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Elisabeth Schwaha – Urschl Untam

Urschl Untam ist eine Hexe aus einer Welt namens Lilaia, die in der nordischen Mythologie außerhalb der Welten der Weltesche Yggdrasil liegt. Sie ist mit ihrem Flugbesen Loddfafnir in Midgard, der Welt der Menschen und Tiere, unterwegs. Loddfafnir ist ein ehemaliger junger Mann, der sich selbst versehentlich in einen Flugbesen verzaubert hat.

Ein weiterer Begleiter der Hexe ist das Eichhörnchen Ratatwisker, das als Bote eingesetzt ist, um Nachrichten von der Spitze der Weltesche, wo die Asen wohnen, zu deren Wurzeln zu bringen.

Die drei Gefährten vermuten, dass der Untergang der Welten, genannt »Ragnarök«, bevorsteht. Da die Bewohner der verschiedenen Welten Ragnarök als unabänderliches Schicksal betrachten, sind die drei Gefährten zunächst die einzigen Lebewesen, die dieses Ereignis verhindern wollen.

Urschl, eine etwas schlampige, aber durchsetzungsfähige, warmherzige, immer hungrige und sehr spontane Hexe, tut allerdings bald darauf weitere Gefährten auf, wie Eldir, den Lichtelfen, und Guldron, den Albenkönig, die sich ihnen anschließen. Gemeinsam wollen sie nun eine Möglichkeit finden, den unberechenbaren Gott Loki, der den Weltuntergang herbeiführen will, zu besiegen.

 Ihr Weg führt sie zunächst durch die Höhlen und Gänge unterhalb  der weißen Berge, das Reich der Schwarzalben, hin zu den Nornen Urd, Verdandi und Skuld, die auf der anderen Seite des Gebirges leben, ein Weg, auf dem Urschl den Regenbogendrachen Karfunkel befreit.

Von den Nornen geht die Reise weiter zur kristallenen Pforte, hinter welcher Urschl die Lösung ihres Problems vermutet. Ein langes, beschwerliches und gefährliches Abenteuer nimmt seinen Lauf …

 

Die Autorin beschreibt voller Humor, sehr unterhaltsam und spannend die Abenteuer Urschl Untams und ihrer Gefährten.

Neben der Einbettung des Fantasyromans in die Welt der nordischen Mythologie erfindet sie dabei selbst einige Zauber und Wunder, von denen man zuvor in dieser Form noch nirgendwo gelesen hat sowie eine recht eigentümliche Sprache, die der Zwergenkönig Guldron benutzt, und die häufig zum Schmunzeln Anlass gibt.

Obwohl die Einführung mannigfaltiger Begriffe aus der Mythologie dem Leser am Anfang der Geschichte als schwierig und einigermaßen verwirrend erscheint, entwickelt man mit der Zeit Routine im Umgang mit diesen Begriffen, vor allem auch unterstützt durch die hilfreichen Worterklärungen und Zeichnungen am Anfang des Buches.

Im Lauf der Geschehnisse, deren Beschreibung allein schon sehr spannend und interessant ist, diskutiert die Autorin darüber hinaus charakterliche Gaben wie Solidarität, Liebe, Verzeihen und gegenseitiges Vertrauen. Dieser Aspekt macht den Roman neben seiner spannenden Seite für Kinder, Jugendliche und durchaus auch Erwachsene lehrreich.

Hinzu kommt ein sehr ungewöhnlicher und ideenreicher Schluss, der den Leser überrascht und in durchaus witziger Form psychologische Details über den Schöpfungsprozess des Romans und dessen Folgen für die Autorin verrät.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass der Roman für jedes Alter gleichermaßen lesenswert ist und neben einer phantasievollen Fantasygeschichte auch sehr bedenkenswerte Inhalte liefert.

Die Autorin

Elisabeth Schwaha wurde 1953 in Wien geboren und lebt auch heute noch in ihrer Heimatstadt. Sie arbeitete sehr lange als diplomierte Kinderkrankenschwester und dann als EDV-Organisatorin im Gesundheitswesen.

In ihrer Freizeit schrieb sie Märchen, Kurzgeschichten und Gedichte. Einige dieser Arbeiten sind inzwischen in Anthologien, zum Beispiel des Sperling-Verlags, veröffentlicht worden. Urschl Untam ist ihr erster Roman.

Quellen:

  • Urschl Untam in Midgard, Roman von Elisabeth Schwaha, Sperling-Verlag, Nürnberg, 1. Auflage, 2011.
  • www.sperling-verlag.de
  • Nürnberger Nachrichten: Artikel über Elisabeth Schwaha und ihren Roman Urschl Untam

Bilder:

  • Cover des Romans Urschl Untam, mit freundlicher Genehmigung des Sperling-Verlags.
  • Foto von Elisabeth Schwaha, mit freundlicher Genehmigung des Sperling-Verlags.

Copyright © 2012 by Wolfgang Wiekert