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Die eiserne Krone

Christoph Hardebusch
Die eiserne Krone

History, Hardcover, Wunderlich Verlag, Reinbek, Juni 2015, 496 Seiten, 16,95 Euro, ISBN: 9783805250658
www.wunderlich.de

Frühsommer 1451: Lukas, der Bastard des Ritters Johannes aus Eschwege, ist zufällig in die Fänge von Piraten aus dem Maghreb geraten und sieht als Galeerensklave dem sicheren Tod entgegen.
Aber dann bricht vor der Küste Zyperns ein Sturm aus. Lukas kann sich und sogar noch den jungen osmanischen Adeligen Selim retten. Der schickt ihn zum Dank als freien Mann nach Konstantinopel.
Doch die Zeiten sind unruhig, und ein alter Konflikt spitzt sich zu: Das osmanische Reich unter Mehmed II. will den Thron der Welt erobern. Bald fallen die Stadtmauern. Im größten Kriegschaos deckt Lukas eine Verschwörung gegen den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches auf. Jetzt ist sein Leben in Gefahr …

Nachdem ich die Fantasyromane von Christoph Hardebusch kenne, war ich gespannt darauf, wie er ein historisches Thema angeht. Ich will nicht sagen, dass ich vollkommen überrascht bin, zu viel erinnert an den Stil seiner Fantasyromane. Aber, er hat sich ein wenig gewandelt, und so ist das Thema nicht nur gut gewählt, sondern ebenso gut zu Papier gebracht.

Wir schreiben den Frühsommer im Jahre 1451. Ritter Johannes aus Eschwege hat kurz nach der Geburt von Lukas diesen als seinen Sohn angenommen und großgezogen. Nun verlässt Lukas das elterliche Heim, um auf Pilgerfahrt zu gehen. Kurz vorher ist sein (Zieh-)Vater gestorben. Lukas ist daran interessiert, herauszufinden, wer sein wirklicher Vater ist. So treibt es ihn in die Fremde, oder besser gesagt, in die Heimat seiner Mutter, was durchaus gleichbedeutend sein kann.

Das Leben kann so hart sein, so auch zu Lukas. Auf seiner entbehrungsreichen Reise gerät er bei einem Überfall in die Hände von Piraten. Somit sieht er einer unsicheren Zukunft entgegen, die hauptsächlich Galeerenarbeit beinhaltet. Bei den Piraten lernt er eine Menge Menschen kennen, die ein ähnliches Schicksal ereilte. Eine Flucht scheint aussichtslos. Zufällig gerät das Piratenschiff vor Zypern in einen heftigen Sturm. Mit Mühe kann er sich und den Adligen Selim retten. Zum Dank lässt Selim den angeschlagenen Lucas von seiner Verlobten Alexis pflegen. Nach seiner Genesung kann Lucas Selim als freier Mann verlassen. Aber die schöne Alexis hat es ihm angetan, sie beherrscht einen Gutteil seiner Gedanken. Wenn es nach ihm ginge, würde er seine Zeit nur mit der schönen Frau verbringen. Aber sie wird ihren Verlobten Selim demnächst heiraten.

In Konstantinopel gerät Lucas in weitere Schwierigkeiten. Sultan Mehmed II. will seine Herrschaft ausweiten und plant dies mit Konstantinopel als erster Stadt. Schon bald fallen die Stadtmauern und die Stadt liegt schutzlos vor den Angreifern. Lukas findet sich inmitten der feindlichen, gewalttätigen Auseinandersetzung wieder. Der Probleme nicht genug wird er in weitere Widrigkeiten verstrickt. Er deckt eine Verschwörung gegen den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches auf.

Christoph Hardebusch hat einen angenehm flott zu lesenden Schreibstil. Schon in den ersten Kapiteln zeigt sich, wie hervorragend der Autor in der Lage ist, dem Leser die jeweilig vorherrschende Stimmung zu vermitteln. So ist zum Beispiel das Grauen während des Überfalls auf Lucas durch die Piraten fast greifbar. Generell waren die Umstände der Belagerung Konstantinopels schonungslos geschildert. Nicht zu blutig, jedoch wurde auch nichts beschönigt, da es eben gerade eine Zeit voller Leid und Entbehrungen war. Lucas als Person ist der Sympathieträger und authentische Charakter. Unzweifelhaft gehört Die eiserne Krone zur den spannendsten Romanen, die Christoph Hardebusch schrieb. Mehr noch als seine Fantasy wurden die Abenteuer um Lucas zu einem ausgewachsenen Lesevergnügen.

(es)