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Lovecraft Letters 6

Christian Gailus
Lovecraft Letters 6

Horror, E-Book, Bastei Lübbe AG / be-ebooks, Köln, Februar 2018, 161 Seiten, 1,99 Euro, ISBN: 9783732552566, Cover-Motiv: Timo Wuerz, Covergestaltung: Thomas Krämer, Altersempfehlung: ab 16 Jahren
www.be-ebooks.de

[…] Es beginnt mit einem Computerspiel namens Final Battle und setzt sich als Rollenspiel mit Gesellschaftsspiel-Elementen fort. Sinn ist es, eine Invasion aus dem Inneren der Erde zu bekämpfen. In Höhlen und Katakomben lauert eine Welt voll lovecraftscher Ungeheuer, die zur Erdoberfläche drängen, um die Menschheit auszurotten. Ray registrierte den skeptischen Blick seines Gegenübers und fügte rasch hinzu: »Es handelt sich um keine echte Invasion, Detective. Noch einmal: Es ist ein Spiel. Aber die Teilnehmer nehmen es so ernst, dass sie bereit sind, über Leichen zu gehen. […]

Nach seiner halsbrecherischen Flucht aus Lynxworth beschließt Ray Berkeley, im Wohnsitz der Colemans nach Antworten zu suchen. Von einem Einheimischen erfährt er erschreckende Tatsachen über das Haus am Baxter Drive 42 in Seaford. Bereits 1890 soll dort eine Hexe von innen heraus verbrannt sein. Bis zum Einzug der Colemans sind dort über 20 weitere Menschen gestorben. Außerdem lässt die Aussage eines Augenzeugen Margarethe Colemans Tod in einem anderen Licht als bisher erscheinen. In einem Tunnel unter dem Coleman-Haus findet Ray Anzeichen, wo die Digger und sonstigen Monster herkommen, die bisher nahezu unentdeckt im Untergrund gelebt hatten. Zurück in Burke weiht er Detective Legrasse in alles ein, was er bisher weiß.

Parallel beschließt der Sicherheitsexperte Traben, das geheimnisvolle Teufelsriff vor Lynxworth, über das Satellitenbilder und Messungen widersprüchliche Ergebnisse liefern, persönlich in Augenschein zu nehmen, um dort mehr über die Digger zu erfahren. Außerdem zeigen die Wesen aus der Tiefe ein auffälliges Interesse am amerikanischen Präsidenten.

[…] Einige dieser Fälle waren von einem belgischen Wissenschaftlerehepaar in den Achtzigerjahren untersucht worden. Ihre Ergebnisse förderten Erschreckendes zutage: Obwohl die von ihnen befragten Patienten über die ganze Welt verstreut waren und sie nachweislich keinen Kontakt untereinander hatten, ähnelten sich ihre wahnhaften Erzählungen in bestimmten Aspekten auf geradezu gespenstische Weise. Sie handelten von unheimlichen Kreaturen mit weißer Haut und gebogenen Krallen, die nachts aus Höhlen und Schächten gekrochen kamen und in Gebüschen auf ihre Opfer lauerten. […]

Mit Episode 6 machen die Lovecraft Letters nochmals einen deutlichen Schritt Richtung Ziel. Nachdem bereits erklärt wurde, dass Lovecrafts Kreaturen keineswegs reine Fantasiegestalten sind und in der letzten Folge das weltumspannende Spiel eingeführt wurde, das die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt, findet unser Held hier eine Erklärung über die Herkunft der »Monster«. Dazu baut Christian Gailus vermehrt Stellen ein, die weltweit zusammenhängende Aktivitäten aus dem Untergrund erahnen lassen, sodass sich langsam aber unmissverständlich das Bild eines Netzes ergibt, das den kompletten Erdball überspannt.

Zwar kommt Ray bei seinen Nachforschungen in eigener Sache doch deutlich der Zufall zuhilfe, doch ist damit auch die Erzählweise wieder angenehm abwechslungsreich und lebendig gestaltet. Einiges erfährt er selbst nur aus zweiter Hand – Lovecraft hat dieses Stilmittel auch genutzt, um eine Aura des Vagen und Geheimnisvollen zu erzeugen ­­–, anderes erlebt man beispielsweise als (Mit-)Betrachter eines Handyvideos, das Ray in den Tunnel unter dem Coleman-Haus aufgenommen hat.

Anderswo, vor Lynxworth, wird das Teufelsriff genauer unter die Lupe genommen, bei dem es sich natürlich um das Riff aus Lovecrafts Schatten über Innsmouth handelt.

Fazit:
Es geht spürbar auf die Zielgerade und bleibt weiterhin mysteriös und spannend.

(eh)