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Im Gespräch mit Uschi Zietsch alias Susan Schwartz

Im Gespräch mit Uschi Zietsch alias Susan Schwartz über Mysterium, Band 1 von Perry Rhodan-Olymp

Alexandra Trinley: Band 1 der zwölfbändige Perry Rhodan-Miniserie Olymp startet am 12. Januar 2018. Du hast den Pilotband geschrieben, Olymp entworfen und betreust die Miniserie. Worum geht es?

Susan Schwartz: Der erste Band heißt Mysterium und der Untertitel lautet »Intrigen auf der Handelswelt – ein alter Planet wird zum Konfliktherd«. Auf Olymp steht nicht mehr alles zum Besten, seit der Argyris Beryn Mogaw vor über zwanzig Jahren die Macht an sich gerissen hat. Er spaltet das stolze Volk der Freihändler und verstößt gegen viele Grundsätze. Mit dem alten Planeten ist die Museumswelt Shoraz gemeint, auf der seit fünfzig Jahren die Völker der Liga Freier Galaktiker friedlich forschen.

Alexandra Trinley: Die Miniserien sollen weiteren Leserkreisen zugänglich sein als die komplizierte Hauptserie. Wird Olymp das schaffen?

Susan Schwartz: Olymp ist unabhängig von jeglicher »Altlast«, aber eingebettet ins Perryversum. Der Fokus liegt auf dem Abenteuer vor dem großen kosmischen Hintergrund. Die Serie ist für jeden Neueinsteiger geeignet, um einmal hineinzuschnuppern. Die Hintergründe werden so erläutert, dass jeder sie versteht, und weitere Infos gibt es am Ende jeden Heftes. Ich habe bewusst nichts Offenes aus der Erstauflage entnommen, sondern eine eigene, in sich abgeschlossene Abenteuerstory kreiert, die sich dennoch nahtlos in die aktuelle Hauptserie einfügt.

Die Hauptpersonen sind Perry Rhodan, Gucky und Sichu Dorksteiger. Einige der Nebenfiguren sind ebenfalls aus der Erstauflage bekannt. Weitere, neue Hauptpersonen sind die – undurchsichtigen – Prospektoren, Ypheris Bogyr und die Kolonialterranerin Mahé Elesa. Auf Olymp stellen wir den Argyris Beryn Mogaw und den Rospaner Talin Buff vor, den Einzigen seiner Art. Und dann ist da natürlich noch als Zentralfigur Onara Gholad, eine Frau, die ebenso attraktiv wie antagonistisch ist. Um nicht zu sagen: Sie ist richtig, richtig böse.

Alexandra Trinley: Schön! Und wo spielt die Serie?

Susan Schwartz: Wir haben drei Schauplätze: Olymp, die Museumswelt Shoraz und das geheime Aduransystem. Auf Shoraz wird ein Artefakt gefunden, das unschuldig aussieht, aber einen interstellaren Konflikt auslöst, der zum Krieg führen könnte, wenn nicht …

Alexandra Trinley: … wenn nicht was? Stimmt, wir sollen die Miniserie ja lesen! Nun, Olymp kennen wir ja nun, zuletzt kam sie in der Miniserie Terminus vor. Sie ist die Welt der Freihändler, ein Planet der Wirtschaft und des Handels, seit Jahrtausenden ein Knotenpunkt der Milchstraße. Anson Argyris, Roi Danton, gepflegte Anarchie.

Susan Schwartz: Die Idee entstand während der Arbeit an meinem Band 6 von Terminus, der auf Olymp spielt. Eine unbedachte Äußerung von Chefredakteur Klaus N. Frick zu einer »Miniserie Olymp« löste bei mir einen Begeisterungsschrei aus. So kam in kürzester Zeit eines zum anderen. Nur wenige Wochen später war die Freigabe erteilt. Klaus lieferte einige grundsätzliche Ideen, wir legten die Handlungszeit fest, ich erstellte das Konzept und begann mit den Datenblättern und Exposés.

Alexandra Trinley: Was hat dich denn so begeistert?

Susan Schwartz: Na, Olymp natürlich. Das ist doch die coolste aller Welten! Außerdem wurde sie von Roi Danton mitbegründet. Wenn das kein Grund ist, sich dort auszutoben und die Akteure unendlichem Leid, Intrigen, Konflikten, Schmerzen auszusetzen …

Alexandra Trinley: Hast du nicht mehrfach erwähnt, dass Roi Danton eine deiner Lieblingsfiguren ist? Was magst du an ihm?

Susan Schwartz: Als ich im jugendlichen Alter die vierte Auflage las, nahm Michael Rhodan mich sofort für sich ein. Diese anarchistische Figur, die den Vater an der Nase herumführt und herausragende Qualitäten zeigt. Er ist ein Charakter, der meiner Ansicht nach den Autoren mit am besten gelungen ist, weil er nicht die Distanz des alles überragenden Perry Rhodan hat, sondern nah am Leser ist, ein Held mit Macken und Schwächen unmittelbar aus der Rhodan-Familie. Michael kann all das sein, was Perry verwehrt ist, ohne dass er an Charisma verliert. Dass man ihn sterben ließ, stellte sich im Nachhinein als großer Fehler heraus, der zum Glück, wenngleich auf haarsträubende Weise, korrigiert wurde.

Alexandra Trinley: Und der Konflikt entsteht, weil der herrschende Kaiser seine eigenen Pläne verfolgt, heißt es. Olymp gerät in einen interstellaren Konflikt. Geht das in Richtung galaktische Politik oder in Richtung Action?

Susan Schwartz: Beides.

Alexandra Trinley: Du hast darauf bestanden, dass Perry Rhodans Frau Sichu Dorksteiger eine Hauptrolle spielt. Warum das?

Susan Schwartz: Darauf bestehen musste ich gar nicht, wir waren uns sofort darin einig, nachdem wir entschieden hatten, zu welchem Zeitpunkt die Storyline spielt. Wenn ich schon meine eigene Miniserie machen darf, dann wollte ich auch jene Figur dabeihaben, die ich selbst vor langer Zeit in die Serie eingeführt hatte. Die Gelegenheit bot sich einfach an. Aus diversen Gründen habe ich eine besondere Beziehung zu Dorksteiger und finde, dass sie eine gute, zugleich exotische und starke Frauenfigur ist, die sich in der Serie bestens entwickelt hat.

Alexandra Trinley: Die Museumswelt Shoraz und das geheime Aduransystem hast du neu entworfen? Was für Orte sind das? Wie gingst du bei der Konzeption vor?

Susan Schwartz: Beide Systeme befinden sich im Olymp-Komplex, sind also Teil des kleinen Sternenreiches. Bei der Verortung war mir Michael Thiesen behilflich. Shoraz und Adarem sollten nicht allzu lebensfreundlich sein, denn es muss ja einen Grund haben, warum dort niemand je ist. Außerdem soll es dort schon aus dramaturgischen Gründen nicht sehr gemütlich sein. Entsprechend habe ich die beiden Systeme angelegt.

Alexandra Trinley: Worin besteht eigentlich die gesamte Aufgabenpalette einer Expokratin?

Susan Schwartz: Ich erstelle die Exposés und Datenblätter und prüfe inhaltlich die Romane der Co-Autoren, bevor ich sie an die Redaktion sende. Es wird eigentlich im Vorfeld alles untereinander so gut abgesprochen, dass es an sich nur noch winzige Details gibt, die ich unmittelbar angleichen muss. Wir halten untereinander regen Mailkontakt und arbeiten im Team, das funktioniert gut. Außerdem erstelle ich das Lesermagazin am Ende jedes Heftes, da gibt es dann weiterführende Informationen und ein bisschen Hintergrund, wie die Serie entsteht.

Alexandra Trinley: Wer schreibt denn mit?

Susan Schwartz: Dennis Mathiak schreibt Band 2, Madeleine Puljic Band 3, und dann folgen Dietmar Schmidt, Michael Marcus Thurner und Olaf Brill. Jeder schreibt über jede Handlungsebene, wir haben stets mindestens zwei, aber meistens alle drei Handlungsschauplätze im Roman.

Alexandra Trinley: Und die Titelbilder macht Arndt Drechsler. Was gefällt dir an seinem Stil?

Susan Schwartz: Arndt trifft genau meinen Geschmack. Sein Stil ist opulent. Er kann die Figuren gut darstellen und mit den Raumschiffen gibt er sich sehr viel Mühe. Ich finde seine Bilder stimmungsvoll.

Alexandra Trinley: Ich hätte jetzt gern einen ebenso opulenten, stimmungsvollen Handlungshöhepunkt.

Susan Schwartz: Da kann ich nur mit einer Szene dienen.

Der Raum um sie herum explodierte.

Gestein, Metallteile, Relikte flogen kreuz und quer wie Geschosse. Der Boden erbebte so heftig, dass die Wissenschaftler den Halt verloren. Verzweifelt versuchten sie, sich vor den umherfliegenden Trümmern zu schützen und gleichzeitig zum Ausgang zu gelangen, um durch den Gang nach oben zu fliehen.

Einige stürzten, andere stießen taumelnd zusammen, versuchten sich gegenseitig zu halten.

Das Knacken und Reißen ging in ein ohrenbetäubend berstendes Kreischen über. Der Boden warf sich auf, bekam Risse – und klaffte schließlich auf.

Dann sackte der Raum ab und krängte auf die Seite wie ein untergehendes Schiff im Sturm.

Der Lärm übertönte die Schreie der Wissenschaftler, die sich nicht mehr halten konnten, sich festzuhalten versuchten.

Tebors Hand schnellte vor und packte Monins Arm, der plötzlich abrutschte. Dessen Hände waren blutig, die Fingernägel waren ihm abgebrochen bei dem vergeblichen Versuch, sich in den Fels zu krallen. Aber auch Tebor verlor zusehends den Halt, als der Raum immer steiler kippte.

Unter ihnen tat sich ein gähnender Schlund auf.

»Ach, verflucht!«, rief Monin. »Wer gießt jetzt meine Blumen?«

Unter einer gewaltigen Staub- und Steinexplosion und mit großem Getöse donnerte der Raum in die darunterliegende Kaverne und riss die Wissenschaftler mit sich.

Alexandra Trinley: Hört sich gut an. Danke für die Auskünfte, Susan.

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