
Professor Zamorra

Das Ende des Siebengestirns
Da lag er also endlich vor mir, der lang ersehnte Abschluss des Siegel-Zyklus. In Form von Band 849 „Das letzte Siegel“ und Band 850 „Weltensterben“. Gehen wir systematisch vor, also von oben nach unten. Das Cover von Band 849 zeigt wohl den bärtigen Dämonenjäger, der hier aussieht wie Tom Hanks in Castaway…auf Band 850 sieht er dann aus wie Pierce Brosnan. Dennoch sind die Cover noch mit das Beste an diesem Doppelband, der von W.K. Giesa geschrieben wurde.
Während der Siegelzyklus an sich mehrere sehr gute Romane bot, war ich bei diesem Doppelband öfter kurz davor, das Heft einfach weg zu legen.
Hier wurde alles hinein gepackt, was sonst in hundert Heften nicht vorkommt. Sämtliche Bewohner des Schlosses, Intrigen zwischen Stygia und Lucifuge Rofocale, Taran und Shirona, Ted Ewigk der zusammen mit Al Cairo durchs Weltall rast, Rob Tendyke nebst Frauen und Erzeuger plus Spider-Crew, Fooly, Spiegelwelt(en)…zu viel Stoff für zu wenig Platz sollte man meinen, doch hier waren es eher zuviel Personen für irgendwie zu wenig Handlung. Alles scheint so nebenbei zu passieren, die letzten Siegel öffnen sich, das Chateau wird mal eben von einem Spider beschossen, fliegt in eine fremde Dimension und droht dort umzukippen…Mit einer magisch aufgeladenen Sonde wird Kontakt zu Zamorra aufgenommen und schlussendlich das Chateau, nach dem es als größtes Problem aller Zeiten erscheint, doch noch ziemlich locker zurück geholt.
Im Endeffekt geht es um den Kampf der sechs Amulette gegen das siebte, das Zamorra trägt. Der Kampf geht innerhalb kürzester so was von unspektakulär von statten, das man das ganze zweimal lesen muss, um die Ausmaße zu begreifen. Die ersten sechs Amulette werden zerstört, Shirona gleich mit und als Zugabe auch noch alle Spiegelwelten, um die es nach meiner Meinung am allerwenigsten Schade ist.
Nebenbei wird Rhett dann auch noch vom 13jährigen Lord zum vollwertigen Erbfolger.
Die Sprache des Romans kann mich ebenfalls nicht überzeugen, besonders die Unterhaltung zwischen Rob Tendyke und Sid Amos besteht eigentlich nur aus gegenseitigen Vorwürfen und Drohungen. Das kam zwar schon oft vor, aber im Angesicht größter Probleme wurde auch schon besser zusammen gearbeitet.
Wie schon bei den Bänden 777-783, hört man leises Murren in den Fangemeinde und die Erwartungen scheinen nicht erfüllt worden zu sein. Was natürlich daran liegen kann, das der Siegelzyklus über die letzten 50 Romane sehr spannende Unterhaltung bot, zusammen mit den „Nebenlinien“ Zwitter/Andrew Millings und Artimus von Zant/Armakath.
Setzen wir einfach darauf, das Erbfolger und Riesen in den nächsten Bänden, diese Bände etwas in Vergessenheit geraten lassen und uns wieder in ihren Bann ziehen, wie das Siegelbuch den guten Professor.
© Oliver Müller
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