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Der Teufel auf Reisen 21

Der-Teufel-auf-Reisen-Zweiter-BandCarl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Zweiter Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Fünftes Kapitel – Teil 5
Abenteuer auf dem Lande

Am anderen Morgen begab sich Herr von Sonnenberg zu einem Mann, welcher als ein Gauner der unternehmendsten Art bekannt war, der aber seine Geschäfte im Großen betrieb, denn er hielt sich Wagen und Pferde und bewohnte ein schönes Haus.

Herr Vampyr befand sich gerade nicht in der besten Laune, denn er war Tages vorher unter Androhung einer Denunziation beim Staatsanwalt von einem noch gerade zur rechten Zeit eingetroffenen Vater gezwungen worden, einen Raub, welchen er bereits in Sicherheit wähnte, wieder herauszugeben. Als er nun Herrn von Sonnenberg erblickte, fiel ihm ein, dass dieser ebenfalls noch mit einer erheblichen Summe in seinem Konto stand. Nach einer Unterredung von einer Viertelstunde waren aber die Wolken, welche sich auf der Stirn des ehrenwerten Herrn Vampyr aufgetürmt hatten, gänzlich verschwunden. Er befand sich sogar zu einem neuen Geldvorschuss bereit, unter der Voraussetzung nämlich, wie er mit einem behaglichen Lächeln bemerkte, dass das neue Geschäft mit dem Herrn Oheim gut gehen werde. Eine Stunde danach gab Sonnenberg seine Karte in Onkel Gottfrieds Wohnung ab. Obgleich dieser anfangs große Augen machte und sich verleugnen lassen wollte, so verhinderte dies doch die anwesende Jenny, welche längst im Stillen den Wunsch hegte, ihre Bekanntschaften in der Residenz zu erweitern. Doch auch sie besaß ihre geheimen Pläne und ihr sehnlichster Wunsch war, einen baldigen Anfang mit der Rolle zu machen, die sie sich nun einmal vorgenommen hatte in der Welt zu spielen. Durch welche Mittel es gelang, das bisherige Misstrauen ihres alten und einfältigen Verehrers gegen den neuen Verwandten zu entfernen, müssen wir dahingestellt sein lassen. Unwahrscheinlich aber ist es nicht, dass Jenny ihre Gründe hatte, sich sehr warm ihres neuen Bekannten anzunehmen, und wenn Onkel Gottfried in Herrn von Sonnenberg zuletzt einen Mann erblickte, dem die Welt bitterliches Unrecht tat und der das vollkommenste Vertrauen und alle Achtung verdiente, so war es wieder Jenny gewesen, welche diese Umwandlung im schwachen Kopf ihres Anbeters bewirkte, der dabei freilich nicht merkte, dass das Verhältnis zwischen dieser und seinem Verwandten ein immer vertrauteres wurde. Wir haben schon früher erwähnt, dass es dem Bruder des Freiherrn von Bergheim neben der Beschränktheit seines Kopfes nicht an ehrgeizigen Neigungen, an Eitelkeit und Bereicherungssucht fehlte. Als ihm daher Sonnenberg eines Tages den Vorschlag machte, einen Teil seiner Gelder in Aktien anzulegen und als »Präsident« an die Spitze einer neu zu begründenden Gesellschaft »zum Anbau inländischen Tabaks« zu treten, welche die Aussicht habe, in kurzer Zeit einen Gewinn von hundert Prozent zu erzielen, konnte er der Versuchung, seine Kapitalien zu verdoppeln und gleichzeitig als Präsident zu fungieren, nicht widerstehen. Herr Vampyr wurde ihm dabei von Sonnenberg als einer der erfahrensten und solidesten Geschäftsmänner vorgestellt, dessen Beteiligung schon allein genüge, dem Unternehmen einen günstigen Erfolg zu sichern. Zum Überfluss legte man ihm aber auch noch verschiedene Berichte von Sachverständigen vor, aus welchen unzweifelhaft hervorging, dass die zum Anbau der Tabake gewählte Gegend sowohl in Bezug auf den Boden als auch auf die Geschäftslage als eine höchst Günstige zu betrachten sei. Onkel Gottfried ging auf den Antrag ein und Herr Vampyr erhielt den Auftrag, die neuen Aktien unter der Hand an der Börse unterzubringen. Übrigens beabsichtigte der Bruder des Freiherrn später wieder für immer in die Residenz überzusiedeln. Und deshalb hatte auch der Letztere gerade keinen offenen Protest dagegen erheben wollen, als Sonnenberg mit auf dem Gut erschien, weil er hoffte, dass dieser Besuch nur ein kurzer und dann auch der letzte sein werde. Seinen Töchtern gab er aber einen Wink, sich mit großer Zurückhaltung gegenüber dem Herrn Vetter zu benehmen. So herrschte zwischen beiden Teilen eine Kälte und Entfremdung, die dem aufmerksamen Beobachter nicht lange entgehen konnte. Natürlich blieb auch den beiden Husaren-Offizieren – Herrn von Reingold und Herrn von Felsen – dieses Verhältnis nur kurze Zeit verborgen und es wurden ihnen nun bereits früher gemachte Andeutungen völlig verständlich. Aber im Grunde berührte sie dieser innere Familienzwist nicht und dann blieb derselbe auch äußerlich bei dem klugen und besonnenen Benehmen des Freiherrn stets in den Schranken einer vom Anstand gebotenen Zurückhaltung.

»Mein Bruder«, sagte Herr von Bergheim wohl mitunter in seiner bescheidenen Weise, »ist alt genug, um über seine Handlungen Rechenschaft zu geben. Und wenn er auch manches tut, was ich nicht billige, so hoffe ich doch, dass er sich in seinem Alter vor Torheiten hüten wird.«

Der kummervolle Blick, welcher solche Worte begleitete, bewies aber deutlich genug, was für einen Wert er auf diese Hoffnungen legte und wie er sich eigentlich schon im Stillen selbst auf das Schlimmste gefasst machte.

Sowohl Herr von Reingold als auch Herr von Felsen hatten bisher ziemlich sorglos in der Welt gelebt und ein fröhliches Herz, wie es ja meist unter einem Husarendollman schlägt, war ihnen bisher behilflich gewesen, über die kleinen Unebenheiten auf ihren Lebenspfaden leicht hinwegzugehen, ohne viel an das Gestern oder Morgen zu denken. Der Umgang mit Clementine und Marianne stimmte aber beide jetzt ernster. Das schöne häusliche Familienbild, welches sich täglich vor ihren Augen entfaltete, zeigte ihnen das Leben von einer anderen Seite, über die sie bisher fast noch gar nicht nachgedacht hatten. In demselben Maße, wie sie den Freiherrn immer mehr schätzen und achten lernten, fühlten sie auch ihre Zuneigung zu den beiden Töchtern wachsen. Vierzehn Tage des täglichen Umganges waren hinreichend gewesen, um bei den beiden Offizieren eine tiefe und ernste Neigung für die Schwestern zu erwecken. Clementine war schön und sie konnte an Liebreiz gewiss mit jeder ihres Geschlechts wetteifern. So empfänglich auch ein junger Mann von 25 Jahren dafür sein mag, so machte sich hier doch noch etwas Höheres, etwas Reineres geltend, was Reingold zu ihr hinzog. Mit einem Wort, es war die Übereinstimmung der Gefühle und Gedanken, welche bei beiden immer mehr hervortrat, der schöne weibliche Sinn, der sich hier mit Bildung des Geistes vereinigte – jener süße Zauber, der sich dem Mann von Erziehung gegenüber stets geltend macht, wenn das Herz und der Verstand einer Frau zugleich sprechen.

Ähnliche Bemerkungen mochte wohl auch Herr von Felsen im Stillen gemacht haben, denn er war nicht mehr der erbarmungslose Spötter, der sich bemühte, selbst das Ernsthafteste ins Gewand des Lächerlichen zu kleiden, sondern er wurde der kleinen Marianne gegenüber folgsam und gehorsam, ließ sich von ihr wie ein Kind leiten und hielt, wenn er sich mit seinem Kameraden allein befand, lange Vorlesungen, durch die er zu beweisen suchte, dass ein Leben ohne Liebe ein verfehltes Leben sei, und dass ein paar schwarze Augen unstreitig den Vorzug vor allen anderen verdienten. Übrigens hatte sich zwischen den beiden Offizieren und den jungen Damen ein stillschweigendes Übereinkommen gebildet, welches, ohne dass dies gerade ausgesprochen wurde, dahin hinauslief, sich Onkel Gottfried und seinem Anhang zu Gefallen nicht die Stunden zu verbittern. Man wollte das Landleben von seiner wahrhaft poetischen Seite kennenlernen, und so verging fast kein Tag, wo nicht kleine Wasser- oder Landpartien gemacht wurden, bei denen sich mitunter auch Herr von Florheim, wie Schwefelkorn jetzt hieß, sowie dessen Neffe, Brendel vulgo Schwalbe, beteiligten, doch ließ der falsche Florheim deshalb Onkel Gottfried nicht aus den Augen und der Doktor sah es ihm an, dass er nur auf eine Gelegenheit wartete, um dem Kleeblatt einen Streich zu spielen. Oft spottete er, wenn er mit Schwalbe allein war, über dessen Kurzsichtigkeit und erklärte, dass es ihm Vergnügen machen würde, irgendeine Teufelei gegen ihn auszuführen, sobald hierzu der richtige Augenblick gekommen sei.

»An dem sind Hopfen und Malz verdorben«, bemerkte er lachend, »und der ›Herr Präsident zum Anbau inländischen Tabaks‹ wird nicht eher klug werden, bis er, wie man im gewöhnlichen Leben zu sagen pflegt, tüchtig eins auf die Nase bekommt.«

So ganz vertrauensselig war übrigens Onkel Gottfried seinem Schützling Sonnenberg gegenüber doch nicht. Die schöne Jenny verstand es zwar, ihren alten Anbeter stets in guter Laune zu erhalten, aber dieser war eifersüchtig wie ein Türke. Do begann sich bei ihm erst leise und dann immer stärker ein Verdacht zu regen, über welchen er sich bei nächster Gelegenheit Gewissheit zu verschaffen beschloss. Waren ihm erst die häufigen und langen Spaziergänge seiner Flamme mit dem von ihm erwählten Gastfreund in den entferntesten Partien des Parkes aufgefallen, so erregte es jetzt bei ihm nicht minder Kopfschütteln, als er die Entdeckung machte, dass beide sich häufig auf eine kleine abgelegene Insel zurückzogen, welche ein seichter Wassergraben umgab, über den ein schmales Brett gelegt war und die ein sehr hübsches verstecktes Ruheplätzchen bildete.

Schwefelkorn, den es bereits längst danach gelüstete, eine kleine Teufelei auszuführen, trat eines Abends in Onkel Gottfrieds Zimmer, welcher eben mit verschiedenen Arbeiten eifrig beschäftigt schien.

»Guten Abend, mein lieber Freiherr«, sagte er, »störe ich auch nicht?«

»Keineswegs«, antwortete dieser mit unverkennbarer Wichtigtuerei, indem er seine Brille zurückschob.

»Es ist wirklich zum Bewundern, welche Tätigkeit Sie entwickeln. Darf ich fragen, was augenblicklich Ihren Geist in Anspruch nimmt?«

»Ach, Sie glauben nicht, mein bester Herr von Florheim, was so ein Präsident von einer Tabaksgesellschaft alles zu tun hat. Da sind mir jetzt Tabakpflanzen geschickt worden …«

Schwefelkorn trat näher. »Tabakpflanzen? – Das scheinen mir ja ganz gewöhnliche Kohlpflanzen zu sein.«

Onkel Gottfried zuckte mitleidig mit den Schultern. »Da sehen Sie, wie sich auch ein großer Botaniker irren kann. Ja, ja, das Tabakgeschäft muss man von Grund auf verstehen! … Hier dies ist Samen aus der Havanna – na, ich denke wir werden eine Ware comme il faut liefern.«

»Wo ist denn Fräulein Jenny, wenn ich fragen darf?«

»Oben auf ihrem Zimmer, später wird sie erscheinen und uns den Tee servieren. Sie haben keinen Begriff, wie solide und fleißig das liebe Kind ist!«

»Aber vor zehn Minuten sah ich sie doch noch mit Herrn von Sonnenberg zu der Insel gehen«, bemerkte der falsche Herr von Florheim möglichst unbefangen.

»Wie? – Was?«, rief der Tabakpräsident aufhorchend.

»Allerdings, und sie blickten sich beide ziemlich scheu um, so schien es mir wenigstens.« »Erlauben Sie doch einen Augenblick«, rief nun Onkel Gottfried aufspringend und nach einem Stock greifend.

»Wo wollen Sie denn hin?«

»Ein kleines Geschäft abmachen. Ich bin sogleich wieder zurück.«

Fort stürmte er, während Schwefelkorn im Zimmer auf und ab schritt und sich boshaft die Hände rieb.

Inzwischen hatte sich der »Präsident« der Aktiengesellschaft zum Anbau inländischen Tabaks auf großen Umwegen vorsichtig der Insel genähert. In Erwartung der Dinge, die da kommen würden, postierte er sich hinter einen Strauch, welcher seine Person völlig verbarg. Eine Zeit lang war es still und der alte Herr wollte schon in seinem Herzen seiner Flamme wegen des gegen sie gehegten Verdachtes Abbitte tun, als plötzlich ein Geflüster und Gelächter an sein Ohr schlug, wobei er die Stimme Jennys zu erkennen vermeinte.

Nun schlugen die Flammen der Eifersucht von Neuem bei ihm empor, die Röte des Zornes stieg ihm ins Gesicht und mit einem Satz war er am Rand des Grabens, mit hochgeschwungenem Stock stand er auf dem Brett, welches die Verbindungsbrücke zu der Insel bildete. Aber noch hatte er den Fuß nicht wieder erhoben, als dieses verräterische Brett bereits zu schwanken begann und Onkel Gottfried in dem mit Wasser gefüllten Graben verschwand. Zum Glück war derselbe nicht tief und prustend arbeitete er sich bald wieder aufs Trockne.

»Dass dich das Mäuschen beißt«, schrie er, »die Falsche hat mir hier gewiss eine Falle gestellt! Aber sie soll es mir entgelten! … Ich lasse mir keine Hörner aufsetzen, das widerspricht meiner Würde als Tabakpräsident!«

Allerdings war von der schlauen Jenny im Verein mit Sonnenberg ihrem alten und dummen Verehrer dieser Hinterhalt gelegt worden. Als dieser nun polternd und lärmend, mit durchnässten Kleidern, wieder im Schloss anlangte, hatten die beiden längst mittelst eines anderen Brettes die Insel verlassen und befanden sich wieder auf ihren Zimmern.

»Mein Gott, wie sehen Sie denn aus?«, rief Schwefelkorn, der sich kaum des Lachens enthalten konnte.

»Es ist abscheulich!«, schrie der Tabakpräsident. »Meine Würde steht in Gefahr … die ganze Aktiengesellschaft befindet sich in Gefahr … wenn ich mir ein böses Fieber hole und sterbe, so wird dieselbe unfehlbar Bankrott machen!«

Indem öffnete sich die Tür und Jenny erschien auf der Schwelle derselben mit einem ernsten und zürnenden Gesicht.

»Ich bin ganz erstaunt«, sagte sie scheinbar entrüstet, »über den Lärm, welchen Sie vollführen. Man hört es ja durch das ganze Haus, ich fuhr oben ordentlich erschrocken von meinem Sitz auf. Mein Gott, wie sehen Sie denn aus?«, rief sie näher tretend, »was ist Ihnen passiert, so sprechen Sie doch!«

Onkel Gottfried machte ein sehr verblüfftes und dummes Gesicht, offenbar wusste er nicht, was er sagen sollte. Bald aber erhielt der Zorn wieder bei ihm die Oberhand und drohend seinen Arm ausstreckend, rief er: »Ist das der Lohn für meine Treue und Liebe?«

Die junge Dame brach in ein höhnisches Gelächter aus. »Nun wahrhaftig, jetzt glaube ich, dass es bei Ihnen im Oberstübchen nicht richtig ist! Was haben Sie denn?«

»Gestehe, dass du dir mit Sonnenberg auf der Insel ein Rendezvous gegeben hast!«

»Solche Beleidigungen verbitte ich mir, verstehen Sie mich, mein Herr!«

Der arme Präsident wurde wieder an sich selbst irre. »Aber hier, Herr von Florheim ist Euch beiden doch selbst begegnet.«

»Begegnet? Freilich! Was kann ich dafür, wenn Herr von Sonnenberg mit der Flinte auf dem Rücken in den Park geht, um Krähen zu schießen, und unsere Wege sich dabei kreuzen. Herr von Florheim, sprechen Sie die Wahrheit. Trug Herr von Sonnenberg keine Flinte?«

Dieser bewunderte im Stillen die kecke Dreistigkeit Jennys, da es ihm indessen hauptsächlich darauf ankam, an dem Präsidenten der Aktiengesellschaft sein Gemüt zu kühlen. So antwortete er: »In der Tat, es schien mir so … ich glaube sogar ganz bestimmt …«

»Aber ich hörte Euch flüstern«, bemerkte Onkel Gottfried nun schon sehr schwankend.

»So, Sie hörten uns flüstern? … Und wer steht Ihnen denn dafür, dass das nicht jemand anderes gewesen ist? Oh gehen Sie, Sie sind ein Barbar, ein Blaubart, ein Kannibale, der gar nicht solche Treue und Anhänglichkeit verdient!«

Das Fräulein hielt sich ihr Taschentuch vor die Augen und wollte sich entfernen. Onkel Gottfried war bereits völlig geschlagen und legte sich aufs Kapitulieren.

»Na, ich will es glauben, es kann möglich sein, aber man muss auch den Schein vermeiden …«

»Mich so zu kompromittieren! … Was muss dieser Herr hier denken.«

»Ein kleiner häuslicher Zwist ohne alle Bedeutung«, antwortete Schwefelkorn mit einer geschmeidigen Verbeugung. »Doch Sie frieren, Herr Präsident. Es ist nötig, dass Sie die Kleider wechseln.«

»Ja, Sie müssen augenblicklich zu Bett und schwitzen«, rief nun auch Jenny. »Oh Gott, wenn Sie ernstlich krank würden, ich ertrüge es nicht!«

Diese Liebe und Treue nach so harten Vorwürfen machten Onkel Gottfried vollends windelweich. Er drückte seiner Flamme zärtlich die Hand und sagte: »Na, lass es gut sein, alles bleibt zwischen uns beim Alten. Sprich mit Sonnenberg nicht von dem Vorfall und jetzt besorge mir recht heißen Fliedertee, damit ich tüchtig schwitze.«

Mit diesen Worten verließ der ins Wasser gefallene Präsident das Zimmer. Wenn noch irgendein leiser Verdacht bei ihm vorhanden war, so wusste ihm die schöne Jenny diesen nicht allein gänzlich auszureden, sondern er musste auch noch froh sein, dass er von ihr nach dreitägigem Schmollen wieder in Gnaden aufgenommen wurde.

Es ist die alte Geschichte
Und bleibt doch immer neu,

singt Heine, und Onkel Gottfried lieferte eben, wie dies vor ihm schon viele andere getan haben, eine neue Auflage zu dieser alten Geschichte.