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Old West History – Massaker am Wounded Knee

Geschichten aus dem alten Westen
29. Dezember 1890
US-Kavallerie massakriert Sioux am Wounded Knee

Im tragischen finalen Kapitel des langen Kampfes Amerikas gegen die Indianer in den Plains tötete die US-Kavallerie am Wounded Knee, Süd-Dakota, 146 Sioux.

Aufgrund der wachsenden Popularität einer neuen indianischen spirituellen Bewegung, als Geistertanz bekannt, kamen in der Pine Ridge Reservation Spannungen auf. Viele der Sioux in Pine Ridge wurden erst seit Kurzem nach langen Jahren des Widerstandes im Reservat gefangen gehalten. Sie waren über die schlechten Lebensbedingungen zutiefst besorgt und aufgrund der abstumpfenden Eintönigkeit entmutigt. Die Geistertanz-Bewegung lehrte, dass die Indianer besiegt und in die Reservate gesperrt wurden, da sie die Götter durch die Aufgabe ihrer traditionellen Wege verärgert hatten. Viele Sioux glaubten, wenn sie das Geistertanz-Ritual praktizieren, würden die Götter die Welt neu erschaffen, die Ungläubigen vernichten und die ermordeten Indianer sowie die riesigen Büffelherden zurückbringen. Ende 1890 war James McLaughlin, Pine Ridge Indian Agent, vom zunehmenden Einfluss dieser Bewegung und der Vorhersage, dass alle Nichtgläubigen – einschließlich Weiße – vernichtet würden. McLaughlin telegrafierte eine Warnung nach Washington, D.C.: »Indianer tanzen im Schnee und sind wild und verrückt. Wir brauchen dringend Schutz.« Während man auf das Eintreffen der Kavallerie wartete, wagte es McLaughlin, den berühmten Siouxhäuptling Sitting Bull zu verhaften, da er irrtümlich glaubte, dass dieser ein Geistertanz-Anhänger sei. Während der Festnahme töteten die US-Behörden Sitting Bull, was die Spannungen zunehmen ließ, anstatt sie zu entschärfen.

Am 29. Dezember kesselte die 7. US-Kavallerie unter Führung von Colonel James Forsyth eine Gruppe von Geistertänzern, angeführt von Siouxhäuptling Big Foot, in der Nähe des Wounded Knee Creek ein und forderte sie auf, ihre Waffen abzugeben. Big Foot und seine Anhänger hegten nicht die Absicht, auf irgendjemanden einen Angriff zu führen, aber sie waren misstrauisch und befürchteten, dass sie angegriffen würden, nachdem sie auf ihre Waffen verzichtet hätten. Dennoch waren die Sioux bereit, sich zu ergeben und begannen ihre Waffen abzugeben. Als dies geschehen war, brach ein Handgemenge zwischen einem Indianer und einem Soldaten aus, wobei ein Schuss abgefeuert wurde. Obwohl niemand genau feststellen konnte, welche Seite diesen abgefeuert hatte, war das anschließende Handgemenge brutal. Ohne Waffen und zahlenmäßig unterlegen verkleinerte sich Siouxgruppierung im Nahkampf mit Messern. Schnellfeuer aus Hotchkiss-Kanonen mähte die Indianer in einem vernichtenden Kugelhagel nieder. Als sich die Soldaten zurückzogen, waren 146 Indianer tot, darunter 44 Frauen und 18 Kinder, und 51 verwundet. Auf der Seite der 7. US-Kavallerie gab es 25 Tote und 39 Verwundete.

Obwohl dieses Ereignis manchmal als Kampf bezeichnet, wird der Konflikt als ein tragisches und vermeidbares Massaker gesehen. Umgeben von schwerbewaffneten Truppen ist es höchst unwahrscheinlich, dass Big Foots Gruppierung bewusst versucht hatte, eine Konfrontation herbeizuführen. Einige Historiker spekulieren, dass Soldaten von Custers alter 7. Kavallerie absichtlich Rache für die Niederlage am Little Bighorn 1876 nahmen. Was auch immer die Motive waren, das Massaker der Armee beendete die Geistertanzbewegung und war die letzte große Konfrontation in Amerikas tödlichem Krieg gegen die Prärieindianer.

(wb)

2 Antworten auf Old West History – Massaker am Wounded Knee

  • Slaterman sagt:

    Typisch Geisterspiegel, nirgendwo sonst bekommt man zu diesem und artverwandten Themen soviel Hintergrundinfos, die auch noch einen Zusammenhang zu unserer heutigen Zeit bzw. dem aktuellen Datum aufzeigen.
    Im Übrigen finde ich, dass dieser Artikel eine gelungene Ergänzung zu dem am 20. Februar 2007 erschienenen Beitrag in Slatermans Westernkurier ist.
    Danke, Wolfgang

    • W. Brandt sagt:

      Es sind gerade diese Dinge, Slaty, die uns voranbringen und ihre Interessenten finden. Es sind gerade solche historischen Ereignisse, welche nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Und sei es eben mit einem kleinen Artikel auf dem Geisterspiegel.

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