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Das Geheimnis zweier Ozeane 17

Zweiter Teil
Fünftes Kapitel
Lord ist in Gefahr!

Die jungen Leute sprangen aus der Druckkammer des U-Bootes übermütig wie Schüler, die nach einer langweiligen Unterrichtsstunde aus dem Klassenzimmer zum Spiel in den Schulhof stürmen.

Marat stieß lachend Zoi, der seine Schraube noch nicht in Bewegung gesetzt hatte, von der Plattform herunter; Zoi sank schimpfend und mit den Armen fuchtelnd auf den Meeresgrund hinab.

»Geschieht dir recht, du Goldsucher!«, schrie Marat ausgelassen, warf seine Schraube an und stürzte ihm nach. Er packte Zois Beine und stieß sein Opfer, das hilflos mit dem Kopf nach unten hing, vor sich her.

»Lass mich los, Teufel noch mal! Hilfe!«, brüllte Zoi, mit den Beinen strampelnd.

Marat sauste lachend und lärmend, den Freund hinter sich herziehend, mit der ganzen Kraft seines 50-SP-Motors davon; Zoi versuchte verzweifelt, sich zu befreien.

Pawlik sah, in welcher Bedrängnis Zoi war, und eilte ihm zu Hilfe. In voller Fahrt sauste er nach oben und ließ sich mit lautem Geschrei auf den Rücken Marats fallen, umschlang seinen Hals mit den Beinen und versuchte vornübergebeugt, dessen Hände von Zoi zu lösen.

»Noch einen Moment, Zoi!«, schrie er. »Wir werden es schon schaffen!«

Drei metallglänzende Körper verflochten sich zu einem Knäuel. Die Stirnlaternen tanzten irrlichternd über dem Meeresboden. Von ihrem Schein angelockt, schwammen zahlreiche Tiefseebewohner herbei, stoben aber gleich wieder wie ein Feuerwerk auseinander. Endlich gelang es Marat, sich so weit zu befreien, dass er die Seitentasche öffnen konnte. Er drückte auf einen Knopf seines Steuergerätes und ließ seine Schraube an. Im nächsten Augenblick wirbelte ein mächtiger Wasserstrahl gegen Zois Brust. Zusammen mit Pawlik wurde er einige Meter fortgeschleudert. Die Rollen waren vertauscht.

»Haltet ihn fest!«, brüllte Zoi und schoss in wilder Verfolgung hinter Marat her.

»Haltet ihn!«, schrie Pawlik begeistert. Er holte den Fliehenden als Erster ein und packte ihn.

»Pawlik, lass los!«, keuchte Marat. »Zoi wird Kleinholz aus mir machen!«

Da kam Zoi auch schon angesaust. Marat wurde tüchtig durcheinandergeschüttelt; reumütig gelobte er Besserung. Endlich ließen Pawlik und Zoi von ihm ab. Erschöpft, aber in bester Laune schwammen alle drei weiter, an der Spitze Marat, der ab und zu auf seinen Kompass blickte.

»Wohin möchtest du eigentlich?«, fragte nach einiger Zeit Zoi.

»Zu Schelawin. Er kontrolliert die aufgestellten Messgeräte und hat Skworeschnja gebeten, ihm ein neues Tiefseethermometer anstelle eines durch Wasserdruck beschädigten zu schicken.«

Vor ihnen zeigte sich jetzt ein rötlicher Nebelfleck, der sich bald in eine rote Lampe verwandelte; in ihrem Schein sah man ein senkrechtes, durch eine Schwimmboje straff gespanntes Drahtseil. Daran hingen ein Tiefseethermometer und daneben ein Strömungsmesser.

Die Freunde näherten sich dem Seil, neben dem Schelawin arbeitete.

Plötzlich ertönte ein schwacher Summerton. Das U-Boot meldete sich.

»Achtung! Achtung! Schelawin! Zoi! Bronstein! Bunjak! Hier spricht die Pionier, der Offizier vom Dienst, Krawzow. Sofort zum U-Boot zurückkehren. Stellt euch auf die Welle von Professor Lordkipanidse ein. Soeben erreichte uns sein Notruf. Haltet Verbindung mit ihm. Vielleicht findet ihr ihn bereits unterwegs. Schnellstens zurückkehren. Das U-Boot bereitet sich zur Abfahrt vor.«

»Sollen wir die Messgeräte abbauen?«, fragte Schelawin aufgeregt.

»Messgeräte nicht abbauen!«, antwortete der Leutnant und fügte scherzhaft hinzu: »In eine schöne Geschichte ist unser assyrischer Bart hineingerasselt! Er schmachtet jetzt sozusagen in zärtlicher Umarmung..

Schelawin wandte sich an seine Begleiter. »Stellt eure Funkgeräte auf Arsen Dawidowitschs Welle ein. Mit voller Geschwindigkeit nach Ostsüdost schwimmen.«

Alle vier durcheilten in einer lang gestreckten Kette das Dunkel der Tiefsee.

Nach einigen Minuten hörten sie unter ihren Taucherhelmen die ruhige und klare Stimme des Zoologen: »Das Tier hat seine Umschlingung etwas gelockert. Ich versuche jetzt, die linke Hand mit dem Kompass vorsichtig den Augen zu nähern.«

»Sie wissen also die Richtung noch nicht?«, fragte Kapitän dazwischen.

»Nein, Nikolai Borissowitsch.«

»Können Sie die Geschwindigkeit angeben?« hörte man den Kapitän weiterfragen.

»Ich denke, es werden annähernd fünfzig Kilometer in der Stunde sein.«

»Versuchen Sie möglichst schnell, die Richtung festzustellen. Sobald die anderen wieder an Bord sind, folgen wir Ihnen.«

»Gut, Kapitän.«

Das Gespräch war zu Ende. Schelawin wartete noch etwas und funkte, kaum seine Erregung unterdrückend, an den Zoologen: »Arsen Dawidowitsch, was ist denn mit Ihnen passiert?«

»Ach, Iwan Stepanowitsch! So eine dumme Geschichte! Es tut mir sehr leid, dass meinetwegen alle Forschungsarbeiten unterbrochen werden müssen. Und das nur, weil ich nicht aufgepasst habe … Ich verließ das U-Boot in Nordnordwest-Richtung, wissen Sie, zur Gorgonienkolonie.«

»Ja, ja. Ich erinnere mich, dass Sie dorthin wollten.«

»Nun, ich schwamm so in Gedanken versunken dahin und achtete gar nicht auf meine Umgebung. Plötzlich war es mir, als stürze ein Wasserfall auf mich nieder. Woher, bemerkte ich erst nicht. Im nächsten Augenblick war mein ganzer Körper von einem Tau – so an die dreißig Zentimeter dick – umflochten, meine Arme und Beine wie in Zwingen … ich konnte keine Bewegung mehr tun.«

»Ach du meine Güte! – Was war es denn?«

»Ich habe nicht die geringste Ahnung, Iwan Stepanowitsch… Irgendein seltsames Lebewesen. Ich weiß auch nicht, ob mich der ganze Tierkörper oder nur sein langer, beweglicher Hals umschlungen hält. Wenn es der Körper ist, so scheint es die geheimnisvolle und legendäre, oft belachte Seeschlange zu sein. Und wenn es nur der Hals ist, so muss ich ihnen, mein lieber Iwan Stepanowitsch, offen gestehen, dass ich nicht mal eine Vermutung aufstellen könnte.«

»Das ist ja entsetzlich … Wie fühlen Sie sich? Sind Sie verletzt?«

»Das nicht. Alles in Ordnung. Der Taucheranzug hat gehalten, und ich hoffe, er wird auch weiter halten, in einer solchen Umarmung, glaube ich, würde auch ein Elefant zerdrückt werden! Ich aber fühle keinerlei Druck. Alles hält der Taucheranzug ab. Jetzt werde ich mit ungeheurer Gewalt durch die Tiefe geschleift …«

»Verlieren Sie nicht den Mut, Arsen Dawidowitsch! Der Kapitän wird alles unternehmen, um Sie zu retten! Hauptsache, Sie kommen heil davon.«

»Das werd ich schon. – Für die Wissenschaft ist dieses Abenteuer von größter Bedeutung. Stellen Sie sich nur vor, was für eine Entdeckung! Es handelt sich natürlich um ein völlig unbekanntes Tier … Ich erforsche jetzt mit größtem Interesse denjenigen Teil des Körpers, der sich gerade vor meinen Augen befindet. Er ist mit großen beinernen Platten, jede mit einem pyramidenförmigen Höcker, bedeckt. Die Platten liegen wie Dachziegel aufeinander. Sie bilden einen durchgehenden Schuppenpanzer mit einer dicken phosphoreszierenden Schleimschicht darauf. Iwan Stepanowitsch! Ich habe es geahnt … Mehr als das – ich habe es gewusst, weich großartige Entdeckungen mich hier erwarten! Ich kann Ihnen gar nicht schildern, wie glücklich ich bin, dass es mir vergönnt ist, so nahe dieses Tiefseeungeheuer kennenzulernen …!«

Weder Zoi noch Marat und Pawlik wagten es, dieses Gespräch zwischen den beiden Gelehrten, die von dem leidenschaftlichen Trieb zur wissenschaftlichen Erkenntnis beseelt waren, auch nur mit einem Laut zu stören. Zoi fragte sich, ob er in einer derartigen Lage ebenfalls soviel Selbstbeherrschung bewahren würde. Würde er, ohne an die Gefahr zu denken, mit ebensolcher Tapferkeit, Hingabe und Selbstverleugnung der Wissenschaft dienen können?

Ein freudiger Ausruf des Zoologen riss ihn aus seinen Gedanken: »Kapitän! Ich kann jetzt auf den Kompass schauen. Kapitän! Hören Sie mich?«

»Ich höre Sie, Lord.«

»Richtung Nordnordost. Mehr nach Ost. Das Tier schwimmt jetzt noch schneller. Seine Körperschlingen haben sich von meinen Augen etwas gelockert, und meine Stirnlaterne beleuchtet den Raum vor mir.«

»Sehen Sie dort etwas, Lord?«, fragte der Kapitän erregt. »Das ist sehr wichtig.«

»Nein, Kapitän. Vor mir blinken nur gelegentlich Meerestiere auf. Sie ergreifen vor mir die Flucht, so, als wollten sie den Weg freimachen … Iwan Stepanowitsch, hören Sie mich?«

»Ich höre Sie, Arsen Dawidowitsch, ich höre Sie gut …«

»Wissen Sie, ich habe den Eindruck, als hätten die Bewohner der dunklen Tiefen einen besonderen Warnsinn, der sie befähigt, das Nähern von Lebewesen und Gegenständen zu fühlen …«

»Sehr interessant … Wenn das aber weder Gesicht noch Gehör ist, welche Erscheinungen dann, außer Licht und Schall, kann dieser zusätzliche Sinn aufnehmen?«

»Den Druck! Ich glaube, dass dieser Sinn, der ja natürlich nicht etwas Neues darstellt, nur ein verfeinertes, besonders gut entwickeltes und vervollkommnetes Gefühl zur Wahrnehmung des Druckes ist, das an sich mehr oder weniger stark jedem Lebewesen eigen ist.«

»So. Sie nehmen also an, dass ein sich bewegender Gegen- stand, besonders ein solcher mit großer Geschwindigkeit, auf die in seiner Bewegungsrichtung liegenden Wasserschichten einen Druck ausübt, der sich dann sogar den weit entfernten Lebewesen des Meeres mitteilt. Das meinen Sie doch?«

»Ganz recht. Sie haben mich verstanden. Sie … Kapitän! Kapitän!« rief plötzlich der Zoologe.

»Ich höre, Lord!«

»Links von mir sah ich gerade eine Bergspitze, einen hohen spitzen Pik. Sieht wie ein Minarett aus. Nun kommen Hügel und wieder Felsen … Wir schwimmen am Ausläufer eines Bergrückens entlang … Ich sehe es ganz deutlich. Meine Stirnlaterne beleuchtete hell den Meeresboden. Und jetzt taucht ein riesiger, fast würfelförmiger Felsen auf, der wie ein mittelalterliches Kastell aussieht, mit Türmen, Zinnen, Bastionen …«

»Ausgezeichnet, Lord! Solche Einzelheiten erleichtern uns die Suchaktion.«

»Nur über die Richtung bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Seit ich auf den Kompass geschaut habe, kann das Tier schon ein paar Mal die Richtung geändert haben.«

»Das ist jetzt nicht mehr so wichtig. Wir nehmen Ostkurs zur Gebirgskette und dann an ihr entlang nordwärts. Der Pik und das Kastell werden uns als gute Wegweiser dienen. Funken Sie Ihre Beobachtungen weiter.«

»Gut …«

»Da kommt auch schon Schelawin mit seinen Begleitern. In einigen Minuten laufen wir aus.«

Nach halbstündiger Fahrt erschien auf dem Bildschirm im Steuerraum das dunkle Massiv des Bergrückens. Die Ultraschall-Bildwerfer zeigten schon von Weitem die undeutlichen Umrisse einzelner Erhebungen, Schluchten und Spalte. Das U-Boot näherte sich den Bergen, drehte dann nach Nord und setzte seine Fahrt langsam fort. Ab und zu informierte der Zoologe den Kapitän über neue Geländemerkmale; einmal meldete er einen bogenförmigen, überdeckten Schluchteingang, später zwei Hügel, deren Gipfel sattelförmig verbunden waren, dann wieder einen Felsen, dessen Spitze vor, einem kleineren Felsen gekrönt war. Dies alles notierte Leutnant Krawzow der Reihenfolge nach und berechnete die mutmaßlichen Entfernungen zwischen den angegebenen Punkten.

Das unbekannte Tier trug den Zoologen mit wachsender Geschwindigkeit in nördlicher Richtung davon. Die Pionier drang in diese unbekannte interessante Bergwelt nur mit einem Fünftel ihrer vollen Geschwindigkeit ein, um die auf dem Bildschirm auftauchenden Orientierungspunkte besser beachten zu können.

Es waren schon vier Stunden verflossen, seitdem Lordkipanidse von dem Ungeheuer gepackt worden war. Das U-Boot konnte ihm nicht schnell genug folgen, und die Entfernung zwischen Jäger und Gejagten wurde immer größer.

Nach einer weiteren Stunde funkte der Zoologe, sein Taucherhelm sei jetzt wieder fest umschlungen, sodass er jede Sicht verloren habe. Er könne die Geländemerkmale deshalb nicht mehr beschreiben. Nur die Richtung war bekannt: direkt nach Nord. Lordkipanidse beklagte sich, der Arm mit dem Kompass sei so fest an seine Brust gedrückt, dass er ihn nicht mehr fühle.

Es vergingen weitere zwei Stunden. Das U-Boot bewegte sich langsam an der Bergkette entlang. Kapitän Woronzow, der diese ganzen sieben Stunden pausenlos im Steuerraum verbracht hatte, schritt auf und ab und schaute zuweilen auf den Bildschirm, von dem der Offizier vom Dienst keinen Blick wandte.

Die erregte Stimme des Zoologen veranlasste den Kapitän, seine Wanderung zu unterbrechen.

»Das Tier hat scharf gewendet«, funkte der Gelehrte, »von Nord direkt nach Ost …«

»Das heißt, dass es in die Berge eindringt«, bemerkte der Kapitän. »Wahrscheinlich durch eine Schlucht. – Notieren Sie das«, wandte er sich an den Oberleutnant, »und berechnen Sie die ungefähre Entfernung vom letzten gemeldeten Geländepunkt.«

Plötzlich sprang der Oberleutnant auf und rief, auf den Bildschirm zeigend: »Der Pik! – Pik in Fahrtrichtung!«

Vom dunklen Hintergrund des Bergrückens hoben sich immer deutlicher die Umrisse eines hohen, steilen Felsens ab. Er verjüngte sich terrassenförmig nach oben und endete in einer Kuppel, die von einer langen, dünnen Spitze gekrönt war.

»Tatsächlich wie ein Minarett«, bemerkte der Kapitän.

»Gleich muss das Kastell auftauchen«, sagte der Oberleutnant, »dann ist es sicher, dass wir auf der richtigen Fährte sind.«

Das Kastell tauchte nach zehn Minuten auf. Sein Aussehen entsprach ganz der Beschreibung des Zoologen.

Der Kapitän befahl, die Fahrtgeschwindigkeit auf fünf Zehntel zu beschleunigen. Der Besatzung bemächtigte sich eine ungeheure Erregung. Skworeschnja erhielt den Befehl, sich mit zehn Mann in voller Bewaffnung zum Verlassen des U-Bootes bereitzuhalten.

»Nun wird uns dieses Biest nicht mehr entwischen, selbst wenn es so bissig und so groß wie ein Pottwal wäre«, sagte Skworeschnja zu Matwejew, der ihm in der Druckkammer bei der Bereitstellung der Taucheranzüge und Waffen half.

»Das Tier ändert dauernd die Richtung«, funkte wieder der Zoologe. »Anscheinend hat die Schlucht viele Windungen … Es schwimmt nicht mehr so schnell …«

»Gut!«, antwortete der Kapitän. »Wahrscheinlich nähert es sich seiner Höhle. Dort wollen wir es einholen. Bereiten Sie sich auf einiges vor, mein lieber Lord. Kein Zweifel, das Tierchen wird sich dort mit Ihnen etwas näher befassen wollen und wird versuchen, die Nuss zu knacken …«

»Soll es … Interessant, wie sein Zuhause aussieht. Eine Höhle ist bei großen Meerestieren eine ziemlich seltene Erscheinung. Nur Kraken und noch zwei, drei verwandte Arten haben einen ständigen Unterschlupf auf dem Meeresgrund. Sehr interessant! — Das Tier schwimmt jetzt ganz langsam … wir verharren fast auf derselben Stelle … Die Ringe um meinen Helm lockern sich … meine Laterne bescheint eine Felswand, die nach oben gewölbeartig verläuft … Ist es vielleicht eine Berghöhle …? Riesige helle Schatten hasten vorbei … Seltsame Schatten … Walzenförmige Körper und lange, biegsame Hälse. Der Ring um den Helm presst sich wieder zusammen …

Das grelle Licht meiner Stirnlaterne reizt wohl das Tier. Es jagt mit mir hin und her … Jetzt ist es bewegungslos. Die Umschlingung hat sich plötzlich gelockert … entsetzlich …! Mein Taucherhelm verschwindet in einem langen ungeheuren Rachen, ein paar Mal länger als der eines Krokodils. Das Knirschen der riesigen Zähne betäubt mich fast … Es sind kegelförmige Zähne, ihre Spitzen leicht nach hinten gebogen. Sie sitzen in regelmäßigen dichten Reihen im Kiefer. Das sind die Kiefer einer Riesenechse …! A-ach …!«

Der letzte Laut klang schwach und gequält. Dann trat Stille ein.

Der Kapitän und der Oberleutnant wurden blass und sahen sich schweigend an.

»Was mag sich dort zugetragen haben?«, flüsterte schließlich Bogrow. Seinen Händen entglitt ein Drehbleistift und fiel klirrend zu Boden.

»Geländemerkmale weiter im Auge behalten!«, befahl der Kapitän mit tonloser Stimme.

»Zu Befehl!«, murmelte der Oberleutnant, hob den Bleistift auf und blickte wie gebannt auf den Bildschirm.

»Lord …!«, rief der Kapitän. »Lord …! Antworten Sie …! Was ist mit Ihnen?«

Nach einer kurzen Pause hörte man die schwache, stockende Stimme des Zoologen: »Nichts Schlimmes, Kapitän. Ich bin auf die Erde geschleudert worden … mit dem Taucherhelm gegen einen Stein … Er reißt mit den Krallen … den Taucheranzug … Augen wie Teleskope …«

Wieder Stille.

»Lord …! Lord …!«, rief der Kapitän. »Lord … So sprechen Sie doch …!«

Der Zoologe meldete sich nicht mehr.