Sie sind hier: Startseite - Romanhelden - Professor Zamorra - Ein neuer Autor – Grund zur Fröhlichkeit?


Professor Zamorra

Ein neuer Autor – Grund zur Fröhlichkeit?

Mit Band 903 „Der Schattenkelch“ gab ein weiterer neuer Autor seinen Einstand bei Professor Zamorra. Oliver Fröhlich, bisher schriftstellerisch vor allem durch die Online-Serie „Der Hüter“ bekannt, lieferte seinen Erstling ab. Und das gelingt ihm ziemlich gut, besser als manch anderes Debüt.
Zum Inhalt:
Chefinspektor Robin ruft seinen Freund Professor Zamorra bei einem ungewöhnlichen Mordfall zu Hilfe. Clement Luynes wird erschlagen in seinem verschlossenen Zimmer aufgefunden. Mit in dem Zimmer wird ein alter mysteriöser Kelch gefunden, der einige Geheimnisse zu verbergen scheint.
Neben dieser Haupthandlung wird von einem vor ewiger Zeit stattgefundenen Kampf zwischen Agamar, einem ziemlich fiesen Dämon, und Lucifuge Rofocale, der erst vor kurzem das Zeitliche endgültig segnete, erzählt. Lachender Dritter in dieser Runde wäre gerne der Weißmagier Dóhmnall mit seinem Gehilfen Ailean.
Natürlich weiß der ständige Zamorra-Leser, dass Lucifuge Rofocale den Kampf vor fast 2000 Jahren nicht verloren haben kann, sonst hätte er uns ja nicht mehr all die Jahre mit seiner Boshaftigkeit erfreuen können. Dennoch ist der Kampf kurzweilig und spannend.
Am Ende gelingt dem Neu-Autor eine gute Verknüpfung beider Handlungslinien, die den gewissen „Aha-Effekt“ mit sich bringt. Es ist alles logisch (so weit man in Horror/Fantasy-Romanen von Logik sprechen kann) erklärt und dennoch nicht leicht durchschaubar, so dass man den ganzen Roman über als Leser miträtseln kann.
Das Ganze gipfelt in einem Finale, in dem man nicht mehr genau weiß:“ Wer ist eigentlich Freund, wer ist eigentlich Feind?“
Neben einer guten Geschichte hat Oliver Fröhlich einige Sachen gut beachtet. Er lässt Nicole Duval in dieser Geschichte nur einen nahezu unbedeutenden Auftritt am Ende. Damit überlässt er unserem Helden Platz und begibt sich nicht in die Gefahr, das von vielen Fans als besonders erachtete Verhältnis und die Interaktion von Zamorra und Nicole darstellen zu müssen. Etwas, dass schon einigen Autoren als nicht gelungen vorgeworfen wurde, besonders nach dem Ausscheiden von W.K.Giesa, der dieses Spiel zwischen den Hauptfiguren natürlich meisterhaft beherrschte und an das der Fan über lange Jahre auf diese Art gewöhnt war.
Ein weiterer guter Schachzug ist die Wahl von Chefinspektor Pierre Robin als Sidekick. Durchaus ein Sympathieträger und den Fans sehr bekannt, aber nicht all zu starr charakterisiert, da er auch keinem einzelnen Autoren zuzuordnen ist.
Anders als die meisten Autoren werden in diesem Band Zamorras Gedanken sehr oft direkt aus der Sicht des Helden geschildert. Für die Serie in dem hohen Maße eher ungewöhnlich, aber nicht schlecht.
Gemixt mit den üblichen Zutaten eines Zamorra-Romans wie Zeitschau und dem Ruf, welche fehlerfrei beschrieben werden, ergibt sich ein flüssig zu lesendes Lesevergnügen.
Um die Frage aus der Überschrift zu beantworten: Der Einstieg Oliver Fröhlichs in die Autorenrunde ist, wenn er die Klasse seines Erstlings hält, durchaus ein Grund zur Fröhlichkeit.

Bildquelle: www.gruselromane.de

© Oliver Müller

 

© by 2009
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox