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Der 30. BUCON 2015 – Eine Nachlese

ILLU-DracheDer 30. BUCON 2015 – Eine Nachlese

Sorry, Leute, ich weiß, dass ich spät dran bin, und der 30. BUCON hat sich bereits in den Annalen der Phantastikgeschichte verewigt. Doch Urlaub ist Urlaub, und da mag kommen, was will. Da kann man doch schon mal etwas Verständnis aufbringen, wenn ich mir eine Auszeit genommen und mal nicht an den Arbeitsalltag und den Geisterspiegel gedacht habe. Doch nun kommt er, mein Con-Bericht.

Eigentlich fängt man bei so einem Bericht mit etwas Positivem an, denn ich hatte mir vorgenommen, den Organisatoren um Kurt Zelt, Roger Murmann und Christian de Ahna anlässlich des 30. Buchmesseconvents etwas Besonderes zukommen zu lassen. Eine Torte? Die gab es bereits zum 25. BUCON. Ein Fotoalbum oder eine Fotostrecke sollte es sein! Aus diesem Grund rief ich über Facebook dazu auf. Doch ich erhielt keinerlei Reaktion darauf. Eigentlich schade, denn die meisten der nach Dreieich-Sprendlingen angereisten Phantasten sind noch nicht lange Teilnehmer am BUCON. Schön hätte es sein können, in der Eingangszone des Bürgerhauses eine kleine Bildergalerie über 30 Jahre BUCON vorzufinden. Ich wäre bei der Vorbereitung und Ausführung eines solchen Projektes hundertpro dabei gewesen – auch wenn ich erst seit 2006 auf dem BUCON anzutreffen bin. Denn ich mag Traditionspflege, und der BUCON ist zu einem Teil meines Lebens geworden, auf den ich mich Jahr für Jahr freue und voller Erwartungen entgegenfiebere. Es gibt eben nur noch wenige Altvorderen wie zum Beispiel Birgit Bifi Fischer oder Manfred Rückert, welche an fast allen Convents teilgenommen haben und so manche Geschichte und Geschichtchen rund um den Con erzählen können. Ich kenne wenige leider nur vom Hörensagen.

Überpünktlich erreichten Anke, Evi, Mark und ich den Ort des Geschehens. Evi und Mark waren im Vorfeld des Cons von Anke angefixt, also überredet worden, zum ersten Mal an diesem Event teilzunehmen. Ich war sehr erstaunt und erfreut darüber, dass neben den üblichen Verdächtigen viele neue und vor allem junge Besucher den Weg nach Dreieich auf sich genommen hatten. Lässt man den Tag vor seinem geistigen Auge Revue passieren, kommt man nicht umhin festzustellen, dass der BUCON einen Generationswechsel durchmacht. Vorbei sind die Zeiten der alten Säcke, obwohl diese sicherlich auch weiterhin dort anzutreffen sind. Betrachtet man sich die vielen Panels auf den sieben Programmschienen, entdeckt man Jahr für Jahr junge Autoren, die ihre Werke einem interessierten Publikum präsentieren. Oft findet man Namen bekannter Autoren wie Wolfgang Hohlbein, Bernhard Hennen, Tom Finn und andere, die bei solchen Veranstaltungen als Publikumsmagnet fungieren und dazu beitragen, dass der BUCON weit über die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets an Popularität zunimmt.

Natürlich hat sich in den dreißig Jahren BUCON einiges verändert und ist mit den ersten Treffen nicht mehr zu vergleichen. Doch will ich nicht darüber sinnlos debattieren, ob die vielen Programmpunkte tödlich für den eigentlichen Sinn und Zweck des Cons sind. Sie sind es für mich NICHT. Es bleibt genügend Zeit, um alte Bekannt- und Freundschaften zu festigen, neue Kontakte zu knüpfen, von Stand zu Stand zu pilgern und dabei mit Verlegern und Autoren ins Gespräch zu kommen. Die Veranstalter des BUCON und selbst die Autoren zwingen einen nicht, unbedingt an möglichst vielen Lesungen und Vorträgen teilzunehmen. Für jeden wird etwas geboten, und jeder kann für sich entscheiden, was er hören, sehen oder kaufen möchte. So habe ich es für mich persönlich gehalten und habe meine Teilnahme am BUCON nicht bereut.

Eine Sache, die mir seit Langem am Herzen lag, konnte bereinigt werden. Das ist einer der positiven Aspekte am Con, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht, Gewesenes mit einem Handschlag bereinigt und im Gespräch feststellt, dass man sich eigentlich auf einer Wellenlänge befindet. So geschehen am Stand von Stefan Holzhauer, Herausgeber der PhantaNews und der Steampunk-Chroniken. Beide sind wir uns einig, dass ein klärendes Gespräch weitaus besser ist, als auf Negativkritik anderer Leute einzustimmen.

Zu einer weiteren Sache möchte ich an dieser Stelle Position beziehen. Den BUCON als »murmann’sche conähnliche Mini-Messe mit Lesemarathon« zu betiteln, zeugt von keinem gesunden Menschenverstand. Diese Aussage wirkt den Organisatoren und Teilnehmern gegenüber herablassend und entwürdigend. Man sollte schon berücksichtigen, dass der BUCON 30 eine gemeinsame Veranstaltung des BUCON-Teams, des Science Fiction Treffs Darmstadt und des Jugendclubs WIRIC im Bürgerverein Buchschlag e.V., mit freundlicher Unterstützung des Science Fiction Clubs Deutschland e.V. sowie den Bürgerhäusern Dreieich war. Es ist schön zu wissen, dass es unter uns Enthusiasten gibt, die einen solchen Event auf die Beine stellen und kleinen Verlagen, Autoren und Selfpublishern eine Plattform bieten, um ihre Werke einem interessierten Publikum präsentieren zu können. Wie jedes Jahr fühle ich mich während des BUCON unter den Phantasten fast wie zu Hause und möchte diese wenigen Stunden nicht missen. Wer den BUCON nicht mag oder sich nicht bespaßt genug fühlt, soll daheimbleiben und uns Teilnehmern nicht die Stimmung vermiesen.

In diesem Jahr waren die Herausgeber und die Redaktion des Geisterspiegels der Meinung, nicht auf den Deutschen Phantastik Preis hinzuweisen. Dass wir trotzdem zu den Finalisten in der Kategorie Beste Internetseite gehörten, haben wir unseren Lesern zu verdanken und stellt für uns ein Vertrauensbeweis dar. Dieser ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich, den Geisterspiegel auf einem guten Niveau in das zehnte Jahr seines Bestehens zu führen. Allen Preisträgern möchten wir an dieser Stelle unsere Glückwünsche übermitteln.

Auch wenn zum ersten Mal nach der Preisverleihung keine weiteren Programmpunkte folgten, würde es meiner Meinung nach dem DPP gut zu Gesicht stehen, die Preisverleihung zeitlich zu straffen und einen vorgegebenen Zeitrahmen einzuhalten. Unter dem Motto: In der Kürze liegt die Würze. In der Vergangenheit haben die Moderatoren bereits unter Beweis gestellt, innerhalb einer Stunde durch eine würdige Preisverleihung zu führen.

Fazit:
Weit vorher machte sich bei mir das Con-Fieber bemerkbar. Ich war heiß darauf, mitzuerleben, was mir der Jubiläums-Con bieten würde. Für mich persönlich habe ich den 30. BUCON interessant, unterhaltsam und sehr familiär empfunden. Das Zugehörigkeitsgefühl zu den anwesenden Phantasten des Rhein-Main-Gebietes und darüber hinaus hielt sich bis zum Ende des Events auf sehr hohem Niveau. Es lag sicher daran, dass man Small Talk und Programm gut miteinander verbinden kann – wenn man will. Und ich wollte und hatte mich im Vorfeld bereits darauf eingestellt. Und der Con hat uns einen neuen Geisterspiegler beschert. Da findet doch noch Begegnung statt, auch wenn es andere verneinen und aus diesem Grund dem Con fernbleiben.

Vielen, vielen Dank an die Organisatoren, der BUCON hat seinen Charme NICHT verloren.

Und zum Schluss noch einige Impressionen …

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Fotos Copyright © by www.geisterspiegel.de

(wb)

15 Antworten auf Der 30. BUCON 2015 – Eine Nachlese

  • Mir hat es bei meinem ersten Besuch auf dem BuCon sehr gut gefallen, wie auch das Foto zeigt, auf dem ich schön in die Kamera des Herausgebers lächel. Nächstes Jahr sind wir sicher wieder dabei.

    • W. Brandt sagt:

      Und ich dachte schon, dass dein Lächeln demjenigen galt, der hinter der Kamera stand. 😉 Nun ja, muss wohl an meiner Interpretation von Mimik und Gestik noch etwas feilen.
      Schön war der BUCON auf jeden Fall und ist eine gute Adresse, die ich jedem nur empfehlen kann.

  • Auch die Gesellschaft am Tisch hat dazu beigetragen, das wollen wir nicht verheimlichen. 😉

  • Sarkana ~^v^~ sagt:

    Nun ja, zumindest an der Bezeichnung als “conähnliche Mini-Messe mit Lesemarathon” ist ja durchaus was dran, was der Hauptgrund war meinerseits das erste Mal seit den frühen 90’er Jahren (ich kenne noch Musikübungszentrum und Südbahnhof) freiwillig fernzubleiben. Programmpunkte abseits von Lesungen finden ja (sieht man jetzt mal vom DPP ab), schon lange nicht mehr statt. Meiner Meinung nach hat der BuCon seinen Charme schon vor einigen Jahren eingebüßt, bzw. es ist halt ein völlig anderer geworden. Dinge müssen sich halt auch verändern und der BuCon in der jetzigen Form findet ja sein Publikum, insofern können die Veranstalter grundsätzlich nicht viel falsch machen. Allerdings war ich immer der Meinung, ein gutes Programm würde nicht nur aus mehr oder minder zufälligen Lesungen bestehen. Nun, offenbar haben die Anwesenden ihren Spaß dabei und das ist ja die Hauptsache.
    BTW: Das nach der Preisverleihung keine weiteren Programmpunkte folgten ist das zweite Mal – war auch 2014 schon so. Ist auch immer eine sehr undankbare Zeit für Programmpunkte gewesen.

  • Paule sagt:

    Myxin?
    Bist du auf Bild 3 oder 5?

    o(^i°)o

    • W. Brandt sagt:

      Paule,
      Myxin ist auf Bild 3 links hinter Manfred H. Rückert zu sehen. Auf der rechten Seite vorn das Kölner Urgestein Achim Mehnert.

  • Paule sagt:

    Der mit dem Malerbart (Images 4 of 13)?
    Hallo Myxin der Magier!

    Bild 3 in der Reihe von 12; bei den Images zählt die Seite hier natürlich das Drachenlogo der BuCon mit.
    Wenn Wolfgang hinter der Kamera ist, zeigen alle Protagonisten die Zähne.

  • Manfred H. Rückert sagt:

    Paule,
    Myxin ist der junge Mann mit dem dunklen “Malerbart” und dem dunklen Pullover links vom Betrachter (Images 4 von 13).

  • Moin Paule!

    Manfred hat es ja schon ganz gut erklärt. Aber als Update kann ich verraten, dass der Bart gestern dem Rasierer zum Opfer fiel.

  • Paule sagt:

    Guten Morgen Myxin.
    Auf Grund der Witterung wird meiner länger, ist allerdings weiß.

  • Das ist doch die passende Farbe zur Weihnachtszeit, Paule. 😉

  • Paule sagt:

    Ich feiere seit 38 Jahren kein Weihnachten, Myxin.

  • Jeder wie er es mag. Ich würde nicht darauf verzichten wollen und auch die ein oder andere Schneeflocke darf gerne leise rieseln.

  • Paule sagt:

    Myxin, dein Wetter ist angekommen. Dichter Schneefall hier und 12 Grad weniger.

  • Hab es gemerkt, wir sind durch das Schneetreiben nach Hause gefahren.

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