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Mystery

Die Aufgabe

Die Aufgabe

Jeder von uns bekommt eine Aufgabe mit auf den Weg, wenn er in diese Welt geboren wird. Bei dem einen zeigt sie sich nur undeutlich und dringt erst im Alter aus dem Schatten, der sie bis dato verbirgt. Bei dem anderen kristallisiert sie sich während der Schulzeit oder des Studiums heraus, wenn das Hirngespinst, als Biologe, Mediziner, Anwalt oder Mathematiker sein Geld zu verdienen, zu einer festen Absicht wird.

Mark kannte die Aufgabe, die ihm das Leben aufgebürdet hatte, bereits im Kindergarten. Wir waren vier Jahre alt, als wir Bekanntschaft miteinander machten. Es passierte an einem Spieltisch in der hintersten Ecke und ich erinnere mich daran, als lägen zwischen diesem Damals und dem Jetzt keine zweiundvierzig Jahre, sondern höchstens zweiundvierzig Minuten. Während die anderen Kinder rumtollten, stritten, sich mit lautem Geschrei über den Vorschlag der Erzieherin beschwerten, ein Puzzle zusammenzulegen, oder sich aus Langeweile gegenseitig an den Haaren Weiterlesen

Arthur von Schneefels


Die folgende Geschichten handelt von Sorgen und Nöten junger Autoren und davon, wie man nicht damit umgehen sollte. Handlung und Personen sind frei erfunden und jedwede Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder tatsächlichen Handlungen wären purer Zufall und nicht beabsichtigt.


Sie stand auf der Brücke, das Seil lag locker um ihren Hals. Das andere Ende hatte sie schon fest an einem Pfeiler angeknotet und sich mehrfach davon überzeugt, dass der Knoten auch halten würde.

Es war das dritte Mal in ihrem kurzen Leben, dass sie sich in eine Lage hineinmanövriert hatte, aus der sie keinen anderen Ausweg sah, als ihr Leben beenden zu wollen.

Und dabei fing doch alles einmal so gut an.

Francis stand da und verstand nicht, warum sich alles gegen sie gewendet hatte. Wirklich alles! Wie schon die beiden Male zuvor war sie fest davon überzeugt, dass sie selbst keine Schuld traf. Nur der Neid all der Menschen, die ihr den Erfolg missgönnten, war es, der sie seit geraumer Zeit immer wieder in die Verzweiflung trieb. Begonnen hatte alles damit, dass sie Arthur von Schneefels aus ihrer Phantasie entlassen und zu Papier gebracht hatte.

Vor ihrem geistigen Auge liefen in Sekundenschnelle all die Dinge ab, die sie hierher geführt hatten.
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Wird es wieder wie früher?

»Wird es wieder so wie früher?«, fragt Daniel.

»Wenn wir uns an den Plan halten«, sage ich, nehme den Speer und marschiere runter ins Dickicht.

Eisiger Wind, der nach Schnee riecht, stürmt durch die Fichten. Die Luft schmeckt jetzt anders, wie aus einer Filtermaschine. Ist so, seit die Soldaten aufgekreuzt sind.

Daniel sieht mich an. Seine Augen leuchten smaragdgrün, voller Spannung.

Ich schätze ihn auf Mitte zwanzig. Seine strohblonden Haare stehen in alle Richtungen ab, als Weiterlesen

Gorgoneion

Die Geschichte
Die Gorgone Medusa lebt zurückgezogen in einer Höhle außerhalb der Zivilisation. Vom Fluch des Ephyalkes getroffen, wachsen ihr zehn Jahre lang Haare statt Nattern und jeder Mann, der sie zu Gesicht bekommt, verliebt sich in sie.
Doch eines Tages erscheint Perseus, entsendet von Polydektes, die Gorgone zu ermorden.
Kann Perseus sich ihrer Schönheit entziehen?
Und was passiert, wenn sich Medusa nach zehn Jahren wieder in ihre ursprüngliche Gestalt zurückverwandelt?
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Der Gipfel

Der Gipfel

I

Schurre musste unbedingt diesen Gipfel bezwingen. Seit er das Bild des Magnon, das Bild des höchsten Berges des Landes, im Haus Johannes Burgers gesehen hatte, ließ ihn dieser Gedanke nicht mehr los. Der Berg übte seitdem eine solche Faszination auf ihn aus, dass ihm das Vorhaben, diesen Gipfel zu erklimmen, als das Wichtigste erschien, was er in seinem Leben tun musste. Er hatte zuvor schon öfter Berge des gleichen Massivs erstiegen, und dies war ihm immer leicht gefallen, doch noch nie hatte ihn ein Gipfel so sehr gereizt wie der Magnon.
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Auto Tuning

Als Ben die Polizeisirenen in der Ferne hörte, löschte er das Licht und raste mit seinem Ferrari weiter. Er wusste nicht einmal, ob der Einsatz ihm galt, aber er hatte auch keine Ambitionen, sich wegen einer offenen Uraltrechnung schnappen zu lassen.

Die leicht abschüssige Straße führte auf ein Waldstück zu. Ben hoffte auf sein bisheriges Glück und darauf, dass ihm kein Tier vor das Auto lief. Das graue Asphaltband war zwischen den Bäumen kaum zu erkennen und Ben hielt sich, noch immer mit Tempo mindestens zweihundert, genau auf der vermuteten Straßenmitte. Ein paar Kilometer ging die Rechnung auch auf, dann tauchte, wie aus dem Nichts, etwas großes Dunkles genau vor ihm auf. Es knallte mörderisch, Blut spritzte über die Winschschutzscheibe und Ben hatte keine Ahnung, Weiterlesen