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Lucky Luke – Band 93 – Meine Onkel, die Daltons

Achdé
Lucky Luke Band 93
Meine Onkel, die Daltons

Comic, Softcover, Egmont Ehapa Media, Berlin/Köln, März 2015, 48 Seiten, 6,50 Euro, Übersetzung: Klaus Jöken

Eine ganz besondere Aufgabe wartet diesmal auf den findigen Cowboy Lucky Luke: Nachdem er die Daltons mal wieder im Knast abgeliefert hat, diese dort fleißig Steine klopfen und in ihrer Freizeit den Ausbruch mittels des Durchgrabens per Teelöffel planen, kommt unvermittelt eine Nachricht an Averell herein. Einer der echten Daltons – nicht der Kirmestruppe, mit der Luke es immer aufnehmen muss – hat bei einem Techtelmechtel mit einer Saloontänzerin einen Neffen produziert, um den sich seine Mutter wegen einer Gesangsreise nach Europa nicht mehr kümmern kann. Da kommen die verbrecherischen Onkel gerade recht, und damit diese nicht das Vermögen der Mutter stehlen oder deren Anwesen verwüsten, wird Lucky Luke kurzerhand als Aufpasser bestellt.

Während der etwas tumbe Averell sich als ganz guter Pate erweist, stellt sich das Balg eher nach Little Joe kommend heraus: Er beklaut seine Mitschüler, futtert den ganzen Tag und ist gemein, wo er nur kann. In dem Städtchen Highso City, in dem man sehr auf Anstand und Diskretion bedacht ist, eine Unsitte. Da kann nur noch Ma Dalton helfen. Die hat schließlich auch ihre vier Söhne unter der Knute …

Nach zwei Bänden mit kürzeren Geschichten, die nur wenig bis mäßig gelungen waren, präsentieren Achdé als Zeichner sowie Laurent Gerra und Jacques Pessis als Texter wieder ein Album füllendes Abenteuer des Mannes aus dem Wilden Westen. Die Prämisse ist zwar ein wenig an den Haaren herbeigezogen, das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, insbesondere, weil man sich hier wieder auf den Wiedererkennungswert der Figuren verlässt sowie kleinere Geschichten in der Geschichte einbaut. So kommen auch Hund Rantanplan und Gaul Jolly Jumper zu ihren Szenen und Lachern. Bei der Übersetzung (erledigt von Klaus Jöken) hat man sich ebenso Mühe gegeben, den Wortwitz zu übertragen, was mal mehr (»Kuhtsche«) und mal weniger (»Pate«) gut geklappt hat. Auch der Name des Städtchens Highso City (High Society) ist so ein gelungenes Beispiel. Ansonsten gestaltet sich die Story geradlinig und nutzt geschickt Vorlagen, wie z.B. den Überfall auf den Zug bei der Reise, um die Verhältnisse einmal komplett umzudrehen. Das allein beschwört schon eine komische Grundhaltung herauf.

Bei der zeichnerischen Qualität und der Aufteilung in viele kleine Panels gibt es keine Überraschungen – alles geht seinen gewohnten, eher pastellfarbigen Gang, wobei auch schon mal mit verschiedenen Abstufungen bei Nacht- oder Schattenszenen gearbeitet wird, was der Perspektive insgesamt gut tut. Die Körperhaltungen und Figuren sind klassisch gehalten und tragen noch einmal zum Wiedererkennungswert bei. Einzig das nichtssagende und recht unpassende Titelbild verwundert – Man erwartet, zumindest den Neffen darauf zu sehen. Stattdessen wird der Notar abgebildet, der Lucky Luke im Namen seiner Klientin immer wieder aufsucht, wie er Schnaps ausschenkt – eine erweiterte, mehr als beiläufige Szene gen Ende der Story.

Fazit:
Nach zwei mauen Bänden wieder ein gut gelungenes, langes Abenteuer, das sowohl optischen als auch Wortwitz beweist. Dazu wird geschickt mit einer Umdefinition der bekannten Rollen gespielt. Lesenswert!

(sv)