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Larry Brent & Macabros

Macabros – der andere Held

Dan Shocker hatte sich Ende der sechziger Jahre zunächst zaghaft in das Genre des Horrorromans vorgewagt. Gar wissenschaftlich hatte der Autor von Larry Brent seine Romanmotive nicht selten untermauert. Dämonen und das Reich der Finsternis rund um den Satan fanden in der Konzeption von Larry Brent keinen Platz.
1973 kam deshalb die neue Serie – Macabros – auf den Heftromanmarkt. Dan Shocker hat sich damit ein ganzes Stück weiter ins Phantastik-Genre vorgewagt. Das was neu war, war die Mischung aus Horror, Fantasy und Science-Fiction.
Haben die bisherigen Heftromanhelden bisher immer mit übernatürlichen Kreaturen zutun, so war der Held Macabros selbst übernatürlich.
Hinter dem Namen, der eine Ableitung aus Makaber nicht verhehlt, steckte der Rennfahrer Björn Hellmark. Dieser hieß in der Urversion auch noch Bernd Hellmer. Bei einem Rennunfall stirbt er. Doch nur um bald darauf wieder zu erwachen, und mit seinem Doppelkörper Macabros, den er überall hin aussenden konnte, gegen seine Feinde zu kämpfen.
Und diese waren ebenso phantastisch. Über ihnen als Herr der Finsternis – Molochos.
John Sinclair hatte ein Kreuz, Larry Brent eine Laserwaffe, und Dorian Hunter beherrschte allerlei Beschwörungsformeln. Hellmark aber hatte seinen Doppelkörper. Und außerdem ein Schwert, eine Dämonenmaske und einen magischen Spiegel.
Dan Shocker hat damit einen Helden geschaffen, indem sich die Phantastik dem Leser geradezu aufdrängte. Sich selbst übertreffen konnte Dan Shocker nach diesem Coup nicht mehr. Alle Helden, die er danach noch erfand – den Magier und Ron Kelly zum Beispiel, waren nur noch blasse Abziehbilder von Macabros.
Einzig Mirakel, der Subheld aus Macabros trat aus diesem Schatten hervor. Doch auch er war zu blass und das Konzept konnte sich nicht durchsetzen.
Das erstaunliche an Macabros war, das die Serie zunächst als Taschenbuchserie konzipiert war, und monatlich erschien. Ein Risiko für eine Heftromanserie. Doch der Name Dan Shocker bürgte für den Erfolg. Bald hatte die Serie ihre Stammleserschaft. Schließlich erwuchs aus ihr, und der in den Romanen enthaltenen Leserseite, später der Dan Shocker´s Fantastikclub. Es war die erste Leserseite in einem Gruselromanheft. Und sie war Grundstein für das Horrorfandom, wie es in den 80er Jahren in seiner vollen Blüte stand. Allerdings war es auch immer eine Art Subfandom, welches dem Phantastikfandom untergeordnet war, und heute fast völlig untergegangen ist.
Auch einzigartig ist bei Macabros, das sie als bis dahin einzige Serie zu einem Ende geführt wurde. Nach 125 Bänden brachte Dan Shocker die Geschichte zum Abschluss. Sprach aber über eine mögliche Wiederkehr.
Daraus wurde nichts mehr, da der Zauberkreis-Verlag unter dem Riesen Pabel verschwand.
Serien, die zu Ende geschrieben gibt es seit Tony Ballard mehrere. So genannte Miniserien wurden in den letzten Jahren immer wieder gestartet. Aber seinerzeit war da Macabros einzigartig.
Aber vielleicht kommt Macabros ja doch eines Tages mal wieder, so wie Larry Brent, Tony Ballard und der Dämonenkiller auch wieder gekommen sind. Möglich ist das schon.

© S. Gewalt

 

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