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Maddrax

Von Sascha „Andro“ Vennemann
18. Oktober 2006

„Con Air“
oder
Wie die Luft bei MADDRAX-Meetings ist

Jedes Jahr aufs Neue freuen sich die Hardcore-Fans von „Maddrax“ auf eine der Sternenstunden des Jahres: Das BASTEI-Meeting im Rahmen des BUCON in der Nähe von Frankfurt. Redakteur Mad Mike und seine Autorenkollegen stellen sich den Fragen der neugierigen und weit gereisten Fans. Ich hatte nun schon dreimal die Ehre, selber dabei sein zu dürfen (2003, 2005, 2006) und weiß jetzt wie es ist „Con Air“, so meine inoffizielle Bezeichnung für die abgestandene Luft in den Vortragsräumen bei der Veranstaltung, zu schnuppern…

Unsereins kennt sich ja mit Maddrax ein bisschen besser aus. Grundsätzlich kann man das allerdings nichts voraussetzen, was ja auch für den Con-Besucher, der nicht vornehmlich wegen des BASTEI-Panels angereist ist, vollkommen in Ordnung ist, und den werbenden Effekt hat, den Noch-Nicht-Leser charmant in das Ereignis mit einzubeziehen. Die Arschkarte hat der Autor oder die Autorin gezogen, die dann mit einem munteren Stoss in die Rippen und dem Standard-Satz: „Erzähl doch mal, wie du Autor/in geworden bist!“ dazu aufgefordert wird, das Warm-Up für die Podiumsdiskussion zu übernehmen. „Jau, äh, dat war so gewesen…“ stammelt der unvorbereitete Schreiberling in seinen (falls vorhanden) Bart und erfreut mit einem fünfminütigen Improvisationslebenslauf die auf inhaltliche News zur Serie ungeduldig wartenden – aber nichts desto trotz – zuhörenden Fans. Derweil fummelt Mad Mike weiter am Beamer rum, der den nun bald folgenden Vortrag multimedial unterstützen soll. Der Autor ist nervlich und auch lebenslauftechnisch am Ende angelangt, kippt den halben Liter bereitgestelltes Mundbefeuchtungsmineralwasser auf Ex und die fusselig geredete Zunge. Ein Glück, dass der Beamer und der Laptop beinahe zeitgleich einsatzbereit geworden sind.

Es folgt nun die Vorlesung des Dozenten Dr. med. rex. M. Schönenbröcher, auch Michael S. genannt. In einem zeitlich genau abgestimmten Vortrag werden die neuesten Titelbilder, manchmal nebst Werdung in Form von Skizzen, präsentiert. Der Fan genießt und schweigt, oder kramt hektisch seine Kamera hervor, um die digitalen Kunstwerke für den Nicht-Anwesenden (oder Verwesenden, höhö) festzuhalten. Manchmal hat man Glück, und man kann für Sekundenbruchteile etwas sehen, dass der Redax eigentlich gar nicht präsentieren wollte. Ein solcher Moment ereignete sich beim BUCON 2003, als nicht nur der aktuelle Schriftzug des sich alle 50 Bände wechselnden MADDRAX-Logos zu sehen war, sondern auch der erst sehr viel später mit Band 150 eingesetzten Banner mit Wüstenhintergrund (der die Marshandlung verdeutlichen sollte) kurz beim Wechseln des Verzeichnisses auf dem Laptop aufblitzte. Wer hier aufpasste und die Infos an die Fans im Internet weiterreichte, öffnete Tür und Tor für spektakuläre Spekulationen.

Garniert wird das ganze dann mit einer Mischung aus Rück- und Ausblick auf die Serie. Das, was im vergangenen Serienjahr wichtig wurde und nun die weitere Handlung bestimmt, wird explizit herausgestellt und implizit die Folgen davon als „hui-hui“-News in Form von bedeutungsschwangeren Anspielungen den nunmehr Halbwissenden im Publikum gereicht. Und dann ist der wenig interaktive Teil informativer Berieselung auch schon vorbei.

Auf dem Fuße folgt jetzt gerne ein Gewinnspiel. Mal werden dabei Fragen (von den Verantwortlichen) zur Serie gestellt und Preise vergeben oder es werden Fragen (von den Fans) zur Serie gestellt, und dafür Preise vergeben. Vergebens für Nicht-Fans, na ja, fast. Die können immer noch raten oder Fragen à la „Was ist denn dieses Maddrax überhaupt?“ stellen: Auch dafür gibt’s den ein oder anderen Werbeträger aus dem BASTEI-Verlag gratis.

Übergangslos befindet man sich in der letzten Phase des BUCON-Maddrax-Meetings (und ja, es ist wirklich schon so spät!) – dem Frage-Antwort-Spiel. Zwei, drei Fans (und ja, ich war meistens darunter, Asche auf mein Haupt) stellen mehr oder weniger vorbereitet fachspezifische Fragen zu Einzelbegebenheiten längst vergessener Stories und suhlen sich in selbst gewählter „Nerd“-igkeit. Für den Rest des Tages wird man zwar für noch bekloppter gehalten, als man eh schon sein muss, um sich zu so einer Veranstaltung zu begeben, ist aber in seiner kleinen Fan-Welt der König: Keiner, außer den Machern, weiß in diesem Moment mehr als der Ich!

Dann ist der offizielle Teil vorbei. Fans stürmen die Bühne mit Autogrammwünschen, die man ihnen gerne gewährt. Wer möchte fummelt die an die Tische und Wände geklebten Hochglanzdrucke (DIN A3) noch nicht erschienener Cover ab und rollt die Trophäe in seine am Eingang erhaltene Con-Tasche.

Je nach dem, ob dann noch ein weiteres Serien-Meeting von BASTEI ansteht, darf dann Redax Holger Kappel die Einstellung einer seiner Serien bekannt geben… ;-) (War nur’n Spaß, Holger!)

Ein paar Minuten später ist der Saal leer. Ein barmherziger Mitarbeiter der Veranstalter (falls vorhanden) öffnet die Fenster (falls vorhanden) und entlässt die informationsangereicherte und kohlenstoffdioxidhaltige „Con Air“ in die weite Welt. Schön war’s wieder mal gewesen!

Es wäre schön, an dieser Stelle mit diesem friedlichen Bild zu enden. Doch der Friede wird überschattet – vom schwindenden Fanandrang beim BUCON. Michael Schönenbröcher und Holger Kappel äußerten sich enttäuscht über die Besucherzahlen des BASTEI-Panels des BUCON 2006: nur um die 20 bis 30 Besucher waren letztendlich im Saal anwesend, um das Neueste über ihre Lieblingsserien zu erfahren. „Diese geringen Zuhörerzahlen rechtfertigen den Aufwand nicht, den wir für ein solches Meeting betreiben!“ Hier sind auch die Veranstalter des BUCONs gefragt, die für mehr Werbung, sowie für eine breitere Bekanntheit ihrer Veranstaltung in der Öffentlichkeit und in Fankreisen sorgen könnten. Zwar hat der Ortswechsel des BUCONs sich nicht gerade positiv auf die Besucherzahlen ausgewirkt, und es gab auch im Vorfeld sogar Gerüchte, dass der CON 2006 gar nicht erst stattfinden sollte – doch das allein dürfen nicht die Gründe sein, warum nur ein kleinerer Teil von Freunden der Phantastik den Weg nach Frankfurt fanden.

Und so denken die beiden BASTEI-Redakteure ernsthaft und begründet darüber nach, in den folgenden Jahren dem Con fern zu bleiben. Schade, denn das BASTEI-Meeting ist immer ein Highlight und Publikumsmagnet für die Veranstaltung gewesen… So nehme man bitte diese Kolumne als Plädoyer dafür, auf dem BUCON 2007 wieder verstärkt aufzulaufen – zum Wohle aller Maddrax-Fans!

Weitere Beiträge zur BUCON 2006 und zur Buchmesse 2006 findet ihr bei den Eventreportagen. Klickt HIER...

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!
Gruss, Sascha „Andro“ Vennemann

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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