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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 32

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Eine lustige Geschichte von den Zwergen bei Dorste

In Dorste bei Osterode hausten viele Zwerge. Als einst ein Mädchen in den Wald ging, um Erdbeeren zu suchen, wurde es von der kleinen Schar bemerkt, umringt und mit in deren Höhle genommen.

Das Mädchen bat sie, fortzulassen; aber dem einen der Zwerge gefiel sie so sehr, dass er beschloss, sie zu seiner Frau zu nehmen. Die anderen Zwerge waren damit einverstanden und darum wurde die Arme ganz streng bewacht. Der Tag der Hochzeit wurde bestimmt, die Zwerge wollten nur noch die benachbarten Brüder zu dem frohen Fest holen. Währenddessen sollte die Braut ihre Behausung hübsch säubern und alles zur Hochzeit herrichten.

Die aber war froh, dass ihre Wächter sie endlich einmal verlassen hatten, denn nun wollte sie schnell von dannen laufen. Damit aber die Zwerge es nicht gleich merken sollten, zog das Mädchen seine Kleider aus und tat sie einem Strohwisch an. Dann kroch sie in ein Fass mit Honig, welches in der Höhle stand, und darauf in eine Tonne, in welcher Federn aufbewahrt wurden. Nun war sie über und über voll Federn und sah gerade aus wie ein großer Vogel. So lief sie fort.

Als die Zwerge des Weges kamen, da kletterte die Entflohene rasch auf einen Baum.

Doch die scharfen Augen der Kleinen hatten sie bald erblickt, aber sie glaubten, es sei ein Vogel und riefen: »Wohen, woher du schöner Federvogel?«

»Ick kome ut der Twarges Tuile!«

»Wat makt de schöne junge Brut?«

»De steit metn Bessen und kehrt dat Hus!«

»Juchhei! So will wi ok hen!«

Damit liefen die Zwerge schnell in ihre Höhle. Wie sie ankamen, sagten sie der Braut Guten Morgen. Als diese darauf nicht antwortete, sprachen sie noch mancherlei mit ihr. Endlich aber wurden sie über ihr Schweigen böse und schlugen sie auf die Ohren. Da fiel sie hin und die Kleinen sahen nun, dass sie betrogen waren und statt der Braut nur einen Strohwisch vor sich hatten.

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