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Paraforce Band 38

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C. C. Slaterman – Kintpuash – eine indianische Tragödie

KintpuashWestromane mit legendären Helden waren für eine lange Zeit populär und hatten ihren Anfang in Groschenheften und später in Groschenromanen. Die Ursprünge der Groschenromane lassen sich bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Diese Storys romantisierten die amerikanische Historie und die Besiedlung des sogenannten Wilden Westens und waren wichtige Vorläufer des Groschenromans. Damals dramatisierten zahlreiche Autoren die existierenden Spannungen zwischen der wilden, ungezähmten Frontier und der rasch fortschreitenden Zivilisation. Unter anderem wurde zum Beispiel der legendäre James Butler Hickok aka Wild Bill Hickock in einer Reihe von Groschenromanen vorgestellt und trug dazu bei, dass bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein Aufblühen des Westernromans zu beobachten war. The Virginian, 1902 veröffentlicht, wird von vielen als der bahnbrechende literarische Westernroman angesehen, der das zentrale Element eines robusten, rauen Mannes, welcher, mit den Schießeisen am Gürtel, seiner Sache angesichts auftretender Schwierigkeiten treu bleibt und nicht die Gelegenheit am Schopf packt, um einfach wegzulaufen. Diese scheinbare Ansammlung von Klischees war 1902 innovativ und äußerst beliebt. Elemente dieser Blaupause sind seit jener Zeit in den meisten Westerngeschichten zu finden.
Obwohl es zweifelhaft erscheint, dass das Westerngenre jemals einen bedeutenden Platz in der Literaturlandschaft wiedererlangen wird, ist es um so erfreulicher, dass es einige Autoren gibt, die sich engagiert der Westernthematik widmen und so manchen alten Hasen dieses Genres den Rang ablaufen. C. C. Slaterman gehört zu denjenigen talentierten Autoren, welche die Leser durch einen frechen, frischen, unverbrauchten Schreibstil in ihren Geschichten auf die Reise nehmen und sie an der Verlockung eines fernen Horizontes, an der illusorischen Hoffnung auf einen Neuanfang in einer neuen Welt fernab jeglicher Zivilisation teilhaben lassen, so wie es in jenen Jahren die Pioneers an der Frontier, die Mountain Men und Trapper, die Gunmen und Outlaws, die Pistoleros und Desperados, die Soldiers, Native American und viele, viele andere tagtäglich erlebt haben.
In seinem neuen Roman Kintpuash – eine indianische Tragödie lässt Autor C. C. Slaterman seine Charaktere vor folgendem historischen Hintergrund agieren.
Die Armeeführung war mit den Leistungen des Militärs während des Krieges nicht zufrieden. Unabhängig von der militärischen Leistung glaubte General Sherman, dass die Schuld der Verantwortlichen für den Beginn des Krieges durch das lokale Rechtssystem zu prüfen sei und die verbliebenen Modoc nach Osten verschifft und unter den Indianerreservaten Oklahomas verteilt werden. Er befahl Schofield, den Gefangenen zu versichern, dass sie nur solange festgehalten werden sollten, bis weitere Anweisungen eintrafen. Bis 4. Juni sollten die Gefangenen in das Armeelager auf der Halbinsel überführt werden, wo Davis plante, acht der zehn Modoc-Rädelsführer hinzurichten. Am 6. Juni kam jedoch der Befehl von General Schofield an das Presidio, die Hinrichtungen zu verschieben. Die 160 Gefangenen wurden nach Fort Klamath eskortiert, um dort ihr weiteres Schicksal zu erwarten. Die Modoc-Führer wurden im Zeitraum vom 1. bis 9. Juli von einer Militärkommission für den Angriff auf Friedensparlamentäre vor Gericht gestellt. Die Kommission befand sechs Modoc für schuldig und verurteilte sie zum Tod durch den Strang. Ironischerweise wurden einige der schlimmsten Modoc-Straftäter wegen ihrer Beihilfe beim Aufspüren von Jack und seinen Leuten nicht vor Gericht gestellt. Am 3. Oktober 1873 wurden Captain Jack, Schonchin John, Boston Charley und Black Jim vor den versammelten Modoc- und Klamath-Stämmen in Fort Klamath gehängt. Die anderen beiden verurteilten Modoc, Sioux und Barncho, wurden im letzten Moment durch Präsident Grant begnadigt und ihre Strafe in lebenslängliche Haft umgewandelt. Der Rest der Modoc, welche im Krieg gekämpft hatten, wurden im Dezember per Lastwagen und Zug ins Exil nach Oklahoma gebracht.

Das Buch
C. Slaterman
Kintpuash – eine indianische Tragödie
Western, E-Book, Kindle Edition, Edition Bärenklau, Oberkrämer, November 2015, 914 KB, ca. 100 Seiten, 1,49 Euro, Cover von Klaus Dill
Kurzinhalt:
Nordkalifornien im späten 19. Jahrhundert: Verzweifelt wehren sich die Modoc gegen die Vertreibung durch weiße Siedler und Soldaten aus ihren angestammten Gebieten. Ben Taylor und seine Frau Niyaha stehen dabei zwischen den Fronten und müssen sich entscheiden. Für ihre Liebe oder für ihr Volk, denn fanatische Eiferer auf beiden Seiten sind dabei, das Land in eine Hölle zu verwandeln. Die wachsenden Gewalttaten auf beiden Seiten lösen einen Krieg aus, der ein ganzes Volk in den Untergang treibt. Und bald stehen Kintpuash und sein Stamm mit dem Rücken zur
Wand, denn die letzte Entscheidung fällt in den Lava Beds.

Der Autor

»A Cowboys work is never done!«
Gerold Schulz, Jahrgang 1957, ist bekennender Schwabe und Hobbykoch. Mit Bonanza, Rauchende Colts und John Wayne groß geworden, fasziniert ihn die Welt des Western bis heute. In seiner Kolumne »Slatermans Westernkurier« lässt er die Leser des Onlinemagazins Geisterspiegel an seinem Fable für den Western teilhaben und plaudert dort seit Januar 2007 aus dem Nähkästchen. Darüber hinaus verfasste und veröffentlichte er unter den Pseudonymen D. Loreg, Kendall Kane, C. C. Slaterman und Leroy Carver eine Vielzahl an Kurzgeschichten, Serien und Romanen, so unter anderem mehrere Teile innerhalb GS-Onlineserien Thorak, der Berserker, Brasada, Wilder Westen, Timetraveller, Paraforce, Jackson und Marshal Crown, die Romane Chester Boone, Blood & Tears, Flammender Süden im Verlag PERSIMPLEX storykeeper sowie Teil 1 und 2 der Westernserie der anderen Art Jackson im Mondschein Corona Verlag.

Leseprobe

1

Schlaftrunken drehte Niyaha den Kopf zur Seite und musterte ihren Mann aus halb geöffneten Augen. Ben Taylor hatte die Bettdecke zurückgeschlagen und die nackten Füße auf den festgestampften Lehmboden der Hütte gesetzt.

Angestrengt lauschte er in die Nacht hinein, während draußen der Novemberwind an den schweren Holzläden zerrte.

»Was hast du?«

Statt einer Antwort schraubte sich Ben in die Höhe und entzündete die kleine Kerosinlampe auf seinem Nachttisch. Danach trat an ans Fenster und hielt ein Ohr lauschend an die dünn gegerbte Tierhaut, die in Ermanglung von Glas die Scheibe ersetzte.

»Da draußen ist irgendetwas. Das Vieh ist ziemlich nervös. «

Die Modoc richtete sich auf und musterte ihren Mann aus dunklen Augen.

Das trübe Licht der kleinen Lampe beleuchtete einen mittelgroßen, drahtig wirkenden Enddreißiger, dessen kantiges Gesicht zur Hälfte von einem dichten Backenbart bedeckt war.

»Indianer oder irgendein wildes Tier?«

Ben zuckte die Achseln. »Ich weiß es nicht, aber irgendwie habe ich das Gefühl, es wäre besser, wenn ich mal nach dem Vieh sehe. Die Tiere sind schließlich unser wertvollster Besitz.«

»Dann zieh dir aber was an! Um diese Jahreszeit sind die Nächte empfindlich kalt und nimm vor allem das Gewehr mit.«

Ben streifte sich Hemd und Hose über und fuhr in die Stiefel. Als er mit dem Ankleiden fertig war, band er sich einen Wollschal um den Hals, nahm die schwere Winterjacke von einem Nagel und schlüpfte hinein.

»Sei vorsichtig«, sagte Niyaha noch einmal, als er nach dem Hut griff.

Ben setzte ihn auf, nickte und ging in die Küche.

Dort nahm er sein Gewehr von den Enden eines Hirschgeweihs, das über die Eingangstür an die Wand genagelt war. Dann trat er über die Schwelle.

Nachdem er die Tür hinter sich ins Schloss gezogen hatte, blieb er noch einen Moment lang mit dem Gewehr in der Armbeuge auf dem Vorbau stehen. Nachdenklich ließ er seine Blicke über die kleine Ranch schweifen, die im silbernen Licht des Mondes scheinbar friedlich vor ihm lag. Dann ging er langsam auf das Stallgebäude zu, während er die Mündung seines Gewehres ständig im Halbkreis über den Hof wandern ließ.

Irgendetwas war hier draußen.

Dass seine Vermutungen richtig waren, zeigten ihm das nervöse Wiehern der Pferde und das laute Muhen und Hufestampfen der beiden Milchkühe. Als er die Stalltür öffnete, schien sein Auftauchen die Tiere wieder zu besänftigen. Sie senkten die Köpfe und schnaubten nur noch verhalten.

Taylors Blicke zuckten durch den vom Mondlicht nur spärlich erleuchteten Stall. Nachdem er nichts Verdächtiges erkennen konnte, schüttete er etwas Heu in die Krippen und klopfte den Tieren nacheinander beruhigend auf die Kruppe.

»So ist es brav, meine Lieben«, sagte er mit warmer Stimme. »Wenn ihr euch jetzt wieder beruhigt habt, können wir vielleicht alle noch ein paar Stunden schlafen.« Dann machte er sich auf den Weg zurück zum Haus.

Der Gedanke an sein warmes Bett und an seine Frau, die bestimmt schon voller Sorge auf seine Rückkehr wartete, beschleunigte seine Schritte.

Er war gerade dabei, die Stalltür wieder zu verriegeln, als ihn ein seltsames Geräusch
herumfahren ließ. Es klang wie das Scharren von Füßen.

Abrupt blieb Ben Taylor stehen, hob den Kopf und lauschte in die Nacht hinein. Doch außer dem Wind, der geräuschvoll um die Ecken der Ranchgebäude strich, war nichts zu hören.

Trotzdem war Ben sicher, sich nicht getäuscht zu haben.

Er hob das Gewehr an und schluckte mehrmals trocken, als könnte er damit seine aufkeimende Nervosität bekämpfen. Es gelang ihm nicht, und dass er sich einzureden versuchte, er habe sich getäuscht, half auch wenig.

Knackend spannte er den Hahn seiner Winchester. Im selben Augenblick bemerkte er aus den Augenwinkeln heraus einen Schatten links von sich.

»Stehen bleiben! «, schrie Ben und nahm das Gewehr hoch.

Der Schatten verharrte und wandte sich ihm zu.

»Begrüßt du deine Freunde immer mit der Waffe in der Hand?«

Der Rancher ließ den Gewehrlauf sinken und schnaufte ärgerlich.

Vor ihm im Mondlicht stand ein hoch aufgeschossener, unglaublich hagerer Mann, der nur aus Knochen und Sehnen zu bestehen schien. Sein zerfurchtes Gesicht hatte die Farbe von altem Kupfer und wurde beherrscht von einer schiefen Nase und durchdringenden Augen.

»Himmel noch mal, wie kannst du mich nur so erschrecken, James? Wenn ich dich
Knochengestell nicht kennen würde, hättest du jetzt eine Kugel im Kopf. Verdammt, was schleichst du auch mitten in der Nacht hier auf dem Hof herum?«

Der Angesprochene bleckte die Zähne. »Es gibt Ärger, gewaltigen Ärger sogar.«

»Was meinst du damit?«

»Die Armee will Captain Jack und seine Modoc ins Reservat zurückbringen. Wenn nötig mit Gewalt, so lauten jedenfalls die Befehle aus Washington. «

Taylor legte den Kopf schief. »Woher weißt du das?«

Der Mann, den er mit James angeredet hatte, musterte ihn eindringlich.

»Bin ich Scout in Fort Klamath oder du?«

Taylor starrte ihn an. »Mein Gott!«

»Der hilft uns jetzt auch nicht mehr«, erwiderte James Webster trocken. »Major Jackson reitet morgen mit der 1. Kavallerie los. Seine Befehle sind eindeutig.«

»Das bedeutet Krieg! Jemand muss die Modoc warnen.«

»Sag ich doch die ganze Zeit. Aber es muss jemand sein, auf den sie hören. Außer Captain Jacks Cousine und Frank, ihrem Mann, kommen nur noch John Fairchild oder du und deine Frau infrage. Da ich Winema aber im Moment nirgends finden kann und John gerade zu Besuch bei Verwandten in Oregon ist, kannst du dir denken, warum ich hier bin.«

Ben Taylor legte den Kopf schief und schien zu überlegen.

»Bis zum Lager der Modoc am Lost River sind es fast achtzig Meilen«, sagte er schließlich.
»Selbst wenn ich mein Pferd zuschanden reite, werde ich dort kaum vor den Soldaten eintreffen.«

»Ich weiß, aber du bist die einzige Chance, die die Indianer noch haben. Aber jetzt genug geredet. Willst du mir nicht endlich einen Kaffee anbieten? Es ist verdammt kalt hier draußen.«

Ben grinste. »Ich sage Niyaha Bescheid, sie wird sich darum kümmern, solange ich mein Pferd sattle.«

2

Der neue Tag begann mit klirrender Kälte. Schnee lag auf den sanft geschwungenen Hügeln von Nordkalifornien und fast alle Creeks und Tümpel waren zugefroren. Es schneite wieder, große, schwere Flocken, die hörbar zu Boden fielen, als sich Major James Jackson mit achtunddreißig Soldaten der 1. Kavallerie beinahe lautlos auf das schlafende Indianerlager zubewegte.

Kurz vor dem Ziel ließ der Major seine Abteilung hinter einer dicht bewaldeten Hügelkette anhalten. Dahinter lag der Lost River und dort befand sich das Zeltlager der ahnungslosen Modoc. Der Stamm hatte sich hierher zurückgezogen, um
in der Abgeschiedenheit des Lost River Valleys sicher und warm zu überwintern.

Aber die Soldaten hatten an diesem nasskalten Morgen mit den Modoc ganz andere Pläne.

Ihr Auftrag lautete, die Indianer wieder in die Klamath Reservation umzusiedeln, notfalls mit Gewalt.

Major Jackson hatte dabei vollkommen freie Hand, was den Umgang mit den Indianern betraf. Er konnte mit ihnen tun und lassen, was er für richtig hielt. Nur eines durfte er nicht: Unter keinen Umständen die Modoc hier weiter siedeln
lassen.

Inzwischen war einfach zu viel geschehen.

Jacksons Gedanken schweiften zurück, indes die Soldaten auf den umliegenden Hügeln, die von Myriaden von Tannen und Schwarzfichten bedeckt waren, in Stellung gingen.

Die Jagdgründe der Modoc am Tula Lake waren einst grenzenlos wie der Himmel. Es gab genügend Wapitihirsche, Wasservögel, Fische und Camaswurzeln für alle und die dampfende Erde war fruchtbar und ertragreich. Deshalb hatten die Indianer anfangs auch nichts gegen die weißen Siedler, die nach dem Ende des Bürgerkriegs in immer größerer Zahl in ihr Land strömten. Im Gegenteil, Kintpuash, der Häuptling der Modoc, mochte die Weißen, ihre Kleider, ihre Häuser, ihren Lebensstil, und so dauerte es nicht lange, bis die Modoc in die Siedlungen kamen, um dort Handel zu treiben und Waren zu tauschen.

Aber schon bald mehrten sich die Stimmen, die Armee und Politiker aufforderten, endlich dafür zu sorgen, dass die Indianer das Land verließen.

Zum Teufel mit den Modoc!

Mit welchem Recht beanspruchten diese Wilden eine der fruchtbarsten und wildreichsten Regionen des ganzen Landes für sich alleine?

Diese roten Heiden wussten deren Wert doch überhaupt nicht zu schätzen!

Die Stimmen wurden lauter, und so dauerte es nicht mehr lange, bis die Modoc genötigt wurden, einen Vertrag zu unterschreiben, der sie zwang, in die Reservation überzusiedeln.

Dort lebten jedoch die Klamath, die Erbfeinde der Modoc.

Sie betrachteten die Modoc als Eindringlinge, zumal die Regierung die zugeteilten Rationen an Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs nach deren Zuzug nicht erhöhte.

Deshalb sorgten sie dafür, dass die Modoc bei der Verteilung meistens leer ausgingen.

Major Jackson seufzte leise. Er wusste um die Problematik, und deshalb konnte er Kintpuash auch verstehen, als dieser angesichts seiner hungernden Leute das Reservat verließ und nach Süden ins Lost River Valley zog, wo der Stamm früher gelebt hatte.

Die weißen Farmer und Rancher, die inzwischen das Tal unter sich aufgeteilt hatten, beschwerten sich daraufhin sofort in der Hauptstadt.

Die dortigen Behörden reagierten umgehend.

Bereits im Sommer forderte das Indian Bureau Kintpuash auf, in die Reservation zurückzugehen. Doch der Häuptling bat, den Modoc irgendwo am Lost River ein Stück Land zur Verfügung zu stellen, da sie mit den Klamath nicht zusammenleben konnten. Jackson wusste, dass sogar sein direkter Vorgesetzter, General Edward Canby, Kommandant der Militärregion Pazifik, Verständnis für das Anliegen der Indianer zeigte.

Aber die Rancher protestierten erneut dagegen, den Modoc einen Teil des fruchtbaren Weidelands zu überlassen, obwohl es rechtmäßig immer noch den Indianern gehörte.

Canbys Vorgesetzte in der Regierung gaben dem Druck der weißen Siedler schließlich nach und wiesen im Herbst 1872 die Modoc an, endgültig in die Reservation zurückzukehren.

Als sich Kintpuash zum wiederholten Male weigerte, erhielt die Armee den Auftrag, die Indianer mit Gewalt umzusiedeln. Den Befehl dazu übertrug Canby ihm.

Jackson seufzte erneut.

Eigentlich war er alles andere als ein Indianerkämpfer, im Gegenteil, insgeheim bewunderte er die Indianer sogar. Aber er war nun mal Soldat, und ein Soldat, so hatte man es ihm in West Point beigebracht, gehorchte seinen Befehlen.

Unterdessen schneite es immer stärker und es wurde von Minute zu Minute kälter.

Mit einem leisen Fluch auf den Lippen starrte der Major ein letztes Mal auf die Hügelkette, hinter der sich das Indianerlager befand. Dann zuckte er mit den Schultern, als wäre ihm erst jetzt bewusst geworden, dass er an dem, was nun geschah, sowieso nichts mehr ändern konnte.

Schwerfällig glitt er aus dem Sattel und wandte sich seinen beiden Offizieren zu, die seit geraumer Zeit an seiner Seite standen und allmählich ungeduldig wurden.

»Also gut«, sagte Jackson und rieb sich frierend die Hände. »Dann wollen wir mal, meine Herren. Jeder vierte Soldat bleibt bei den Pferden und als Rückendeckung zurück, alle anderen kommen mit mir. Wir werden als Erstes das Dorf umzingeln, dabei hat jedermann seinen Karabiner schussbereit in den Händen zu halten. Geschossen wird aber nur, wenn ich den Befehl dazu erteile. Haben wir uns soweit verstanden?«

Die beiden Offiziere sagten kein Wort, sie salutierten nur.

Daraufhin drehte sich Jackson um, hob seine Hand und gab das Signal zum Aufbruch.

Veröffentlichung der Leseprobe mit freundlicher Genehmigung der Edition Bärenklau

Quellen:

  • Edition Bärenklau, Oberkrämer
  • Foto des Autors Copyright © 2011 by Wolfgang Brandt. Nutzung des Fotos nur mit vorheriger Genehmigung.

(wb)

3 Antworten auf C. C. Slaterman – Kintpuash – eine indianische Tragödie

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