Die zweite Auflage?
Läuft doch jetzt!
Sicher wird diese Überschrift einige Zamorra-Leser mehr als verwundern. »Zweite Auflage? Hab ich da was verpasst?!«
Nein, ich kann alle beruhigen. An den üblichen Stellen, an denen die meisten ihre Heftromane beziehen, lag kein Heft mit dem Aufdruck »Professor Zamorra – 2. Auflage«.
Allerdings ist in der limitierten Liebhaberedition mittlerweile Band 52 erschienen.
»Na und?«, werden jetzt einige sagen und nach der Besonderheit dieses Nachdrucks suchen.

Band 52 der Professor Zamorra-Liebhaberedition enthält mit Heft-Nr. 111 »Lockruf aus dem Jenseits«, den ersten von Werner Kurt Giesa veröffentlichten Roman innerhalb der Zamorra-Serie und ist der langsame Beginn einer Ära und fast unzähliger Beiträgen zur Serie.
Wie viele Romane genau von wem stammten, davon wird der nächste Artikel handeln, auch wenn sich die Wichtigkeit von Autoren natürlich nicht nur an der quantitativen Beteiligung messen lässt.
Ursprünglich erschien der Roman am 19.September 1978, also vor fast 32 Jahren. Und dabei war es noch nicht einmal der erste Zamorra von W.K. Giesa, chronlogisch gehört er hinter den Zweiteiler 113/114. Danach ging es erstmal mit Einzelabenteuern weiter, bevor W.K. Giesa mit den Bänden 124-126 den ersten Dreiteiler der Serie brachte und nach und nach anfing, ihr die Struktur zu geben, Professor Zamorra zu »seiner« Serie und bei den Fans so beliebt machte. Auch wenn dieser Dreiteiler über die Entstehung des Amulettes mit einem vorher erschienenen Roman von Susanne Wiemer inhaltlich kollidiert.
O-Ton W.K. Giesa dazu:
Da stecken Fehler drin - geographische, historische - noch und nöcher. Wie gesagt, das war meine Anfangszeit. Da wusste ich auch selber noch nicht so genau, wo der Weg hingeht und hab da für den Roman einfach drauflos geschrieben.
Und im Hinblick auf die Veröffentlichung dieses Dreiteilers führte er fort:
Aber der ist so saumäßig, wenn der in der Liebhaber-Edition neu aufgelegt wird, der Dreiteiler, den muss ich ganz gründlich überarbeiten und das muss ich auch selber machen, da kann ich keinen Kollegen dranlassen. Im Moment wird das ja von Manfred Rückert lektoriert, die LE. Aber auch der, der sozusagen mein Zamorra-Zusatz-Gedächtnis geworden ist - noch neben der Faktendatei bzw. Serienbibel und über die hinaus -, selbst den kann ich da nicht ranlassen. Das muss ich selber machen und da graut mir schon vor. Am liebsten möchte ich diesen Dreiteiler ganz rausschmeißen, aber das wäre sicher nicht gut, weil sich später viele Sachen auf diese Amulettentstehung beziehen. Wie ich das nun auch noch irgendwie regle, damit, dass das vorher schon mal geschildert wurde ... Ich weiß es nicht! Rettet mir!
Diese Überarbeitung kann W.K. Giesa leider nicht mehr vornehmen. Was nun daraus wird und an wem diese heikle Aufgabe hängen bleibt, ist eine spannende Frage für die Zukunft, auch wenn sie sich erst in gut einem Jahr stellen wird. Aber dann werden die Original-Version und die Liebhaber-Edition von mir gegenübergestellt und verglichen werden.
Mit der Veröffentlichung der Professor Zamorra-Liebhaberedition haben nun auch jüngere Fans die Chance an der Entwicklung teilzuhaben, auch wenn es durch die jeweils zwei Romane in einem Band zu einer unschönen Trennung des Zweiteilers 113/114 kommen wird, die den geneigten Leser zwei Monate auf den Abschluss dieses Doppelbandes warten lassen wird.
Die Liebhaber-Edition erscheint nur bei Joachim Otto in der Romantruhe (www.romantruhe.de) und jeder Band ist auf 1000 Stück limitiert.
Copyright © 2010 by Oliver Müller
Die Zitate stammen aus dem Interview, welches der Geisterspiegel am 16. Mai 2007 mit Werner Kurt Giesa führte.