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John Sinclair Band 2019 – Inugami – Die Bestie

Ian Rolf Hill
John Sinclair Band 2019
Inugami – Die Bestie

Grusel, Heftroman, Bastei, Köln, März 2016, 68 Seiten, 1,80 Euro, Covermotiv: Shutterstock/Tsuneomp; Verkhovynets Tars; Mythia
www.bastei.de

[…] Bodennebel kroch heran und umfing die sterbende Kreatur mit seinem geisterhaften Armen. Hinter dem Kopf des Hundes erschien aus dem Dunkel der Nacht die riesenhafte Gestalt des Folterknechts. Mit dem rechten Arm holte dieser weit aus. Der Hund spürte zwar die Erschütterungen des Bodens, als sich sein Peiniger erneut näherte, doch er war nicht mehr dazu in der Lage zu reagieren. Was hätte er auch tun können? […]

Noch am selben Tag, als Harvey und Joshua Sexton nicht zuletzt aufgrund des Einflusses ihres Vaters vom Verdacht der Vergewaltigung an ihrem japanischen Zimmermädchen Chiko Yamamoto vor Gericht freigesprochen wurden, wird die komplette Familie Sexton in ihrem Wohnhaus förmlich hingemetzelt. Der Fall landet über Tanner bei John Sinclair, der nun den Leibwächter für den dritten Angeklagten, Felix Conroy, spielen muss. Tatsächlich wird Conroy angegriffen und Sinclair muss hilflos zusehen, denn der Mörder, ein japanischer Rachedämon, ist gegen die Waffen des Geisterjägers nahezu immun. Auch der Richter, der den Freispruch für die Vergewaltiger ausgesprochen hat, wird ein Opfer des Inugami. Und die Todesliste des Dämons ist damit noch nicht zu Ende.

[…] Ein Schatten floss an seinem Gesicht vorbei, streifte seine Haut, die vor Kälte brannte. Er wandte den Blick und sah seinen Freund Bartholomew Lathrop an. In dessen Augen stand die nackte Panik geschrieben. Auch der Richter war unfähig, sich zu rühren. Tatenlos musste er mit ansehen, wie das schwarze Gespenst auf ihn zukam. […]

Mit dem Inugami bringt Ian Rolf Hill einen sehr exotischen Dämon in die Sinclair-Welt, der noch nicht einmal seinerzeit in Akte X verwurstelt wurde. Lediglich vor einigen Jahren, im Zuge des J-Horror-Booms, erschien das Mystery-Drama Inugami – Die Verfluchten in Deutschland auf DVD. Nichtsdestoweniger bietet der japanische Rachedämon einen schönen Aufhänger für eine Monster-der-Woche-Folge für Zwischendurch, um sich von dem Bombast um den Täufer, die dunklen Eminenzen und den schwarzen Dom zu erholen. Dass der Roman sehr schnell zur Sache kommt und die Handlung schnörkellos vorangeht, sorgt dafür, dass die Spannung nicht abreißt. Auch das Motiv für die Beschwörung des Rachedämons ist absolut nachvollziehbar, sodass es hier kein plumpes Gut-/Böse-Schema gibt. Das Salz in der Suppe besteht darin, dass der Inugami recht unbeeindruckt von Sinclairs Waffenarsenal ist, sodass die Geisterjäger zur Quelle des Fluchs vordringen müssen, um diesen zu brechen. So bietet der Band 2019 einen geradlinigen und im Aufbau nahezu altmodischen Gespenster-Krimi im besten Sinne. Auch dürfte dieser Roman eine der drastischsten Szenen der Sinclair-Historie beinhalten, denn zur Beschwörung eines Inugami ist es notwendig, einen Hund zu foltern und zu köpfen. Ausgesprochene Hundefreunde sollten den Roman vielleicht besser auslassen.

Die Leserbriefseite bietet diesmal die Leser-Kürzest-Geschichte Vampir-Zeit von Andreas Nauber über einen Blutsauger, der erst gepfählt und Jahrhunderte später wieder erweckt wird.

Das Covermotiv wurde aus drei Shutterstock-Bildern mehr schlecht als recht zusammengefummelt. Was zum Beispiel die Kürbisse sollen, weiß wohl nur der »Grafiker«.

Fazit:
Geradlinig, durchweg spannend und ohne viel Tam-Tam erinnert Inugami – Die Verfluchten an den klassischen Gespenster-Krimi. Auch für Gelegenheitsleser geeignet.

(eh)

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