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Mountain Men Teil 8

Bekleidung

Der Mountain Man war ein Produkt seiner Umgebung und der Gesellschaft und seine Kleidung reflektierte diesen Umstand. Diese war eine Kombination aus verschiedenen Stilen und Materialien der weißen Siedler und Bürger sowie die der Indianer, unter denen er für einen längeren Zeitraum lebte.
Ein Newcomer unter den Mountain Man könnte zu Beginn seines Lebens in den Bergen mit Hemd und Hose aus Baumwolle oder Leinen bekleidet gewesen sein, am ehesten jedoch aus reiner Wolle in soliden natürlichen Farben wie gebrochen weiß, blau oder rot. Bedrucktes oder gestreiftes Kattun stand auch zur Verfügung. Der Neuling könnte Stiefel oder Brogans getragen haben. Bekleidung aus Stoff war unter den erfahrenen Mountain Men sehr beliebt und stand auf den Lieferlisten zu den alljährlich stattfindenden Rendezvous ganz weit oben. Obwohl das Tragen von Stoffbekleidung sehr bequem war, hielt sie jedoch nicht lange den harten Bedingungen des Lebens in den Bergen stand und konnte erst während der Rendezvous oder in den weit verstreuten Handelsposten gekauft bzw. getauscht werden. Deshalb ersetzte Bekleidung aus Wildleder die Stoffbekleidung und wurde anstatt des indianischen Vorbildes nach dem Stil des Weißen Mannes angefertigt. Auch wenn es im Winter kalt und im Sommer heiß war, hatte Wildleder den Vorteil, dass es extrem strapazierfähig war, sich wie Eisen tragen ließ und Schutz vor Mücken und anderen Insekten sowie vor Dornen und Gestrüpp bot. Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass es in der Wildnis genügend Ressourcen gab, um Wildleder herstellen zu können oder im Handel mit den Indianern zu erwerben. Lewis und Clark machten während ihrer Entdeckungsreisen zum Erwerb von Häuten und gegerbtem Leder mindestens einen dreitägigen Halt, um ihre Leinenbekleidung, die sich zusehend verschlechterte, ersetzen zu können.

Die Wildlederbekleidung war oft mit Fransen entlang der Nähte ergänzt worden. Der Zweck dieser Fransen scheint vor allem ein dekorativer gewesen zu sein. Möglich ist jedoch auch die Tatsache, dass die Fransen das Profil verwischt haben könnten, sodass der Mountain Man ein weniger deutliches Ziel für Feinde darstellte. Eine andere Überlieferung aus jenen Tagen besagt, dass die Fransen bei Regenwetter das Wasser vom Körper wegleiten würden. Doch scheint mir dies ein wenig zu weit hergeholt zu. Was einmal nass ist, bleibt auch solange nass, bis es getrocknet ist. Und Fransen bieten bei Regen sicherlich keinen Schutz vor Nässe.

Hosen der 1820er und 1830er Jahre waren hüfthoch und bedeckten Hüfte sowie Hosenboden vollständig. Es gab drei verschiedene Formen von Hosenbeinen: der Ofenrohrschnitt, der konische Schnitt oder der Schnitt, bei dem die Hosenbeine eng anliegen. Gürtel wurden zu diesem Zeitpunkt zum sicheren Tragen der Hose nicht verwendet, sondern vielmehr Hosenträger, Bänder oder Sattelgurte.

Leggins und Lendenschurz: Ein Mountain Man konnte sich dazu entschließen, anstatt Hosen Leggins und Lendenschurz zu tragen. Leggins wurden entweder mit Stoff- oder Strumpfbändern oben gehalten. Beide Bekleidungsstücke hatten den Vorteil, dass sie einfach herzustellen, sehr komfortabel und funktionell waren. Besonders beim Fallenstellen konnten Leggins sehr einfach entfernt und wieder angezogen werden.

Gürtel wurden verwendet, um Waffen wie zum Beispiel Klappmesser, Tomahawks oder vielleicht eine Pistole am Körper tragen zu können. Die Gürtel waren in der Regel nicht breiter als 2 Inches (50,8 mm) und recht einfach ohne Stifte oder Nieten gehalten. Große gewebte Schärpen fanden ebenso Verwendung. Wenn Schnallen zu sehen waren, trug man diese in der Regel an der Seite.

Die Mountain Men verwendeten weite Hemden im einfachen Pulloverdesign mit lose sitzenden Ärmeln. Uni-Farben, besonders rot, aber auch blau, grün und gelb waren die Favoriten. Hemden waren eine beliebte Handelsware bei Rendezvous, und jedes Jahr wurden Hunderte in die Berge und an den Mann gebracht.

Viele der Mountain Men trugen Lederjacken, welche vorn offen waren.

War Shirt: Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ein Mountain Man ein solches Shirt der Prärieindianer getragen hat, es sei denn, dass er von einem Indianerstamm aufgenommen und voll und ganz in die indianischen Lebensweise integriert wurde. Edward Rose, auch unter den Namen Cut Nose, The Five Scalps und Nez Coupe bekannt, sowie Jim Gaudy Liar Beckwourth gehörten vermutlich zu den wenigen, die War Shirts getragen haben könnten.
Das War Shirt gehört zu den markantesten Kleidungstücken, welche durch die Prärieindianer entwickelt wurden. Es war nicht nur einfach ein Kleidungsstück, sondern ein Zeichen der Ehre, das nur durch einen getragen werden konnte, der sich großen Respekt erarbeitet hatte. Die Verzierungen auf dem War Shirt symbolisierten oft spezielle Bedeutungen.

Reinigung der Lederbekleidung: Im Allgemeinen wird weißer Ton für die Reinigung von Wildleder und der Lederbekleidung verwendet. Dem Ton wird solange Wasser hinzugefügt, bis sich eine Flüssigkeit von etwa der vierfachen Viskosität von Milch gebildet hat und danach auf die Oberfläche des Leders aufgetragen. Nach dieser Behandlung wird das Stück vollständig in die Sonne gelegt und so lange abgerieben, bis es weich und geschmeidig ist. Durch diese Prozedur werden Schmutz- und Fettflecke beseitigt, und die Häute erstrahlen in einem milchigen Weiß. Man kann auch roten, gelben, blauen oder schwarzen Ton kann verwenden, um dem Leder die gewünschte Farbe zu geben.

Capote: Bei kühlem und frostigem Wetter wurde von den Mountain Men ein Capote getragen. Der Capote ist ein langer Mantel im schlichten Design, oft mit einer Kapuze ausgestattet. Er war aus Wolldecken oder ähnlichem Material gefertigt und konnte in den Bergen zugeschnitten und zusammengesetzt werden. Capotes standen sowohl bei den jährlichen Rendezvous als auch in den Handelsposten zum Kauf zur Verfügung. Der Capote lassen sich bis in die frühen 1700er Jahre zurückverfolgen und waren bis in die frühen 1870er Jahre sehr beliebt. Obwohl als Mantel entworfen, konnte der Capote auch als zusätzliche Schlafdecke während der kalten Jahreszeit verwendet werden. Der Capote hält warm und ist bequem, war jedoch groß und weit genug, um besonders im Winter mehrere Schichten an Kleidung tragen zu können.

Mokassins: Da sich Stiefel oder Brogans schnell abnutzten, wurden sie durch Mokassins ersetzt. Einige Männer aus jenen Jahren tauschten ihr Schuhwerk, ohne darauf zu warten, bis es verschlissen war, bereits in St. Louis bei der Beschaffung der Ausrüstung für ihre Expedition gegen Mokassins ein. Trotz tiefgründiger Recherche bin ich mir nicht sicher, wie glaubwürdig es ist, dass sie vor dem Handel ihre Fußsohlen gehärtet haben sollen. Herren- und Damenschuhe waren keine ungewöhnlichen Posten bei den Vorräten. Die Damenschuhe dienten offensichtlich als mögliche Handelsware für die Indianerfrauen. Anzumerken ist die Tatsache, dass es genauso viele Arten von Mokassins wie Indianerstämme gab.

Die von den Mountain Men getragenen Hüte waren weit, mit flacher Krempe und niedriger Krone. Hüte aus Filz waren oft hell gefärbt: gebrochenes Weiß, braun oder grau. Die Hutbänder bestanden meistens aus einer einfachen Schnur, einem Band oder einer Schleife. Oft zierten Federn und Schwänze diese Art der Kopfbedeckung, manchmal steckte eine Tonpfeife im Hutband. Der amerikanische Maler Alfred Jacob Miller beschrieb eine Art Jägerhaube, welche von den Männern selbst angefertigt wurde, um den verloren gegangenen oder abgenutzten Filzhut zu ersetzen. Diese Hauben wurden aus Teilen einer Decke oder aus Leder hergestellt. Viele sind mit »Ohren« und einem Nackenschutz versehen, der bis zu den Schultern reicht. Zu Beginn der 1850er Jahre änderte sich die Hutmode. Der schweizerische Maler Rudolph Friedrich Kurz zeigte auf seinen Bildern aus dieser Zeit sowohl viele Hüte mit hohen Kronen als auch Stoffhüte mit Lederbesatz.

Bisonroben wurden aus dem brauen und sehr weichen Fell des Bisons gefertigt. Zusammen mit Kopf und Schwanz des Bisons waren sie für die Indianer außerordentlich wertvoll, da sie glaubten, dass durch das Tragen eines solchen Kleidungsstückes der Geist des Bisons auf sie vollständig übertragen wurde. Sowohl die Indianer als auch die Mountain Men schätzten die Bisonroben besonders in der kalten Jahreszeit. Sie wurden einfach über die Schultern drapiert, mit den Händen geschlossen gehalten oder in der Mitte mit einem Gurt festgebunden.

Indianer verwendeten Bisonroben auch als ein Medium, um Glaubenslehren oder Erfahrungen von Personen oder der Gesellschaft als Ganzes aufnehmen zu können. Die Gestaltung der Felle stellte eine durchdachte Pflicht dar, da sie in der indianischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert besaß. Die Mandan-Frauen zum Beispiel trugen Ringe und Armbänder als Zeichen dafür, wie viele Felle sie bereits gestaltet hatten.

Im Pelzhandel erlangten Bisonfelle mit Beginn der 1830er Jahre gegenüber dem Biber immer mehr an Bedeutung, waren jedoch als Handelsware in der Prärie und in den Rocky Mountains aufgrund des relativ viel höheren Preises im Vergleich zum Biberfell, der Größe und des Gewichts und des größeren Zeitaufwandes beim Gerben im Allgemeinen weniger gefragt als Biberfell. In den Bergen bezahlte man für eine Bisonrobe 3 bis 5 Dollar. Eine Reihe von Faktoren änderte die Nachfrage nach Bisonfellen: die stetig ansteigende Anzahl an benötigten Bisonfellen zur Herstellung von Riemen für die Kraftübertragung an Maschinen, der Preissturz bei Biberfellen sowie der Modeschrei nach Schlitten- und Tagesdecken sowie Wand- und Bodenteppichen. Versuche, Bisonfelle auch in Europa zu etablieren, blieben in der Regel wegen des Gewichts und relativ hoher Versandkosten erfolglos. Aufgrund ihrer Masse wären Bisonfelle nicht zu einem wichtigen Handelsartikel geworden, wenn sie nicht mit Güterzügen ostwärts transportiert worden wären. Zuvor beschränkte sich der Handel mit Bisonfellen mehr oder weniger auf die Forts und Handelsposten entlang des Missouri, seiner Nebenflüsse und zum Bent’s Fort und seinen Konkurrenten entlang des Santa Fe Trails. Aufgrund ihrer Sperrigkeit (10 Felle pro Pack) musste eine Form des Transports, um große Posten annehmen zu können. Die ersten Transporte zurück nach St. Louis wurden mit Mackinaw- und Kielbooten durchgeführt. Dampfschiffe, beginnend in den frühen 1830er Jahren, und die Eisenbahn in den 1860er Jahren reduzierten drastisch die Transportkosten, da Gewicht und Größe der Bisonfelle eine relativ untergeordnete Rolle spielten. Infolgedessen wurde der Bison, wie der Biber vor ihm, fast ausgerottet und die Indianer einer ihrer Lebensgrundlagen beraubt.

(wb)