
Timetraveller Rezension Episode 8

Zwei Rezensionen verfügbar:
Bitte auswählen oder abwärts scrollen!
Petra Kayser | Florian Kayser
nach oben | Zurück

|
Timetraveller Episode 8
Neofar
von Gloomy Tomb
Diese Episode führt die Timetraveller in eine Parallelwelt des vermutlichen Hochmittelalters, in die Zeit der Burgen und Ritter – und Drachen.
Graf Burchard von Falkenstein lebt mit seiner geliebten Tochter, mit Ritter Wolfram, seinem engsten Getreuen, dem Hofstaat und anderen Rittern auf der gerade neu zu errichtenden Falkensteinburg. Die „alte“ Burg, nur einen Steinwurf entfernt im Wald liegend und auch die Konradsburg sind Ruinen, zerstört von dem bösartigen Drachen Neofar. In diese unheilschwangere Atmosphäre platzen die Timetraveller, mit ihnen die Freiwilligen aus „New Hope“, die sich ihnen für die Zeitreise angeschlossen hatten, da sie in ihrem Land keine Hoffnung auf einen Neubeginn hatten. Die Zeitreisenden nehmen dann, nicht unbedingt mit Begeisterung zur Kenntnis, im Mittelalter angekommen zu sein.
Die Bewohner begegnen ihnen, da sie für sie sehr fremdartig aussehen, mit großer Skepsis, bis hin zur Ablehnung. Die Timetravellerfreunde bitten nun für ihre Mitreisenden, die ihnen aus Not gefolgt sind, um eine neue Heimstatt. Der Graf, der nicht nur Herr und Gebieter, sondern auch ein gewiefter Geschäftsmann ist, bietet ihnen einen Deal an. „Helft mir das Ungetüm zu besiegen, dann erhaltet ihr als Dank von mir Land, das ihr besiedeln könnt.“… Mehr möchte ich nicht vom Inhalt preisgeben.
Ich war vom Anfang bis zum Ende der Geschichte gefesselt. Der Autor hat mit einer Leichtigkeit in der Sprache die Spannung bis zur letzten Zeile aufrecht erhalten. Die Art und Weise, in welcher er die einzelnen Charaktere schildert, lässt auf eine professionelle Erzähl- und Schreibfreude schließen. Man fühlt sich in die Geschichte hineingezogen und von ihr getragen. Es wird niemals langweilig oder langatmig. Der Aufbau ist klar und übersichtlich strukturiert. Das Ende, mit der Lüftung des Geheimnisses um den Drachen, war nicht vorhersehbar.
Sprachlich: präzise Beschreibungen, sehr angenehm anzunehmen, an einigen wenigen Stellen etwas umgangssprachlich; ansonsten einfach, so sagt man heute: perfekt.
Bitte lesen Sie es selbst, ich empfehle es Ihnen wärmstens; ein wahrhaftiges Lesevergnügen!
© Petra Kayser |
nach oben | Zurück
 |
Timetraveller Episode 8
Neofar
von Gloomy Tomb
Mit dem achten Band entführt uns der Autor Gloomy Tomb in eine Parallelwelt, die den Leser sehr an die aus historischen Quellen überlieferten Zustände des mitteleuropäischen Hochmittelalters erinnern wird. Burgen, Grafen, Burgfräulein, Ritter, Bauern und, tja, und hier verlassen wir die historischeren Pfade und wenden uns der fantastischen Welt der Fantasy zu, -Drachen. Das sprichwörtlich „finstere Mittelalter“ heißt die vier Timetraveller und ihre aus New Hope stammenden neuen Mitreisenden nicht gerade mit offenen Armen willkommen, vielmehr begegnet man ihnen mit offenem Misstrauen und Ablehnung. Wen mag es verwundern, muteten doch ihre Kleidung und ihr Gebaren mehr als fremdartig an, zumindest für Zeitgenossen des Hochmittelalters, mögen diese auch „nur“ in einer Parallelwelt existieren.
Die Situation, in die die Zeitreisenden einmal mehr hineingestolpert sind, ist mehr als brenzlig für alle Beteiligten, dennoch gewahrt sie auch den Mitreisenden aus New Hope, die aus der Perspektivlosigkeit ihrer eigenen Welt in eine ungewisse Zukunft geflohen sind, jenen Funken Hoffnung, den sie alle offensichtlich längst verloren geglaubt hatten. Der Weg, der sich ihnen aufzeigt, wird ein entbehrungsreicher sein, der, der hinter ihnen liegt, war jedoch kaum besser. So lassen sie sich auf ein Abenteuer ein, dass alle Beteiligten an den Rand ihrer eigenen Belastbarkeit führt.
Gloomy Tomb hat mit seinem fantasyreichen Timetravellerband einmal mehr unter Beweis gestellt, wie spannend Heftromane sein können. Von der ersten bis zur letzten Zeile schlägt der Autor mit pointiert gesäter Spannung den Leser in seinen Bann. Die Dialoge sind einfach, dadurch einprägsam und überzeugend authentisch, auch wenn stellenweise eine gewisse umgangssprachliche Note, die mehr in unsere Gegenwart, denn in eine parallelexistierende Wirklichkeit hineinpasst, hindurch schimmert, dies scheint jedoch mehr der persönlichen Note des Autors, denn dessen Unprofessionalität in Bezug auf seine Arbeit geschuldet zu sein. Denn professionell wirkt die Gesamtkonzeption des Werkes allemal. An keiner Stelle des Heftromans verliert sich der Autor in unnötigen oder gar lehrbuchmäßig abgedroschenen Floskeln möchtegerngeschwängerter Trivialliteratur. Der Gesamteindruck der sogenannten „Storyline“ lässt eine gesund herangewachsene und sich stets den neuen Herausforderungen anpassende Schreibbegeisterung des Autors erkennen, wodurch leichtere technische Ausrutscher, wie bereits an anderer Stelle angedeutet, der persönlichen Note des Autors zugeschrieben werden können.
Der Timetraveller Band acht muss sich in keinen Schatten stellen, sondern besticht durch seine eigene Eleganz und setzt damit für die nachfolgenden Autoren weitere Maßstäbe, denen es nachzueifern gilt.
Doch bei aller gebotenen Fülle des Lobes, sei auch hier das nötige Quäntchen Kritik angebracht. So sei dem Autor angeraten, die aufkeimenden Allüren als semi-erotischen Softcore-Romancier wieder einschlummern zu lassen und jenen dieses Feld zu überlassen, die sich dieser besonderen intellektuellen Lustbefriedigung, soweit es ihre Schreibkunst angeht, verschrieben haben.
Abgesehen hiervon sei allerdings auch noch angemerkt, dass gegen Ende hin die Auflösung des „gordischen Knoten“, soweit es die Geschichte angeht, doch allzu plötzlich kam. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, als habe das verheißungsvolle Licht am Ende des Schreibtunnels den Autor dazu beflügelt, seine Schritte noch mehr zu schüren und über diese Endpassage hinweg zu galoppieren. Doch sehen wir diesen Lapsus dem Autor nach, denn als Leser wird man durch die Gesamtkomposition des Werkes mehr als entschädigt.
Rundherum eine weitere gelungene und im höchsten Maße spannende Timetraveller Episode.
© Florian Kayser |
|