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The Zero Theorem

The Zero Theorem

Regie: Terry Gilliam, Drehbuch: Pat Rushin, Produktion: Nicolas Charlier, Dean Zanuck, Darsteller: Christoph Waltz, Melanie Thierry, David Thewlis, Matt Damon, Tilda Swinton, Peter Stormare, England/Rumänien/Frankreich 2013, Laufzeit: 107 Minuten

Terry Gilliam bleibt seinem Hang zum Skurrilen treu. Nach dem Beinahe-Fiasko um Dr. Parnassus setzt Gilliam in The Zero Theorem einmal mehr auf ein dystopisches Zukunftsszenario, das entfernt an seinen Film Brazil erinnert.

Es geht um den Computerexperten Qohen Leth, der sehnsüchtig auf einen Anruf wartet, der ihm den Sinn des Lebens mitteilen soll. Aus diesem Grund möchte er nicht mehr in die Firma kommen, sondern von zuhause aus arbeiten. Dieser Wunsch wird ihm gewährt, allerdings unter der Bedingung, dass er versuchen soll, das Zero Theorem zu knacken.

Die neueste Produktion von Terry Gilliam erhielt erst grünes Licht, nachdem Christoph Waltz für die Rolle des psychisch labilen Qohen Leth engagiert werden konnte. Waltz’ Zusage erweist sich für den Film als echter Glücksfall. Die überaus schwierige Rolle stellt der österreichische Mime mit einer überragenden Kunst dar, welche zugleich verhindert, dass die düstere Grundstimmung der Geschichte als zu trostlos empfunden wird.

Terry Gilliam geht es um die Suche nach dem Sinn im Leben bzw. um den Verlust dieses Sinns in der Postmoderne. Um dies zu unterstreichen, zeichnet er eine zukünftige Gesellschaft, in der Oberflächlichkeit das Maß aller Dinge ist. Er betrachtet somit das menschliche Dasein aus dem Blickwinkel der völligen Sinnlosigkeit. Egal ob im Privatleben oder am Arbeitsplatz, alles erscheint chaotisch und im wahrsten Sinne des Wortes sinnlos. Nicht zuletzt deswegen erhofft Qohen sehnlich den Anruf, der ihm diesen verloren gegangenen Sinn vermittelt. Trotz dieser Thematik verliert sich der Film in keinem philosophischen Ernst. Neben Waltz’ Schauspielkunst, ist es die typische Verspieltheit Gilliams, die sich in den Kulissen, Kostümen und den skurrilen Nebenfiguren offenbart und dem Thema dadurch einen ironischen Unterton verleiht. Zum großen Glück entsagt sich Terry Gilliam in The Zero Theorem mal wieder dem Mainstream. Es tut gut, zu wissen, dass es in der Zeit der Remakes und Sequels/Prequels noch so etwas wie Filmkunst gibt. Und Terry Gilliam gehört ohne Abstriche zu den Großen dieser Kunst.

(mp)