Unser Lese-Tipp

Vincent Voss – Im Eis

Archive
Folgt uns auch auf

Schwur der Zeit Band 1 – 4

Idea Factory, ShuShuShu Sakurai
Schwur der Zeit Band 1 – 4

Manga, Softcover, Egmont Ehapa, Köln, Oktober 2013 – April 2014, je Band 192 Seiten,  je 7,00 Euro, ISBN: 9783770480685 (1), 9783770480692 (2), 9783770480708 (3), 9783770482092 (4)

Inhalt der Bände 1-4: Die Schülerin Mana Shiraha, eine gute Bogenschützin, stürzt eines Tages auf der Suche nach ihrem verschwundenen Nachbarsjungen in eine Quelle. Diese Quelle ist ein Zeittor und transportiert Mana in das mittelalterliche Japan. Dort soll sie verhindern, dass Fürst Uesugi Masatora getötet wird, denn Masatora wird später zu Uesugi Kenshin, einer bekannten historischen Gestalt. Um die Botin aus der anderen Welt zu beschützen, werden Mana fünf Ninjas an die Seite gestellt. Zu Akatsuki spürt sie eine besondere Zuneigung, auch wenn er ihr gegenüber anfangs fast feindselig auftritt. Schon bald gerät sie in Kontakt mit den Feinden Uesugis. Yamamoto Kansuke, der Kriegsstratege Takeda Shingens, spürt sie auf. Aber er ist an ihr nicht nur als Feindin interessiert, sondern zeigt auch persönliches Interesse, weil er Mana für seine verschollene Geliebte hält. Sie wird von den Ninjas Uesugis gerettet. Allerdings leidet sie mittlerweile unter starkem Heimweh. Sie versucht, wieder in die Quelle zu gehen, um nachhause zu kommen. Der Versuch misslingt, dafür begegnet sie wieder Kansuke. Sie wird von Masato gerettet. Was sie nicht weiß: Masato ist der Nachbarsjunge, der damals aus ihrer Welt verschwunden ist und eine  neue Heimat in der Zeit der Streitenden Reiche gefunden hat.  Außerdem ist Masato, wie andere der sie beschützenden Ninjas auch, in Mana verliebt. Das bekümmert Mana, aber auch die Sorge um Suien, der sich in letzter Zeit seltsam verhält und seine Medikamente, die er wegen seiner schmerzenden Beine braucht, nicht einnehmen will. Sie spricht darüber mit Suiens bestem Freund Akatsuki, der ihr aber nicht glaubt und deshalb Streit mit ihr anfängt. Als sich Mana wieder mit Akatsuki versöhnen will, wird sie von Kansuke entführt. Akatsuki will sie retten, wird aber von Suien verraten und bei der Befreiungsaktion schwer verletzt. Akatsukis Zustand, Suiens Verrat und die bevorstehende Schlacht zwischen Uesugi und seinem Erzfeind Shingen machen Mana schwer zu schaffen. Trotzdem muss sie in die Schlacht reiten, um ihren Auftrag, Uesugi zu beschützen, zu erfüllen.

Die 4 in sich abgeschlossenen Bände bieten für die Leserin von Shojo-Mangas das gewohnte Schema einer »Haremssituation«: Viele (attraktive) Männer streiten sich um eine Frau. Sicherlich ist dieses Szenario eines, was sich jedes Mädchen / jede Frau einmal wünscht, denn es würde ihr zeigen, dass sie begehrenswert ist. Leider haben fast alle Mangas das Manko, dass auch das Mädchen äußerst hübsch ist – und sehr viele Mädchen finden sich eben nicht hübsch, besonders in der Pubertät. Das wird noch verstärkt durch die Sexualisierung der äußeren Welt in der Werbung, der Modebranche usw. Indirekt wird also suggeriert, dass nur die wirklich schönen/hübschen Frauen eine Chance haben, Männer anzuziehen. (Was nach Statistiken leider auch der Wahrheit entspricht, denn mehr als 40 % der Männer scheinen zuerst auf das Äußere zu schauen, während der Anteil der Frauen, die machen, deutlich geringer ist). Und die Konkurrenz durch hübsche bis schöne Frauen ist groß. Das wird ein Mädchen, das mit Pickeln, Übergewicht, gelben Zähnen, dünnen Haaren oder Ähnlichem kämpfen muss, bewusst oder unbewusst eher verunsichern, sodass solche Mangas einen faden Beigeschmack bekommen können. Hinzu kommt noch, dass die Heldin von ihrem Charakter her nicht wirklich greifbar ist. Sie ist zwar diejenige, die den Fürst retten soll, aber gleichzeitig auch diejenige, die ständig überwacht und beschützt wird, sodass sie eigentlich eine eher passive Rolle spielt. Dieses traditionelle Frauenbild schwächt das weibliche Selbstbewusstsein. Einen echten Charakter kann man nicht ausmachen (von »nett« und »höflich« einmal abgesehen) bzw. warum plötzlich alle Männer auf Mana stehen, ist eigentlich ein Rätsel. Da bleibt als Erklärung nur das Äußere, was nicht sehr hilfreich ist. Etwas mehr Charakter entwickelt Mana am Schluss, als sie den Fürsten beschützen muss. Dafür bekommt die Leserin wenigstens in der Fiktion ausnehmend schöne Männer geboten, die solcherart in der Realität eher selten vorkommen (im Gegensatz zu schönen Frauen).

Die Story an sich bietet kaum Neues; sie könnte als Variation von Fushigi Yuugi und ähnlicher Mangas verstanden werden. Aber als solche ist sie solide gemacht und wird ihre Fans finden. Auch die Zeichnungen sind sehr gut, die Dynamik der Panels stimmt, die Story ist insgesamt nirgendwo langatmig oder zu schnell, sondern das Tempo genau richtig.

Fazit:
Traumhaft schöne Männer in einer soliden, wenn auch nicht innovativen Story mit traditionellem Frauenbild, das weibliches Selbstbewusstsein eher ausbremst als fördert.

(ud)