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Die Wolfskinder 1

Mamoru Hosoda, Yu, Yoshiyuki Sadamoto
Die Wolfskinder 1
Ame&Yuki

Manga, Softcover, Tokyopop, Hamburg, November 2013, 6, 95 Euro, ISBN: 9783842009059, ab 13 Jahren

Die Studentin Hana verliebt sich in ihren verschlossenen, ruhigen Mitstudenten – nicht wissend, dass er ein Geheimnis hat. Denn der Mann ist gleichzeitig ein Wolfsmann: Er kann sich zu jeder Zeit in einen der eigentlich ausgestorbenen japanischen Wölfe verwandeln. Als er ihr eines Tages sein Geheimnis offenbart, ist Hana aber nicht abgeschreckt, denn sie liebt ihn auch als Wolf. Die beiden kommen zusammen und Hana bringt nacheinander ein Mädchen und ein Junge zur Welt, die sie Ame und Yuki nennt. Beide verwandeln sich wie ihr Vater in einen Wolf. Das macht das Leben schwierig, denn die Kinder können ihre Verwandlung nicht kontrollieren. Dann kommt auch noch Hanas Mann ums Leben, als er für seine Familie jagen wollte. Von nun an steht Hana allein da mit zwei Kleinkindern und ohne Arbeit. Um den Kindern ein möglichst unbeschwertes Leben zu bieten, zieht sie in ein abgeschiedenes, verfallenes Haus. Aber die Nachbarn tuscheln über sie und machen ihr das Leben schwer. Trotzdem versucht Hana ihren Lebensmut zu bewahren – für sich und ihre Kinder.

Der erste Band der Serie, die auf dem gleichnamigen Anime beruht, behandelt als Thema die Andersartigkeit und den Umgang mit Menschen, die anders sind. Hana und ihr Mann wissen, dass sie ihr Geheimnis niemanden anvertrauen dürfen, da sie sonst aus der Gesellschaft ausgestoßen werden. Andersartigkeit bekommt in einem Land wie Japan, in dem man nicht als Individuum, sondern nur als Gruppe etwas zählt, einen noch brisanteren Stellenwert. Aber auch in Deutschland hat man es für gewöhnlich schwer, wenn man nicht dem gerade gängigen Zeitgeist entspricht. So bekommt Hana Vorbildfunktion: Sie lässt sich nicht unterkriegen, egal, wie schwer es wird. Und jeder, der Kinder hat und dann auch noch alleinerziehend ist, weiß, wie hart das Leben schon unter normalen Umständen ist: ständiger Spagat zwischen Haushalt, Beruf und Kindern, der sich nur durch ständige Opfer (meist der Mütter) meistern lässt. Da kommen gerade bei mir als Mutter Assoziationen von allein erziehenden Frauen hoch, von denen jede zweite arbeitslos gemeldet ist, weil sich außer ihr keiner um die Kleinkinder und Babys kümmert und die Betreuungsplätze in Deutschland immer noch rar gesät sind. Vor allem im Westen. Auch Hana ist allein erziehend und niemand hilft ihr. Sie muss sich schon in ihrer Schwangerschaft Gedanken machen, wie sie eine Hausgeburt überlebt, da sie wegen des Erbgutes ihres Mannes in keine Klinik gehen kann. Und ihr Mann stirbt am Tag der Geburt ihres zweiten Kindes. Da wird es meines Erachtens etwas unrealistisch: Es gibt kaum eine Frau, die direkt nach einer Geburt aufstehen und dann auch noch mit zwei Kindern am Körper stundenlang nach ihrem Mann suchen kann. Außerdem wird die Geschichte, als sich Hana und ihr Mann kennenlernen, etwas zu schnell erzählt. Ansonsten aber ist der Manga sehr empfehlenswert, da er eine berührende und lebensbejahende Story bietet.
Die Geschichte der ungewöhnlichen Familie wird aus der Ich-Perspektive von Tochter Ame erzählt, sodass durch diese Perspektive und durch die Panels, die die (Gedanken-)Welt der Mutter wiedergeben, zwei Perspektiven entstehen.

Extras: Charakterskizzen, Gedanken der Autoren zur Entstehung und Gedanken einer Mutter zu dem Manga.

(ud)