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Marshal Crown – Band 30

Kein Gesetz in Preston City

Die Sonne stand tief über den westlichen Hügelausläufern der Guadalupe Mountains. Ihr purpurner Schein kündigte den Einbruch der Dämmerung an, trotzdem war es immer noch unerträglich heiß. Selbst der Abendwind, der von Norden her die Berghänge hinab wehte, brachte keinerlei Abkühlung.

Stuart Preston, der trotz seiner geringen Größe im Sattel eines riesigen Morganhengstes saß, stöhnte ob der Hitze und zog sich mit einer theatralisch wirkenden Geste seine maßgefertigten Wildlederhandschuhe aus. Dabei musterte er den hageren Mann, der nur wenige Schritte von ihm entfernt am Boden lag, angewidert wie ein lästiges Insekt.

Der Mann bewegte sich stöhnend und erwiderte den Blick des Ranchers aus aufgerissenen, angstvollen Augen. Er zitterte und hielt beide Hände auf eine Wunde am Oberschenkel gepresst, aus der unablässig Blut floss.

»Seid ihr verrückt geworden? Was soll das?«, keuchte er.

Seine Blicke flogen dabei förmlich zwischen Preston und dem halben Dutzend Reiter umher, die keine drei Schritte von ihm entfernt vornübergebeugt im Sattel ihrer Pferde saßen.

Harte Reiter, bullig, bärtig, mit brutalen Gesichtern und tief hängenden Colts.

Bevor einer der Männer antworten konnte, schlug Preston mit den Lederhandschuhen gegen den Sattel, dass es nur so klatschte.

»Das fragst du noch, du verdammter Viehdieb?«

Das Gesicht des Verwundeten verzerrte sich jäh. »Viehdieb?«, schrie Frank Drover mit schriller Stimme. »Ich bin kein Viehdieb!«

»Was habe ich euch gesagt?«, sagte der kleine Rancher und blickte Beifall heischend in die Runde. »Der Kerl lügt, sobald er das Maul aufmacht.«

»Soll ich ihm eine Kugel in seinen verlogenen Balg jagen?«, fragte einer der Reiter, ein weizenblonder Hüne mit wettergegerbtem Gesicht, und hob sein Gewehr.

Der Rancher schüttelte den Kopf. »Nein Sam, das wäre zu einfach«, antwortete er grimmig. »Der Hund soll leiden, er soll sich vor Angst in die Hosen scheißen, bevor er von dieser Welt abtritt. Außerdem brauchen wir ein Zeichen, das den anderen Schollenbrechern aufzeigt, was mit ihnen passiert, wenn sie weiterhin mein Vieh stehlen.«

Preston deutete auf einen mächtigen Palo Verde-Baum, der sich keinen Steinwurf entfernt vor ihnen in den Himmel streckte. »Wir hängen ihn auf, und zwar dort.«

»Das ist Mord, Preston«, sagte Drover mit zitternder Stimme. Sein Gesicht war bleich wie eine frisch gekalkte Wand. »Ihr Schweine! Ihr wollt mich doch nur erledigen, damit ihr meine Farm übernehmen könnt. Ich habe kein Vieh gestohlen, die Rinderhaut hat irgendjemand anderes in meinem Maisfeld vergraben.«

»Ach ja, und warum bist du dann weggerannt, als du uns gesehen hast?«

»Was hätten Sie denn an meiner Stelle getan, wenn plötzlich ein halbes Dutzend Reiter brüllend und schießend auf Sie zugekommen wäre?«

Preston lächelte kalt. »Ich wäre stehen geblieben, aber ich habe im Gegensatz zu dir Dreckskerl ja auch ein reines Gewissen.«

»Du Schwein!« Die Stimme des Verwundeten schien sich beinahe zu überschlagen.

Preston machte eine abwertende Handbewegung, die jedem aufzeigte, dass für ihn die Angelegenheit damit erledigt war.

Entschlossen deutete er zu dem Baum hinüber.

»Genug jetzt, bringen wir es hinter uns. Ich habe schließlich noch andere Dinge zu tun, als mich mit Viehdieben herumzuärgern.«

Die Männer stiegen aus den Sätteln. Einer von ihnen entrollte sein Lasso.

Frank Drover schrie auf, fuhr trotz seiner Beinverletzung wie ein Pfeil in die Höhe und versuchte, sich auf Preston zu stürzen, der ihn mit einem abfälligen Grinsen musterte.

Er hatte nicht die geringste Chance.

Fäuste packten ihn, ehe er sich dem Rancher auch nur einen Schritt nähern konnte.

Vergeblich wand er sich in den eisenharten Griffen der Männer, die ihn langsam aber unaufhaltsam in Richtung Baum zerrten. Schweiß rann ihm in Strömen über das Gesicht. Ein Schrei, der nichts Menschliches an sich hatte, entrang sich Drovers Kehle.

»Mörder!«

Die Männer lachten.

Drovers Stimme glich jetzt der einer waidwunden, in die Enge getriebenen Kreatur, die ihren Tod vor Augen sah.

»Ihr gottverdammten Mörder! Eines Tages werdet ihr alle für eure Taten büßen und in der Hölle schmoren. Und dann werde ich es sein, der über euch lacht. Ihr verdammten Schweine, ihr …«

Drovers Stimme erstickte in einem dumpfen Gurgeln, als ihn die Männer auf ein Pferd hoben.

Tränen rannen ihm über die Wangen, während ihm einer der Reiter die Lassoschlinge über den Kopf warf und sie festzurrte.

»Hast du noch was zu sagen?«, fragte Preston.

Drover schüttelte den Kopf.

»Dann bis später, wenn wir uns in der Hölle wiedersehen.«

Preston schlug dem Pferd mit seinen Lederhandschuhen auf die Hinterhand und das Tier machte einen erschrockenen Satz nach vorne.

Das Seil straffte sich und durch den Baum ging ein Ruck.

Einen Moment lang zuckten Drovers Beine im Todeskampf und die Absätze seiner Stiefel schlugen klappernd gegeneinander.

Es klang wie eine Melodie des Todes.

Dann erschlaffte die hagere Gestalt des Mannes jäh und für Sekunden herrschte eine Stille, die nur durch das Schnauben der Pferde unterbrochen wurde.


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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