
Maddrax

Von Sascha „Andro“ Vennemann
6. Januar 2007
“My Generation”
oder
“Die Andro-Matt-Kohorte”
Tauchen wir einmal mehr in den fiktiven Mikrokosmos der Heftserie „Maddrax“ ein, und gehen dabei ganz zum Anfang. Also jetzt nicht zu Band 1, sondern noch viel weiter: Zum Anfang des Hauptcharakters Matthew Drax. Der Namensgeber der Serie wurde, so von den Machern erdacht, am 26. Januar 1980 geboren, und zwar im kalifornischen Riverside... Moment, ich schaue noch einmal auf das Geburtsdatum... Tatsächlich, es ist 1980! Matthew Drax, Held meiner Lieblingsheftserie, ist gerade einmal ein Jahr älter als ich! In den Bevölkerungswissenschaften würde man dazu sagen, dass wir uns beinahe in der selben Geburtsjahr-Kohorte befinden (wozu Nebenfächer im Studium doch gut sein können!), somit einigermaßen das selbe Verhalten was unsere Lebensläufe und Chancen angeht, aufweisen könnten.
Nun gut, Freund Matt ist Amerikaner, ich bin Westdeutscher (ja, in den 80ern machte man diesen Unterschied noch. Historische Korrektheit ist eine Tugend, hab ich vom Kelter-Verlag gelernt! hehe), und sein Daddy hat mit seinem Rosinenbomber wahrscheinlich meinem Vater im Ruhrgebiet Zigaretten und Schokolade auf die Rübe geworfen, aber ansonsten sind wir uns gleicher, als man denkt! Also zumindest strukturell. Oder auf dem Papier. Das ist ja lustig. Ich gehöre also zu den wenigen Lesern der Serie, die sich tatsächlich über das Geburtsdatum mit der Figur identifizieren können. Das schafft doch gleich ein Gefühl von Gemeinschaft, eine Art von gemeinsamer erlebter Geschichte. Hat Matthew etwa Arnold Schwarzenegger zum Chef seines Bundesstaates mitgewählt (und fragt sich, ob es von seiner Stimme abgehangen hat, dass der Ex-Schauspieler in der Heftserie zum Präsidenten gewählt und dann sogar geklont wurde - auf dessen Klon Matt in der Zukunft sogar trifft!)? Wo war er am 11. September 2001? War er für oder gegen Bush? Ist er etwa wegen der Terrorbedrohung zum Militär gegangen, oder aus Familientradition, da sein Vater auch schon ein Fliegerpilot war? Hat er, so wie ich, mit seinem Vater zusammen Revell-Flugzeuge zusammengeklebt und lackiert oder hat er sich in seiner Pubertät in lokalen Jugendclubs die Hucke blau gerempelt zu Grunge-Rock-Songs von Nirvana?
Matthew Drax war da wohl eher konservativer eingestellt als meinereiner. Immerhin hat er schon im Alter von 20 Jahren geheiratet, heutzutage wäre er im vierten Ehejahr mit seiner Frau Liz. Gäbe es ihn wirklich, wäre er bereits seit letztem Jahr (2006) in Berlin stationiert und würde dieses Jahr (2007) zum Commander befördert (Quelle: MX-Lexikon auf www.maddrax.de). Also dafür, dass er in den 90ern groß geworden ist, ist er selbst für einen Ami ziemlich zielstrebig... sagt der Autor dieser Zeilen, der 2007 unverheiratet noch in seinem Studium rumkrebst... Vielleicht sind wir uns, bis auf das Geburtsdatum, doch gar nicht so ähnlich. Irgendwie finde ich das beruhigend. Den Stress, den mein Kohorten-Bruder in der Zukunft hat, den würde ich keinem wünschen... Da bleibe ich lieber ein Kind meiner Zeit und lasse mich vom Was-Wäre-Wenn berieseln. Hat eigentlich schon mal jemand in Köpenick angerufen und nachgefragt, ob die da einen Drax haben...?
In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!
Sascha „Andro“ Vennemann
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