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Felsenherz der Trapper – Teil 15.4

Felsenherz der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Band 15
Der Medizinmann Omakati
Viertes Kapitel

Toms Tod

In demselben Moment, als Felsenherz infolge des plötzlichen Nachlassens jedes Widerstandes an dem Basttau zurücktaumelte, hörte er auch schon den Schrei des Schnellen Büffels von der Mitte des Flusses her und reimte sich sofort das Richtige zusammen.

Es war nicht leicht für ihn, unter diesen Umständen einen Entschluss zu fassen, der die meisten Aussichten zu seiner und der Gefährten Rettung bot.

Er sagte sich sehr richtig, dass die Apachen jetzt sofort, wo das Floß noch im Strom abwärts schwamm, das Eiland besetzen würden, dass die Gefährten dort also nicht mehr landen dürften, da es sehr zweifelhaft war, ob sie vor den Apachen die Insel erreichten. Hieran würde auch Chokariga denken, der nun gleichfalls in die Notlage versetzt war, schleunigst sich zu entscheiden, was er beginnen sollte.

Den Gedanken, dem Floß nachzuschwimmen, gab Felsenherz sofort wieder auf. Es war vorteilhafter, dass er vorläufig allein handelte. Sollten Chokariga und die anderen wirklich den Apachen in die Hände fallen, so hatte er noch immer die Möglichkeit, sie wieder zu befreien.

So entschied er sich denn für ein Wagnis, an das nur ein Mann von seinen Erfahrungen und seiner Gewandtheit denken konnte.

Rasch löste er die Lassos von dem abgeschnittenen Stück Basttau, schlang sie sich um den Leib, schnitt ein paar Zweige ab und glitt ins Wasser.

Bevor noch die Feuer am Ostufer aufflammten, näherte er sich schon, den Kopf unter den grünen Büschen verborgen, derselben Stelle, wo der Schnelle Büffel vor kaum vier Minuten die Uferböschung erstiegen und den Wachen die nötigen Befehle erteilt hatte.

Die Verwegenheit wurde auch hier, wie so oft, belohnt. Die Apachen hatten jetzt nur Augen für die Mitte des Stromes, rechneten auch nicht im Entferntesten damit, dass einer der Feinde sich erkühnen würde, ihnen gleichsam in die Arme zu laufen.

Felsenherz schmiegte sich dicht an das Steilufer und wartete eine Weile, ob er etwa bemerkt worden sei.

Dann arbeitete er sich vorsichtig die Böschung hinan, kroch in einem Gebüschstreifen dem Uferwald zu und erkletterte hier eine der uralten Buchen, deren Äste bis in die der Nachbarbäume hineinreichten.

Da die Apachen sich jetzt ständig allerlei zuriefen und sich keine Mühe gaben, Lärm zu vermeiden, fiel es dem Trapper nicht weiter schwer, sich lautlos durch die Kronen der Bäume einen Weg zu bahnen. Erst in der Nähe des Lagers des Oberhäuptlings verließ er den Wald und schlich am Rande des Tales hin, in dem nur wenige Apachen zurückgeblieben waren. Nachdem er so bis zur Nordseite des Tales vorgedrungen war, wollte er hier das Weitere abwarten.

Inzwischen hatte Chokariga, als das mit den vier Männern und den sechs Pferden beladene Baumfloß plötzlich wieder rückwärts zu treiben begann und der Alarmruf des Schnellen Büffels den Männern verraten hatte, dass sie entdeckt seien, den Gefährten befohlen, mithilfe der Stoßstangen das plumpe Fahrzeug schleunigst zu der Insel zurückzuleiten.

Felsenherz’ Annahme, der Schwarze Panther würde das Eiland meiden, traf also nicht zu. Allerdings hatte der Trapper eins übersehen, dass die Floßfahrer mit den Stoßstangen und mit der, wenn auch nur mäßigen Strömung schneller vorwärtskamen, als er es in Betracht gezogen hatte.

Jedenfalls glückte es den Flüchtlingen, abermals zu landen. Schnell wurde das Floß mit dem Basttau am Westufer festgebunden. Als die Feuer an beiden Flussufern aufleuchteten, hatten die vier Männer sich bereits als Wachen verteilt und duften hoffen, vorläufig wieder in Sicherheit zu sein.

Am Ostufer des Pecos stand nun, umgeben von den ältesten Kriegern, der Oberhäuptling der Apachen und beobachtete den Strom mit gespanntester Aufmerksamkeit.

Doch – das Floß war nirgends zu bemerken. Es musste das Eiland also erreicht haben.

Der Schnelle Büffel sah sich so in seiner Hoffnung, die verhassten Feinde flussabwärts an der nächsten engen Stelle aufhalten und überwältigen zu können, getäuscht. Er hatte seine Krieger mithin zwecklos zu Pferde zu der Flussenge geschickt und musste sie wieder zurückholen lassen.

Während er noch dicht am Ufer, hell beschienen durch die Flammen des einen Reisigberges, ausharrte und die Insel im Auge behielt, ohne in seiner Erregung zu bedenken, dass er so den Kugeln der Feinde ein nur zu gutes Ziel bot, hatte Tom Brack, der die Ostseite des Eilandes bewachte, eine Weile den Oberhäuptling und die neben ihm stehenden Apachen finsteren Blickes gemustert und mehrmals schon die Doppelbüchse gehoben, um deren Kugeln hinüberzusenden.

Doch das Zielen war durch den flackernden Lichtschein des Feuers so sehr erschwert, dass er stets wieder die Büchse absetzte.

Dann aber erinnerte er sich an seine und seiner Gefährten verzweifelte Lage, und mit der schnell aufflammenden Wut seiner Rasse riss er plötzlich die Waffe abermals in die Schulter, zielte kurz und drückte zweimal ab.

Drüben taumelten denn auch zwei der Roten zu Boden. Einer von diesen war der Oberhäuptling, dem Toms Kugel die Brust durchbohrt hatte. Der andere hatte einen Kopfschuss erhalten und war sofort tot.

Als der Mulatte den Oberhäuptling fallen sah, stieß er den schrillen Kriegsruf der Delawaren aus und brüllte mit voller Lungenkraft hinüber: »Hier ist Tom Brack, der schwarze Häuptling, der Sohn der Delawarin! Seine Kugeln werden noch mehr der Apachenhunde treffen!«

Ihm antworteten die drüben befindlichen Rothäute mit einem gellenden Geheul, und mehrere Kugeln flogen auch nach der Insel hin, ohne irgendeinen Schaden anzurichten.

Die Apachen hatten den Schnellen Büffel rasch tiefer in den Wald geschleppt, fertigten nun aus Baumästen eine Tragbahre an und beförderten den Verwundeten ins Lager.

Der Oberhäuptling war bei Besinnung. Unwillkürlich musste er jetzt an die Warnung des Medizinmannes denken, der ihm ja vor kaum einer halben Stunde den Tod vorausgesagt hatte.

Als die sechs Apachenkrieger, die den Verletzten trugen, das Lager erreicht hatten und zwischen den Zelten hindurchschritten, kam ihnen bereits der geheimnisvolle Omakati, wieder in sein Grizzlyfell gehüllt, entgegen.

Omakati ließ die Tragebahre niedersetzen und untersuchte wortlos des Schnellen Büffels Schusswunde, verband sie und erklärte dann: »Mein Bruder, der Oberhäuptling der Apachen, sollte auf die Stimme Omakatis hören. Reite mit deinen Kriegern von dannen. Begrabe das Kriegsbeil. Wenn du am Leben bleiben willst, musst du wochenlang dich völlig ruhig verhalten. Du darfst auch nicht sprechen. Gib mit der Hand ein Zeichen und die Krieger werden alles zum Abzug rüsten.«

Der Schnelle Büffel starrte den Medizinmann feindselig an. Er gab ihm allein die Schuld, dass er durch des Mulatten Kugel niedergestreckt worden war. In seinen abergläubischen Vorstellungen traute er Omakati sehr wohl die Macht zu, selbst die Kugel eines Feindes lenken zu können. Sein Hass gegen Omakati steigerte sich noch. Und nicht minder gärte jetzt eine jeden anderen Gedanken verdrängende Rachgier gegen Felsenherz und die anderen Feinde dort auf der Insel in seiner wilden Seele. Ihm genügte es, dass der Medizinmann soeben erklärt hatte, dass keine augenblickliche Gefahr für sein Leben bestand.

Deshalb schüttelte er jetzt auch ablehnend den Kopf und deutete durch Zeichen an, dass er dem Unterhäuptling Langes Messer den Befehl übertrage und dass Taschulapa, das Lange Messer, vom Westufer herübergeholt werden solle.

Omakati wusste genau, dass Taschulapa mit dem Schnellen Büffel eines Sinnes war und dass der Unterhäuptling niemals darauf verzichten würde, die fünf Feinde an den Marterpfahl zu bringen.

Schweigend verließ er daher das Lager und verschwand im Dunkel des Waldes.

Tom hatte seine Büchse wieder geladen und sich niedergesetzt, blickte erneut auf den im Feuerschein glitzernden Flussarm hinaus und dachte an den blonden Trapper, der sich seltsamerweise noch immer nicht hier auf dem Eiland eingefunden hatte.

Dann fuhr er erschrocken herum.

Eine Hand hatte sich leicht auf seine Schulter gelegt. Vor ihm stand der schlanke Comanchenhäuptling.

»Tom hätte die Kugeln sparen sollen«, sagte Chokariga ernst. »Es ist nicht gut, die Rachsucht der Feinde unnötig noch mehr zu entflammen. Felsenherz ist nicht wieder bei uns erschienen. Vielleicht ist er drüben auf der nördlichen Insel den Apachen in die Hände gefallen. Vielleicht werden die Apachen ihn in der ersten Wut hinmorden, weil Toms Kugel den Schnellen Büffel niederwarf. Chokariga ist in Sorge um seinen weißen Bruder.«

Tom wollte etwas zu seiner Verteidigung anführen. Aber der Comanche war schon wieder in den Büschen untergetaucht.

Der Mulatte konnte die Vorwürfe, die der Comanche ihm soeben gemacht hatte, nicht vergessen. Er erkannte jetzt selbst, dass er seine und seiner Gefährten Lage durch die beiden Schüsse nur verschlechtert hatte.

Plötzlich erhob er sich und ging nach der Südspitze der Insel hinüber, wo James Botterley Wache hielt.

»Massa Botterley«, sagte er zu dem langen Dürren, »Ihr seid hier ganz überflüssig. Gegen die Strömung wird kein Apache sich an die Insel heranarbeiten. Nehmt meinen Posten am Ostufer ein. Ich will an Land schwimmen und nach Felsenherz Ausschau halten. Der Comanche hat mir soeben Vorhaltungen gemacht, und ich bin Tom Brack, der Sohn einer Delawarin. Ich werde Felsenherz befreien, falls er von den Rothäuten gefangen genommen worden ist.«

Botterley war sofort einverstanden. Tom gab ihm noch seine Büchse und glitt dann im Schutz einiger Schlingpflanzen ins Wasser, tauchte und kam erst vierzig Meter weiter flussabwärts an die Oberfläche, legte sich auf den Rücken und trieb mit der Strömung, nur einen Teil des Gesichts über dem Wasser, rasch weiter.

Nachdem er so unbemerkt das südlichste der Uferfeuer passiert hatte, steuerte er dem Land zu und gelangte auch an eine kleine Halbinsel, wo ebenfalls eine der Treibholzanhäufungen wie ein Wall von Bäumen und Sträuchern angeschwemmt war.

Gleich darauf befand er sich im Uferwald, huschte hier von Stamm zu Stamm und näherte sich so dem Lager.

Doch zu seinem Missgeschick war kurz nach ihm an derselben Halbinsel auch der Unterhäuptling Taschulapa an Land gestiegen, den man durch Signale mit Feuerbränden herbeigerufen hatte.

Das Lange Messer war ein noch junger Krieger von außergewöhnlicher Körpergröße.

An Mut, Schlauheit und Kraft war er dem Schnellen Büffel weit überlegen, und die Apachen hätten ihn nach dem Tod des Großen Bären fraglos zum Oberhäuptling gewählt, wenn er eben nicht zu jung gewesen wäre.

Taschulapa hatte dieselbe Richtung durch den Wald zum Lager eingeschlagen wie Tom. So kam es, dass der ebenfalls lautlos sich vorwärtsbewegende Unterhäuptling nur zu bald des Mulatten ansichtig wurde, ihm folgte und ihn bei guter Gelegenheit von hinten ansprang, wobei er ihm mit dem flachen Tomahawk einen solchen Hieb auf den Kopf versetzte, dass Tom für Sekunden die Besinnung verlor.

Felsenherz hatte von seinem Versteck aus sowohl die beiden Schüsse unten am Fluss gehört als auch genau beobachtet, wie kurz darauf der Schnelle Büffel herbeigebracht und von dem rätselhaften Medizinmann verbunden wurde.

Der blonde Trapper war bereits überzeugt, dass seine Gefährten sich doch wieder auf die Insel gerettet hatten, und beabsichtigte, nur noch kurze Zeit hier auf seinem Lauscherposten zu bleiben, um noch das Erscheinen des Unterhäuptlings abzuwarten, der, wie die Zurufe der Apachen ihm verraten hatten, den Oberbefehl übernehmen sollte.

Dann gewahrte er plötzlich am südlichen Taleingang mehrere Apachen, die den gefesselten Tom mit rohen Stößen vorwärtstrieben.

Tom waren die Arme auf dem Rücken zusammengeschnürt. Außerdem hatte man ihm zwei Lassoschlingen um den Hals gelegt.

Das Lange Messer schritt dem kleinen Zug voran und auf des Schnellen Büffels Zelt zu, wo dieser auf einem Lager von Fellen neben dem Feuer ruhte.

Taschulapa ließ sich neben dem Oberhäuptling nieder und zeigte auf Tom, den die fünf Apachen jetzt noch näher schleppten.

Der Schnelle Büffel hatte sich etwas aufgerichtet. Sein Gesicht verzerrte sich.

Dort stand der Mulatte, der ihn niedergeschossen hatte.

Des Oberhäuptlings Augen quollen jetzt förmlich aus den Höhlen.

Er dachte nicht an Omakatis Verhaltungsmaßregeln. Rachgier und Blutdurst umnebelten seine Sinne.

»Schwarzer Hund!«; gurgelte er hervor und erhob sich taumelnd. »Schwarzer Hund – stirb!«

Er hatte sein Messer aus dem Gürtel gerissen, schnellte sich mit letzter Kraft vorwärts, stieß es Tom ins Herz.

Dann schoss aber schon ein dicker Blutstrom aus seinem Mund hervor. Er sank zur Seite, sank dem Mulatten vor die Füße.

Tom begann, das Messer in der Brust, immer stärker zu schwanken.

Jetzt ein schriller Schrei, und auch er taumelte vornüber, sank über den sterbenden Oberhäuptling, rollte weiter, lag dicht neben dem Feuer.

Sein Jagdhemd hatte sich im Sturz verschoben, hatte das Totem der Delawaren, die in die Haut der Brust tätowierte Schildkröte, entblößt.

Taschulapa hatte zuspringen, hatte Tom skalpieren wollen.

Er fuhr zurück, bückte sich tiefer, rief: »Ein Delaware! Einer der großen Nation der …«

Da – ein paar warnende Schreie ließen ihn hochfahren.

Felsenherz hatte Tom retten wollen, hatte sich an der Wand des Tales hinabgelassen, nur mit langen Sätzen vorwärtsgestürmt.

Er kam zu spät. Er war bemerkt worden. Zwanzig – dreißig Apachen verlegten ihm den Weg.

Mit dem Tomahawk bahnte er sich eine Gasse, lief dem Nordausgang des Tales zu.

Schüsse knallten hinter ihm her.

Die beiden Wachen am Talausgang legten auf ihn an.

Zwei Kugeln pfiffen an dem zur Seite Weichenden vorüber; zwei furchtbare Hiebe – die Wächter brachen zusammen.

Aber nur allzu dicht waren ihm die Verfolger auf den Fersen.

Felsenherz hörte bereits das keuchende Atmen der ihm nachsetzenden Apachen, hörte wenige Schritte hinter sich den schrillen Kriegsruf des Langen Messers.

Noch trennten ihn fünfzig Meter kahlen Bodens von den schützenden Büschen.

Da – ein Tomahawk sauste haarscharf an seinem Kopf vorüber.

Er sah ein, er musste die Apachen zurückzuscheuchen versuchen, musste Zeit gewinnen.

Aber – der Erfolg blieb zweifelhaft. Zu groß war die Anzahl der Feinde. Was half es, wenn er fünf – sechs niederschlug? Die anderen würden über ihn herfallen wie eine Meute von Hunden, die den Keiler stellt, sich an ihm verbeißt und nicht wieder loslässt.

Und trotzdem warf er sich jäh herum.

Das Lange Messer als Vorderster stutzte unwillkürlich.

Im selben Moment geschah etwas, das der blonde Trapper zunächst kaum begriff.

Aus den Büschen, die er nicht mehr erreicht hatte, knallten kurz hintereinander zwei Schüsse.

Taschulapa und ein anderer der Apachen überschlugen sich. Die Kugeln waren ihnen genau durch das rechte Knie gefahren.

Und abermals zwei Schüsse. Nur der Klang war ein anderer. Das waren keine Schüsse aus einer Büchse gewesen; das waren Pistolenschüsse.

Zwei andere Apachen taumelten zurück; der ganze Haufen stob auseinander.

Felsenherz besann sich nicht lange. Mit Riesensätzen jagte er den Büschen wieder zu.

Eine Hand packte die seine, eine Stimme flüsterte auf Englisch: »Rasch – folgt mir!«

Und der blonde Trapper ließ sich mit fortziehen – über kleine Lichtungen hinweg, zwischen Tannen hindurch, wieder durch Büsche.

Der Mond war soeben aufgegangen. Und Felsenherz konnte nun den Mann erkennen, der sein Retter war. Es schien ein Trapper zu sein, ein stämmiger Mensch mit langem dunklen Bart.

Nun wusste Felsenherz auch, wo er sich jetzt befand. Es war dieselbe Bergterrasse, auf der James Botterley beinahe den Medizinmann Omakati erschossen hätte.

Jetzt machte der Fremde vor einem Dornengestrüpp halt.

Ein Griff in die Dornen hinein, und er zog ein paar Sträucher wie eine Tür auf, flüsterte wieder: »Kriecht hinein! Ihr werdet in der Steinwand eine Öffnung finden, an die sich eine Höhle anschließt. Folgt dem frischen Luftzug, der durch die Höhle streicht, und Ihr werdet nach einer Viertelstunde an den anderen Ausgang gelangen. Ich fliehe zu Pferde weiter. Schnell – fragt nichts! Vorwärts!«

Felsenherz gehorchte, schob sich in die Lücke der hohen Dornenmauer hinein, merkte, dass der Fremde die Sträucher wieder vorschob.

Bald fühlte der Trapper, dass er die Höhle erreicht hatte, tastete umher, rieb sein Präriefeuerzeug an, bemerkte linker Hand auf einem Stein ein paar harzige, dicke Kiefernäste, nahm zwei davon an sich und eilte weiter.

Die Höhle war nur schmal, war wie ein hoher, breiter Tunnel. Nach den ersten Biegungen zündete Felsenherz eine der Fackeln an. Hier und da zweigten enge Gänge ab. Aber man konnte hier nicht fehlgehen. Der frische Luftstrom, der die Haupthöhle durchzog, war der beste Wegweiser, war ganz deutlich zu spüren.

Felsenherz schritt jetzt langsamer vorwärts.

Allerlei Gedanken kamen ihm.

Und – plötzlich machte er wieder kehrt.

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