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Shadowblade – Band 1 – Dunkle Fesseln

Diana Pharaoh Francis
Shadowblade – Band 1
Dunkle Fesseln

Originaltitel: Bitter Night (2009), Übersetzung: Jakob Schmidt, Titelbild: Bilderdienst, Fantasy, Hardcover mit Klappbroschur, Knaur Verlag, München, November 2010, 420 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 9783426652428

Max wurde als Studentin von der Hexe Giselle auserwählt, ihr zu helfen. In einer fiesen Aktion belegte sie Max mit furchtbaren Bannflüchen und machte sie zudem zu einer Art Elitekriegerin. Dass Max ihrer ehemaligen guten Freundin nun nicht mehr freundlich gegenübersteht, ist jedem Leser schon auf der ersten Seite des Romans klar. Wenn Max könnte, würde sie Giselle freundlich aber sicher den Hals rumdrehen. Und das alles nur wegen einer spontanen und unbedachten Antwort auf die Frage: Wäre es nicht phantastisch, unsterblich zu sein, schneller und stärker als jeder Mensch? Wochen später nach dieser Frage ist Max eine Shadowblade, eine unsterbliche Kriegerin, weit über dem Zustand eines Menschen hinaus. Allerdings ist sie gezwungen, Giselle zu dienen.

Giselle ruft Max wegen einer Vision an. Sie soll in einem Obsthain nördlich der Stadt Julian einen Mord aufklären. Dieser wird erst noch geschehen. Max ist nicht begeistert. Weder wegen des Auftrags, in dem der Göttliche und der Unheimliche verwickelt sind, noch weil sie auf dem Gebiet einer fremden Hexe aktiv werden soll. So ruft Max kurz danach Oz an, der ebenfalls in Giselles Diensten steht.

Oz dient Giselle als Sunspear, ein Krieger, der amTag arbeiten kann, während Max als Shadowblade nur bei Nacht aktiv ist. Max ist die beste Kriegerin und führt ein dreizehnköpfiges Team. Ihr Körper braucht pro Tag etwa 30.000 Kalorien, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie in einem der amerikanischen Feinschmeckerrestaurants 40 Cheeseburger bestellt. Danach geht es weiter nach Julian. Einen Mord aufklären. Doch was sich so einfach anhört, endet mit einer Bedrohung, die die komplette Menschheit vernichten will. Plötzlich steht Giselle auf der gleichen Seite wie Max. Und Max muss diesmal tatsächlich mit ihrer Peinigerin zusammenarbeiten.

Die Heldin der Erzählung, Max, ist dem Leser auf Anhieb sympathisch. Eine Frau, die durch widrige Umstände nicht nur zu einer Superheldin wurde, sondern unter dem Zwang leidet, ihrer Erschafferin zu dienen. Sie ist ein eigenständiger und durchaus komplexer Charakter. Natürlich taucht mit Alexander auch ein potentieller Liebhaber auf, doch ist diese Gestalt nicht sonderlich wichtig. Zwar verliebt sich Max in ihn, aber der gutaussehende und leidgeprüfte Held tut vor allem das Erstere. Gut Aussehen. Der Alternativweltroman spielt in der heutigen Welt, mit allem Drum und Dran. Nur dass es eben die Hexen und ähnliche Figuren gibt, die von den Superheldencomics der 1960er Jahre in direkter Linie abstammen könnten, wäre da nicht dieser Liebesromaneinfluss.
Da dieser Roman der Beginn einer Reihe ist, muss sich zeigen, ob er weiter in die Romanze oder in die Action abdriftet.

Copyright © 2011 by Erik Schreiber