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Band 3

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Paraforce Band 11

Prolog

Jagd

La Paz

I

Das Schloss sieht kompliziert aus.
Eine Mischung aus Fingerabdruck-Sensor und Code. Passt beides nicht zusammen, lässt sich die Tür nicht öffnen.
Zum Glück gibt es da einen Trick, den jeder Agent beherrscht. Er ist nicht im Handbuch vermerkt, wird aber während der Ausbildung gelehrt. Zudem überdauert er trotz aller Technik die Zeiten, denn bislang gibt es nur wenig, was dieser speziellen Methode widersteht. Es bedarf jedoch Talent, Geschick und ein wenig Übung, aber wenn man es einmal beherrscht …
Ich springe in die Höhe, trete zu und schon fliegt die Tür nach innen.
Wie gesagt ­– Talent, Geschick und Übung. Sonst tritt die Tür zurück und man liegt mit gestauchter Hüfte auf dem Boden!
Der Knall, als das Schloss aus dem Rahmen gedrückt wird, hallt durch den dahinterliegenden Raum.
Mehrere Männer und Frauen springen auf. Manche greifen zur Waffe, andere starren erschrocken in meine Richtung.
Schüsse donnern auf, für Sekunden ist die Luft erfüllt von dem Geschrei Sterbender, dem Geruch des Pulvers und dem Aroma von vergossenem Blut.
Dann herrscht Stille.
Die Kamera, die mein Eindringen filmte, ist ebenso tot, wie es die Anwesenden sind.
Ich lasse das Magazin aus der Waffe gleiten und ersetze es gegen ein neues.
Als ich auf einen Nebenraum zugehe, spüre ich die Gefahr.
In letzter Sekunde gelingt es mir, in Deckung zu gehen.
Ein Schuss kracht im Innern, unzählige kleine Kugeln reißen ein gewaltiges Loch in die Tür. Hätte ich davorgestanden, meine Innereien wären nun Mus.
Ich höre das charakteristische Durchladen einer Pumpgun, dann Schritte. Kurz darauf geht die Tür auf, ein Lauf zeigt in meine Richtung.
Als der zweite Schuss explodiert, bin ich bereits weg.
Mit einer eleganten Drehung rolle ich aus der Gefahrenzone, springe auf und schaffe es, bei meinem Gegner zu sein, noch ehe dieser erneut durchladen kann.
Ein Kick, und seine Waffe fliegt ihm aus der Hand.
Wäre er ein Mensch, ich hätte nun leichtes Spiel. Doch er ist ein Werwolf, und das schränkt meine Möglichkeiten ein.
Zudem gibt er nicht kampflos auf.
Ein blitzschneller Hieb, und schon spritzt Blut aus meiner Nase. Der Schmerz treibt Tränen in meine Augen, ich wanke zurück.
»Du bist totes Fleisch!«, knurrt der Mann und setzt nach.
Ich lasse ihn kommen, gehe in die Hocke und schlage mit der flachen Hand zu. Sie alle haben Eier!
Ein hohes Wimmern kommt aus seinem Mund, ehe ihn ein Tritt gegen den Kopf zu Boden schleudert.
»Wo ist Alex Brown?«, rufe ich, reiße ein Telefon vom Schreibtisch zu meiner Linken und schleudere ihm den Apparat entgegen.
»Fick dich!«, kommt es zurück. Mit einem Fußfeger säbelt er mir die Beine zur Seite. Ich stürze – und muss einen Hieb schlucken, der einen Menschen vermutlich töten würde.
Gut, dass ich kein Mensch mehr bin!
Dennoch ist der Schmerz gewaltig. Zudem schleudert mich der Treffer mehrere Meter durch den Raum. Ich reiße einen Stuhl um, ehe ich gegen einen Aktenschrank pralle.
Der Werwolf greift indes zur Pumpgun, lädt durch und schießt.
Die Kugeln treffen den Schrank und reißen ein Loch hinein, während ich einen Metalltisch umreiße und dahinter in Deckung gehe.
Wieder lädt er durch, zielt und schießt.
Der Tisch hält.
Ein fünfter Schuss donnert auf, doch abermals hat er kein Glück.
Der Werwolf lässt die abgeschossene Patrone aus dem Lauf gleiten und heult wütend, als er nicht durchladen kann.
Fünf Schuss – dann ist Schluss.
Die Zeit, neue Munition einzuführen, hat er nicht. Ich springe auf, hechte über den Tisch und schleudere ein Messer.
Es trifft seine Schulter und wieder heult der Mann, diesmal wegen des Schmerzes.
Fell sprießt auf seiner Hand, sein Gesicht wird länglich. Wütend reißt er das Messer hervor, während die Verwandlung fortschreitet.
Ich bin bei ihm und lasse meine Hand auf seine Schnauze krachen. Knochen splittern, die Zähne werden nach innen gepresst.
Er wimmert, mit beiden Händen stößt er mich davon, als sei ich ein lästiges Kätzchen.
Wütend fauchend wende ich mich ihm zu. Meine Augen glühen, die dünnen, spitzen Hauer schieben sich über meine Lippen.
Das Geräusch, das aus meiner Kehle dringt, hat etwas Animalisches.
Sekunden verstreichen, in denen wir einander anfunkeln. Dann springen wir auf und der Kampf beginnt.
Schläge, Tritte und Würfe wechseln einander ab. Ich teile aus, muss aber auch einstecken.
Er ist ein Werwolf, ja. Aber er ist auch ein verflixt guter Kämpfer.
Seine Kraft steht der meinen in nichts nach. Mehr noch; rein körperlich ist er mir überlegen.
Seine Krallen reißen eine tiefe Wunde am Hals. Ich spüre den Schmerz, Blut fließt über meine Kleidung.
Rasend vor Zorn schaffe ich es, meine zu einer Faust geballten Hände unter sein Kinn krachen zu lassen.
Er wird zu Boden geworfen, für einen Moment scheint er benommen. Zumal der Hieb seine ohnehin zerschundene Schnauze erneut in Mitleidenschaft zieht. Blut spritzt aus dem Maul, sein Gesicht wirkt seltsam verschoben.
»Wo ist Alex Brown?«, brülle ich, greife wieder nach dem Telefon und lasse es gegen seinen Kopf krachen. Dann aber benutze ich die Schnur, wickele sie um seinen Hals und ziehe zu.
Würgende Laute kommen über seine Lefzen. Speichel und Blut sprühen mir entgegen, während er sich in Qualen windet.
»Wo – ist – Alex – Brown?«, wiederhole ich.
»Du bist tot, Fotze!«
Er schafft es, mich von sich zu stoßen. Als er jedoch die Schnur des Telefons lösen will, kostet ihn dies zu viel Zeit.
Er bemerkt es, als ein Stuhl gegen seinen Kopf kracht und eine tiefe Wunde reißt.
Er stöhnt auf und kippt zurück.
Sofort bin ich wieder bei ihm und würge ihn erneut. »Wo ist er?«
»Leck mich!«
Nein, danke! Mir wird klar, dass ich ihn so nicht zum Sprechen bekomme.
Also ziehe ich ein langes Kampfmesser aus meinem hohen Stiefel und ramme es ihm, ohne zu zögern, in die Schulter.
Er heult auf, der Schmerz macht ihn rasend. Er will mich erneut zur Seite stoßen, aber diesmal bin ich darauf gefasst und erhöhe den Druck auf das Messer, als er die Arme hebt.
»Wo ist Alex Brown?«, schreie ich ihm ins Ohr. Dabei drehe ich die Klinge.
»Ich weiß es nicht! Er war wenige Tage bei uns, dann wurde er erneut versetzt. Seine Strafzeit war vorbei!«
»Wohin?«
Wieder drehe ich das Messer, sodass er sich in Qualen windet.
»Ich weiß es nicht! Ich weiß … Japan! Er ist … Japan, verdammt. Tokyo …!«
»Danke!«
Damit ziehe ich das Messer aus der Wunde und stoße es in das linke Auge des Werwolfs. Ein letztes Heulen ist zu hören, Beben durchzucken seinen Leib, dann liegt er still.
Ich hingegen stehe auf, wische mir den Schweiß von der Stirn und schaue mich um. Das Büro ist verwüstet. Es sieht aus, als habe sich eine marodierende Bande ausgetobt.
Die Behörden werden sich freuen. Sollten sie jemals hier auftauchen …


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB und MOBI zum Downloaden zur Verfügung.

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3 Antworten auf Paraforce Band 11