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Paraforce Band 30

Paraforce 30

Die Bruderschaft der Peitschenmönche

Prolog

Burlington, Colorado, anno 1848

Isaac Sutherlands Augen blitzten wie die eines hungrigen Raubtiers, als er in den Schacht hinunterstarrte, den die Bewohner des Dorfes vor Tagen in dem Stollen ausgehoben hatten.

Er war rechteckig und etwas mehr als vier Yard tief.

Auf dem Boden loderte ein helles Feuer, das tanzende Lichtmuster auf die Männer warf, die dort an die Wand gekettet waren.

Blut war vor ihren Füßen zu sehen, ausgeschlagene Vorderzähne und Haarbüschel, an denen noch Reste von Kopfhaut klebten. Doch trotz der deutlichen Zeichen stundenlanger Verhöre und Folterungen schien der Wille der Gefangenen nicht gebrochen zu sein.

Als Sutherland am Schachtrand erschien, war unterdrücktes Fluchen zu hören, und einer von ihnen, ein hagerer, alter Mann mit einem Buckel auf dem gekrümmten Rücken, hob seine Hand und deutete mit gichtigen Fingern nach oben. Die Eisenkette an seinem Unterarm klirrte bei jeder Bewegung.

»Bist du jetzt endlich zufrieden, Isaac?«

Der Angesprochene schüttelte langsam den Kopf. »Erst, wenn dieser Schacht verschlossen ist und meine Männer den Stollen zugemauert haben.«

»Warum so hartherzig? Steht nicht im Buch der Bücher, nur wer sich geißelt, tut Buße und macht sich von allen Sünden frei?«

»Mag sein, aber es steht nicht geschrieben, dass dabei Menschen sterben müssen!«

»Das war nicht unsere Schuld. Wir haben das Miserere und Gloria Patri gebetet. Wenn diese Leute trotzdem dabei gestorben sind, waren sie entweder ungläubig oder vom Teufel besessen.«

»Du Hund!«, schrie Isaac und spuckte in den Schacht. Sein Gesicht war eine einzige hassverzerrte Fratze. »Meine Schwester war eine von ihnen und bei Gott, sie war alles andere als ungläubig!«

»Ich kann deinen Schmerz verstehen, aber die Wege des Herrn sind oft seltsam und unergründlich.«

»Du scheinheiliger Teufel, es ist an der Zeit, dass wir dir und deiner Brut endlich das Handwerk legen.«

Wütend wandte sich Isaac ab und stapfte davon.

Als er wieder zurückkam, war das Feuer im Schacht erloschen und die rot glühenden Reste der Holzkloben mit einer stumpfgrauen Ascheschicht überzogen. Ein durchdringender Geruch von Blut, Schweiß und Exkrementen hing in der rauchgeschwängerten Luft.

»Es ist vollbracht!« Sutherlands Stimme klirrte wie zersprungenes Glas. »Wenn ich jetzt zu meinen Männern zurückkehre, werden die Link-Brüder damit beginnen, die Schlusssteine zu setzen, um den Stollen zu verschließen. Dann hat es ein Ende mit euren unseligen Peitschengeißelungen!«

Der bucklige Alte im Schacht lachte meckernd. »Ich an deiner Stelle würde mich nicht zu früh freuen.«

»Was willst du damit sagen?«

»Stellt euer Treiben endlich ein oder der Name Sutherland und der deiner Spießgesellen wird bis in alle Ewigkeiten hinein verflucht sein.«

Wie um die Bedeutung der Worte zu unterstreichen, stimmten die Männer im Schacht unvermittelt einen dumpfen Singsang an, dessen Melodie als unheilvolles Echo von den Wänden zurückgeworfen wurde.

Ein leiser Hauch voll bösartiger Magie lag plötzlich in der Luft.

Sutherlands Gesicht glich einer steinernen Maske, als er einen letzten Blick in den Schacht warf.

»Ja, singt nur, aber das wird euch auch nicht mehr helfen! Schon bald werdet ihr vergessen sein und eure Leiber in der feuchten Erde verfaulen.«

Die Antwort war ein kaltes, hasserfülltes Lachen.

»Unsere Körper vielleicht, aber nicht unsere Seelen und unser Blut, das diesen Boden getränkt hat. Denn wisset, Isaac Sutherland, der Tag wird kommen, an dem uns dieses Blut wieder auferstehen lassen wird!«


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