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The Borderlands

The Borderlands

Regie u. Drehbuch: Elliot Goldner, Produktion: Jennifer Handorf, Darsteller: Gordon Kennedy, Aidan McArdle, Robin Hill, Luke Neal, Patrick Godfrey, England 2013, Laufzeit: 89 Minuten

Seit dem Erfolg von Blair Witch Project ist das Subgenre Found Footage aus dem Bereich des Horrorfilms nicht mehr wegzudenken. Vor allem hat dies für die Filmemacher einen großen Vorteil: Mit einem sehr geringen Budget lässt sich ein abendfüllender Spielfilm drehen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Regisseur Elliot Goldner für seinen ersten Spielfilm eben dieses Subgenre auswählte.

In seinem Debüt The Borderlands geht es um eine Kirche, in der sonderbare Dinge geschehen. Der Vatikan sendet drei Ermittler in die abgelegene Gegend, um die Vorfälle zu untersuchen.

Mehr soll und muss auch gar nicht verraten werden, denn der Leser wird sich sicherlich denken können, wie der Rest verläuft. Und genau hierbei hapert es bei The Borderlands. Elliot Goldner gibt sich nicht die Mühe, originell zu sein. Die Geschichte verläuft zu planmäßig. Es gibt keine Sequenz, in welcher der Zuschauer geneigt ist, zu denken, dass hier improvisiert wird. Goldners Drehbuch schimmert in allem zu sehr durch, sodass er sich durchaus die Frage gefallen lassen muss, wieso er für diesen Film dieses Subgenre gewählt hat. Diese Frage muss nicht mehr beantwortet werden (siehe oben), aber der Film hätte durchaus mehr Kraft entwickelt, wenn er eine neutrale Erzählweise gewählt hätte. Es wäre wahrscheinlich etwas Ähnliches wie Ti Wests Innkeepers herausgekommen, und dies hätte Goldners Erstling durchaus gut getan. Mir persönlich kommt es so vor, als habe er sich von der Geistergeschichte Ibi cubavit Lamia des Kurzgeschichtenautors M. R. James inspirieren lassen. Auf alle Fälle trifft er sehr genau die Atmosphäre dieser Erzählung.

Dies heißt nicht, dass Elliot Goldner ein schlechter Regisseur ist. Im Gegenteil, sein Gefühl für klassischen Grusel, sein Spiel mit Licht und Schatten und nicht zuletzt die wunderbaren Landschaftsaufnahmen, die zwischendurch eingefügt sind, sprechen eindeutig für ihn. Hinzu kommen gute Schauspieler, die seinen Film, was das Niveau betrifft, über viele andere Werke desselben Subgenres emporheben.

In dieser Hinsicht vollführt Goldners Film einen seltsamen Spagat zwischen »unterhaltsam« und  »schon x-mal gesehen«. Wer sich The Borderlands anschauen möchte, macht sicherlich nichts Falsches, wer ihn nicht sieht, hat jedoch auch nichts verpasst.

(mp)