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Professor Zamorra

Warum überhaupt Zamorra?

Und warum nicht der Bergdoktor? Nun gut, der Vergleich hinkt gewaltig. So gewaltig, das selbst der erwähnte Alpenarzt nichts mehr tun könnte. Aber irgendetwas muss einen ja dazu bewegen sich für eine Serie zu entscheiden, sie zu seinem Favoriten zu machen und vor anderen Fans in höchsten Tönen zu loben.
Wie entscheidet man sich also als Heftromanleser für eine Serie? Nun, riesig ist die Auswahl in den letzten Jahren ja nicht gerade gewesen. Über Jahre hinweg halten sich nur wenige Serien, wie zum Beispiel John Sinclair, Perry Rhodan oder eben Professor Zamorra. Lassen wir Perry Rhodan mal etwas außen vor, schließlich ist das Science Fiction pur. John Sinclair und Professor Zamorra sind sich da schon etwas ähnlicher, beide jagen Geschöpfe aus der Hölle. Aber eigentlich hört es da mit den Gemeinsamkeiten auch schon fast wieder auf. Die beiden Serien sind von Grund auf verschieden, wenn man sie genauer betrachtet.
Während John Sinclair in einem Hochhaus in London, genauer in Soho, eine Junggesellenbude bewohnt, residiert der Professor in einem Chateau in der Nähe der Loire. Da verblasst selbst Dorian Hunters Jugendstilvilla gegen.
Zum Thema Haustiere. Gab es jemals einen Geisterjäger, Dämonenhasser oder Vampirkiller der einen sprechenden Drachen und einen telepathisch begabten Wolf beherbergt hat? Ich glaube nicht. Der mangelnde Platz in einer Hochhauswohnung in Soho könnte hier gerade noch als Ausrede herhalten. ;-)
Welcher Kämpfer für das Gute kann schon einen Butler sein eigen nennen? Mark Larsen, der Hüter, ist der erste seit langer Zeit. Zamorra hat sogar zwei, wenn auch nur noch einer davon „lebt“.
Während andere sich mit ihren Autos und Flugzeugen durch die Gegend quälen, reist Zamorra per Blumenexpress.
Ein weiterer Unterschied ist die Freizügigkeit. Oft genug befüllen nackte Damen das Schloss und beglücken den, dennoch immer treuen, Zamorra mit ihrem Anblick.
Raumschiffe und Außerirdische bei John Sinclair? Klar, hat es schon gegeben. Aber welch Aufschrei ging dann stets durch die Reihen der Fans. Währenddessen schlägt sich Zamorra mit seiner Mannschaft gegen Chibb, Gkirr, Ewige, Meegh und wie sie noch alle heißen. Und zieht so auch Fans aus dem Bereich Science-Fiction an.
Die Diskussion unter den Fans ist stets vorprogrammiert. „Wir wollen mehr Science-Fiction!“, rufen die einen. „Nein!“, schreit die andere Ecke. „Wir wollen mehr Dämonen!“
Darum ist es gut, dass die Abenteuer des Meisters des Übersinnlichen von mehreren Autoren erzählt werden. Jeder hat seinen Themenbereich und insgesamt werden so alle Geschmäcker möglichst gleichmäßig befriedigt. Vom Genremix kann nur Maddrax hier etwas entgegen halten.
Es gibt einige Unterschiede zu anderen Serien, im Feinen wie im Groben. Hier auf alle einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Klar ist allerdings: Es gibt viele Gründe Professor Zamorra zu lesen. Keiner davon ist aber ein Grund, nicht auch mal seine Nase in ein John Sinclair Abenteuer oder ein Maddrax-Heft zu stecken. ;)

© Oliver Müller

 

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