Sie sind hier: Startseite - Romanhelden - Sonstige Helden - Maddrax - Von der Last der späten Leser-Geburt


Maddrax

April 2007
Von Sascha “Andro” Vennemann

Von der Last der späten Leser-Geburt

Aloah! Und keine Angst, wir wollen hier nicht wieder einmal über den mangelnden Lesernachwuchs für Heftromane allgemein - und für MADDRAX insbesondere – klagen. Oder den mangelnden Nachwuchs für Deutschland, Alterung der Gesellschaft, oh, äh, ich schweife ab in andere Fachgebiete... :-) Vielmehr soll es nun darum gehen, wie schwer es für Neuleser ist bzw. war, an alte MX-Romane heranzukommen. Da wurde einem neuen Fan ja zunächst gleich der Wind aus den Segeln genommen. Nehmen wir einmal an, da hätte jemand zufällig auf dem Weg durch die Bahnhofsbuchhandlung einen Blick auf den ungeordneten Ständer mit den Schmuddelheftchen geworfen. In guter Gesellschaft, eingerahmt zwischen den Garten- bzw. Haushaltszeitschriften und den Musiker-, Erotik-, und sonstigen Randgruppenmagazinen, steht dort eine Ausgabe von „Mission Mars“ herum, dem zwölfteiligen Spin-Off zur Serie „Maddrax“. Freund „Potentieller Neuleser“ schnappt sich, weil SF-interessiert seit Kindesbeinen an, schließlich haben wir alle Captain Kirk beim Rummachen mit weiblichen Vertretern sämtlicher Spezies zugeguckt, besagte Ausgabe und beginnt begierig zu lesen. Holla die Wildsau, denkt der jetzt schon angefixte Mensch, das ist ja mal richtig gut, gibt’s da denn noch mehr von? Und ehe man sich versieht, hat der MX-Virus den nun ausgereiften, aus seiner Puppe des Skeptikers entfleuchten Neuleser erfasst. Schnurstracks in den Handel zurückgetapert erbleicht er: MX hat ja schon 150 Bände erreicht! Schockschwere Not! Wie soll man diesen Batzen an Literatur noch zu Lebzeiten aufarbeiten? Aber man lässt sich nicht beirren, zumindest solange nicht, bis man bei Ebay die horrenden Preise für MX-Sammlungen oder für die ersten Heft-Ausgaben erblickt hat. Motivation bei Freund Neuleser sinkt. Gegenmaßnahme: Die Taschenbücher aus dem BASTEI-Verlag. Klugerweise findet man hier die Nachdrucke der ersten Romanhefte der Serie. Doch damit war dann auch schon bald wieder Schluss, als die Taschenbuchabteilung die raren Plätze für ihre Produkte neu verteilte. Freund Neuleser sitzt jetzt also da und muss die große Lücke zwischen den noch nachbestellbaren Heften und den Taschenbüchern überbrücken. Ebooks? Gibt es nicht. Auch wenn schon Jahre darüber diskutiert wird, getan hat sich da nichts. Man kann nicht sagen, man hätte sich nicht bemüht, das weiß ich aus erster Hand. So grummelt und sammelt der Neuleser vor sich hin, um seine neue Lieblingsserie komplett zu kriegen. Endlich hat sich jemand des Problems angenommen: Joachim Otto, der freundliche Herr vom Romantruhe-Versand und Verlag, hat dem Bastei-Verlag die Erlaubnis abgeschwatzt, die Nachdrucke ab Band 37 weiterführen zu dürfen. Im August 2007 erscheint das achte Taschenbuch, mit nur drei anstatt von fünf Romanen, für knapp 10 Euro pro Band – und halt bei einem anderen Verlag. Immerhin, sagt sich Freund Neuleser, und kauft, da jetzt die Weiterführung kommt, auch munter die ersten sieben Taschenbücher endlich. Schließlich hat er Zeit und Lust, sich wirklich in die hervorragende Serie einzuarbeiten. Es kann ja nicht jeder das Glück haben ein Leser der ersten Stunde zu sein... :-)

Kommentare zu diesem Thema sind wie immer willkommen!
Schreibt mir im entsprechenden -Forumsthread oder
im Bastei-Forum (www.bastei.de) im Kolumnisten-Thread bei MX.

Bis zum nächsten Mal,
Sascha „Andro“ Vennemann

 

© by 2007
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox