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Professor Zamorra

Simon Borner – Eine erste Beurteilung

Mit Band 897 „Monster-Maar“ lag nun der zweite Roman aus der Feder von Simon Borner vor. Sein Einstieg war Band 885 „Die Kralle des Jaguars“. Für beide gab es Bewertungen von ganz gut bis zu ziemlich schlecht, auch ich würde ihn so in die Mitte dessen einordnen.
Es gab einiges, was mir gut gefallen hat. Das Zusammenspiel von Zamorra und Nicole, wobei ich mich dort immer noch an der Art und Weise orientiere, die W.K.Giesa vorgegeben hat.
Die Atmosphäre, hervorgerufen durch gute Ortsbeschreibungen, die mich ein wenig an die von Jason Dark zu besten Zeiten erinnerten.
Simon Borners Schreibstil ist sehr flüssig und lädt zum Schnellen lesen ein. Auch die Charakterisierung und Erschaffung von kauzigen Figuren (Eusebius Struttenkötter und Michael Baumeister in „Monster-Maar“) und sympathischen Helden (Astrid Lessbrück/“Monster-Maar“ und Elian sowie Javier Montejo/“Die Kralle des Jaguars“) auf der anderen Seite gelingt dem Nachwuchs-Autoren bei Professor Zamorra recht gut.
Beiden Geschichten gemein ist es, dass sie ihren Ursprung in der Vergangenheit haben. Etwas, das mir zusagt, aber für das nächste Mal würde ich mir ein Abenteuer ganz in der Gegenwart wünschen.
Nach all diesen guten Punkten, was ist es dann noch, dass mich davon abhält in Jubelstürme auszubrechen? Dies fällt mir viel schwerer zu sagen. Ein wenig ist es immer der Mittelteil der Romane, in dem das Tempo meines Erachtens nach etwas abflaut und die Handlung stellenweise etwas langwierig wirkt.
Dann fehlt mir für das Zamorra-Feeling noch das Auftauchen weiterer Figuren aus dem Zamorra-Kosmos, denn die perfekte Beschreibung dieser ist für mich die Messlatte an der sich neue Autoren messen lassen müssen. Schließlich kann man Romane, die in das Gesamtkonzept passen sollen, nicht immer nur mit Zamorra und Nicole füllen. Dies hätten auch die vielen tollen Figuren, die W.K.Giesa eingebracht hat, nicht verdient.
Als Abschlussurteil kann ich nur sagen: Simon Borner ist ein Autor mit Potenzial, von dem ich gerne noch mehr Romane lesen würde um ein noch besseres Bild zu bekommen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, ihm einen festen Handlungsstrang zu geben. Entweder einen neuen mit eigenen Figuren oder einen alten abgelegten. Vielleicht die Unsterblichenhandlung von Christian Montillon oder die blauen Städte. Es gibt genug alte und offene Fäden, die sich hier anbieten. Dies ist generell die Problematik, die die Serie in nächster Zeit zu bewältigen haben wird, aber dazu ein anderes Mal mehr.

© Oliver Müller

 

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