 ein Projekt, über dessen Ausmaße zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken war. Auch wenn 2009 keine Anthologie der Dark-Reihe herausgebracht wurde und ein kurzes Trolling for newbies einsetzte, lässt sich Anke als Herausgeberin nicht aus der Reserve locken, ignoriert Stimmungsmacherei und geht kontinuierlich den eingeschlagenen Weg weiter. Ihre Sach- und Fachkenntnis, ihre freundliche Art und Weise beim Umgang mit den Autoren, das zeitnahe Reagieren auf Anfragen oder auch das gewisse Gefühl, ob eine eingereichte Kurzgeschichte bei zukünftigen Lesern der Anthologie ankommt, sind nur einige Grundpfeiler des bisherigen Erfolgs. Hinzu kommt die Tatsache, dass aufgrund der Unterstützung durch Joachim Otto, Inhaber der Romantruhe, mit Dark History die Präsentation der Dark-Anthologien auf der Leipziger Buchmesse 2012 ihren Anfang nahm. Soweit ich recherchieren konnte, ist der Geisterspiegel das einzige Fanzine im deutschsprachigen Raum, welches in dieser Form ein Projekt in der breiten Öffentlichkeit vorstellt.

Für mich ist es Jahr für Jahr ein faszinierendes Ereignis, in strahlende Augen derjenigen Autoren sehen zu dürfen, die sich ihr Belegexemplar persönlich am Stand der Romantruhe abholen. Es sind glückliche, zufriedene Gesichter, die mir das Gefühl geben, etwas im Interesse der Autoren erreicht, eventuelle Erwartungen erfüllt zu haben.

So soll es auch bei der 9. Anthologie Dark Islands sein. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Texte einzureichen. Am 15. Juli um 23:59 Uhr fällt der Vorhang. Danach geht es ans Sondieren, Auswählen, Redigieren, Layouten – eben an all die Arbeiten, die ein Verlag auch zu leisten hat, um ein Werk herauszubringen.

Wer noch eine Kurzgeschichte in petto hat, möge sich beeilen, uns diese zukommen zu lassen.

Ich freue mich jetzt schon auf den 21. März 2019, wenn Dark Islands auf der Leipziger Buchmesse für jedermann anzutreffen ist.

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