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Elbsagen 57

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

57. Friedrich der Weise und sein Bruder werden aus großer Lebensgefahr gerettet.

Einst fuhren die beiden sächsischen Fürsten, der Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder, Herzog Johann, von Torgau auf der Elbe in einem Schifflein, kurz nachdem das Eis gebrochen war und während große Eisschollen gegen das Fahrzeug anrannte, nach Wittenberg. Wie sie nun dort an dem Wassergraben, der neben dem Schloss ist, anlangten und dort aus dem Schiff stiegen, da zerbrach es in mehrere Teile und zerschellte. Die Fürsten aber mit ihrem Gefolge und Dienern blieben starr vor Verwunderung stehen und betrachteten erstaunt dieses große Wunderwerk Gottes, wie er nach seinem gnädigen und väterlichen Willen das Schiff ganz erhalten hatte, bis sie an das sichere Gestade gekommen waren.

Der Kurfürst Friedrich sprach zu seinem Bruder: »Wir müssen hiermit ja augenscheinlich wissen und erfahren, dass uns Gott wunderbar in diesen und anderen Gefährlichkeiten durch seine lieben Engel bis hierher erhalten hat, und die Wohltat Gottes dankbarlich rühmen, der uns in dieser Gefahr und anderen beschützt hat. Dass aber das Schiff, nachdem wir ausgestiegen sind, auseinandergebrochen ist, fürchte ich fürwahr, das ist des sächsischen Hauses Zerrüttung.«

Diese Prophezeiung ist nachmals erfüllt worden, als die Kurwürde von der ernestinischen an die albertinische Linie gekommen ist.

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